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100 Prozent: Traumergebnis für den Bürgermeister

Der Unterjettinger Musikverein stimmte die Wahlparty im Rathaus mit dem Titel „Heaven“ an – und im Himmel fühlte sich wohl auch Hans Michael Burkhardt anschließend. Denn der Jettinger Bürgermeister wurde gestern mit einem Traumergebnis von 100 Prozent im Amt bestätigt.

Hans-Martin Ott überreichte im Namen desGemeinderatseinengebackenenRathausschlüsselGB-Foto:Priestersbach

Hans-Martin Ott überreichte im Namen des Gemeinderats einen gebackenen Rathausschlüssel GB-Foto: Priestersbach

Bereits 19 Minuten nachdem die vier Wahllokale ihre Pforten geschlossen hatten, stand das bislang im Gäu und dem Kreis Böblingen einmalige Wahlergebnis fest. Wolfgang Siebenrock, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses und selbst im vergangenen Jahr Stimmenkönig bei der Kommunalwahl, machte es zunächst noch etwas spannend, als er zunächst die Anwesenheit der zahlreichen Bürgermeister als „gutes Zeichen interkommunaler Zusammenarbeit“ bezeichnete. Doch dann verkündete er das Ergebnis: So gab es gestern 5909 Wahlberechtigte, von denen 2119 an die Wahlurne gingen oder per Briefwahl abstimmten – was einer Wahlbeteiligung von 35,86 Prozent entspricht. Nachdem es lediglich 28 ungültige Stimmen gab, entfiel somit das Maximalergebnis von 100 Prozent auf den Amtsinhaber – der selbst nach Verkündung seines Abschneidens erst mal ungläubig staunte und dann mit einem Riesenapplaus im Rathausfoyer bedacht wurde. Bonmot am Rande: Wie Hauptamtsleiter Jochen Hasenburger anmerkte, entfiel zwar eine Stimme auf Gerhard Hauser. Doch weil es diesen Namen in Jettingen zweimal gibt und der Wählerwille somit nicht zugeordnet werden konnte, war auch dieser Stimmzettel ungültig – und so entfielen 100 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf den 44-jährigen Hans Michael Burkhardt.

„Wir hoffen, dass es nicht so geht wie bei Martin Schulz“, scherzte Siebenrock mit Blick auf das seinerzeit ebenfalls 100-prozentige Wahlergebnis des SPD-Vorsitzenden. Gleichzeitig machte er ebenfalls deutlich, dass die Wähler mit diesem Ergebnis die bisherige Arbeit des Jettinger Rathauschefs gewürdigt hätten. Wie Siebenrock mit Blick auf die Statistik wusste, stellen sich nur 16 Prozent der Bürgermeister zur Wahl für eine dritte Amtsperiode – und da sei es nach 16 Jahren schon klar, dass die Wahlbeteiligung nicht mehr so hoch sei. Gleichzeitig war er jedoch überzeugt: „Jettingen steht geschlossen hinter Ihnen.“ Während er für Birgit Burkhardt einen Blumenstrauß im Tornister hatte, überreichte Hans-Martin Ott dem frischgekürten Bürgermeister im Namen des Gemeinderats einen gebackenen Rathausschlüssel aus der Jettinger Bäckerei Wörner.

„Ich habe schon viel erlebt als Landrat“, bekannte Roland Bernhard, dass ihm 100 Prozent bei einer Bürgermeisterwahl noch nie untergekommen sind. Doch sei es jetzt ja Aufgabe des Landratsamts nachzuzählen. An die Adresse von Burkhardt meinte der Landrat: „Er geht mit 44 in die dritte Amtsperiode, sieht aus wie 33, hat die Power eines 22-Jährigen und die Erfahrung eines 55-Jährigen.“ Herrenbergs OB Thomas Sprißler staunte ebenfalls nicht schlecht, denn er hatte die Messlatte vor Jahren bei seiner Wiederwahl in Mötzingen mit 99,8 Prozent schon recht hoch gelegt – „aber 100 Prozent sind gnadenlos gut“. Allerdings wies Thomas Sprißler ebenso darauf hin, dass „diese Zustimmung in 16 Jahren erarbeitet wurde“.

„Das ist eine wahnsinnig
tolle Wiederwahl“

Als Vorsitzender der Rathauschefs im Landkreis ließ Thomas Sprißler zudem nicht unerwähnt, dass Hans Michael Burkhardt jetzt bereits der neunte Kollege sei, der eine dritte Amtszeit antrete. Dies zeige, „dass im Kreis Böblingen eine hohe Kontinuität herrscht“, unterstrich Sprißler. Sein Fazit lautete: „Das ist eine wahnsinnig tolle Wiederwahl.“

„Sie haben mich baff gemacht mit diesem Wahlergebnis“, bekannte Hans Michael Burkhardt, dass er mit so einem Wert nicht gerechnet hatte. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren waren es noch 98,4 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 41,3 Prozent gewesen. Er wertete das Wahlergebnis gestern Abend in seiner ersten Reaktion als „Zeichen des Rückenwindes“. Und weil so viele Bürgermeister-Kollegen aus der Region ihm gestern ihre Aufwartung machten, hob er die tolle Verbindung untereinander „auch auf persönlicher Ebene“ hervor. Gleichzeitig bezeichnete er das Ergebnis als Verpflichtung und fügte hinzu: „Ich spüre es auch ein bisschen als Bürde.“ Klar ist in seinen Augen, dass in den vergangenen Jahren vieles erreicht wurde in Jettingen. Aber vor Verwaltung und Gemeinderat lägen auch noch viele Aufgaben. Weil dieses tolle Ergebnis für ihn eine „grandiose Unterstützung“ bedeutet, freut Hans Michael Burkhardt sich schon auf die weitere Arbeit in Jettingen. Mit Blick auf die schnelle Ermittlung des Wahlergebnisses erklärte der Rathauschef, er könne eben auch stolz auf seine Verwaltung sein. Dank galt ebenso den Wahlhelfern und Wolfgang Siebenrock, „bei dem die Fäden zusammengelaufen sind“. Die Amtseinsetzung von Hans Michael Burkhardt findet am 24. März um 19.30 Uhr im Ratssaal statt.

100 Prozent: Traumergebnis für den Bürgermeister

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Erstellt:
27. Januar 2020, 00:00 Uhr
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