„Absoluter Königstransfer“ für den VfL Nagold

In Carlos Konz kommt vom Regionalligisten TSG Balingen ein Innenverteidiger mit Gardemaß zum Landesligisten nach Nagold. Der Neue will mit dem VfL-Team auch schnell in die Verbandsliga aufsteigen.

Jürgen Klemenz

Sichtlich stolz präsentiert VfL-Coach Armin Redzepagic (rechts) den ehemaligen Regionalliga-Spieler Carlos Konz als Neuzugang GB-Foto: gb

Sichtlich stolz präsentiert VfL-Coach Armin Redzepagic (rechts) den ehemaligen Regionalliga-Spieler Carlos Konz als Neuzugang GB-Foto: gb

Die Freude war gestern Nagolds Trainer Armin Redzepagic sichtlich anzumerken. „Das ist unser absoluter Königstransfer. Wir sind glücklich, dass wir uns so einen dicken Fisch angeln konnten“, sagte ein hochzufriedener Redzepagic, nachdem Carlos Konz vom Regionalligisten TSG Balingen für die kommende Saison zugesagt hat. „Wir waren schon länger im Gespräch, da aber die Regionalliga-Runde noch läuft, mussten wir uns noch gedulden. Seine Zusage war Balsam auf der Seele, der absolute Jackpot“, so der Nagolder Coach.

Aber der Konz-Transfer hat auch seine Schattenseite: Bisher war Armin Redzepagic der Größte beim VfL Nagold, doch der 1,91 Meter messende Trainer muss künftig zu seinem Innenverteidiger aufschauen, denn Carlos Konz ist mit 1,95 Meter noch vier Zentimeter größer als der Coach. Redzepagic schmunzelt: „Ein Innenverteidiger mit Gardemaß, mit einem starken linken Fuß, der bei Standards mit nach vorne geht, ein Spieler mit Qualität und Erfahrung. Damit nimmt er automatisch die Rolle des Chefs unserer Viererkette ein.“

Ein Rebmann „im Homeoffice“
würde dem VfL erhalten bleiben

Erst zwei Tage vorher hat der VfL den brasilianischen Innenverteidiger Maximiliano Oliveira (31) als Neuzugang präsentiert (wir berichteten). Damit hat der VfL mehr als nur einen adäquaten Ersatz für Valentin Asch (wird Spielertrainer in Gündringen) und Maximilian Fröhlich (er legt aus familiären Gründen eine Zwangspause ein) gefunden. Erfreulich aus Nagolder Sicht zudem: Auf Matthias Rebmann, der Richtung Stuttgart umgezogen ist, muss Nagold wohl doch nicht ganz verzichten. Wenn Rebmann weiter im Homeoffice arbeiten kann, wird es ihm möglich sein, zwei bis dreimal die Woche ins Training zu kommen. Somit stünde er weiterhin im Landesliga-Kader.

Der 24-jährige Carlos Konz spielte in der Jugend zunächst beim TSV Frommern und dann bis 2013 beim SSV Reutlingen, ehe er aus der U17 des SSV zur TSG Balingen kam. Seit 2016 spielte er bei den TSG-Aktiven, war vergangene Saison in 15 der bis zum Saisonabbruch gespielten 23 Spiele als absolut zuverlässiger Innenverteidiger dabei. In dieser Saison erkrankte er Mitte September an Corona, hatte auch beim Rundenstart in diesem Jahr in Januar noch an den Folgen der Covid-19-Infektion zu leiden und geriet dadurch ins Hintertreffen.

Als Carlos Konz dann wieder fit war, ist er umgeknickt und zog sich einen Bänderriss zu. Beim 2:1-Sieg im WFV-Halbfinale der Balinger gegen die Stuttgarter Kickers am Dienstag dieser Woche saß er zumindest wieder auf der Bank. Was Armin Redzepagic besonders imponierte: „Schon in den ersten Gesprächen zeigte sich trotz des Liga-Unterschieds Carlos Konz als Nagold-Kenner, wusste Bescheid, was in Nagold läuft, die Konstellation in den letzten Jahren und die Kaderzusammenstellung.“ Das rührt daher, dass zwei Spieler, Lysander Skoda und Niklas Schäuffele, mit ihm zusammen in Balingen gespielt haben. Die Freundschaft blieb erhalten, Skoda ist zudem in Tübingen ein Studienkollege und die beiden bilden künftig eine Fahrgemeinschaft.

„Sein Wissen über uns und sein Interesse am Verein stimmen mich sehr zuversichtlich, dass sich Carlos sehr schnell integrieren wird. Er wusste auch, dass wir ein gefühlter Verbandsligist sind und zwei Jahre in Folge durch Corona ausgebremst wurden bei unserem Vorhaben, wieder in die Verbandsliga aufzusteigen. Carlos will kommende Runde mit uns aufsteigen, das ist das erklärte Ziel“, so Redzepagic. Mit der Verpflichtung der beiden Innenverteidiger in dieser Woche ist die Kaderplanung beim VfL so gut wie abgeschlossen. Gesucht wird noch ein spielender Co-Trainer, nachdem der bisherige Co. von Redzepagic, Pascal Reinhardt, zum Verbandsligisten FC Holzhausen wechselt. „Wir wollen einen Spieler mit Erfahrung von außen zu uns lotsen. Und wenn sonst noch jemand zu uns kommen will, sind wir auch nicht abgeneigt. Die Runde mit 20 Mannschaften wird ziemlich lang und anstrengend, da kommt man mit einem 18-Mann-Kader nicht durch“, sagt der Coach.

Nachdem die Inzidenzwerte im Landkreis Calw jetzt permanent in dieser Woche unter der 100er-Marke sind, will Nagold in der kommenden Woche wieder ein lockeres Training aufnehmen. Zuletzt wurde das ziemlich reduziert, zumal ja nicht absehbar war, wann überhaupt wieder gespielt werden kann. „Die Jungs sind aber heiß, wieder auf den Platz zu dürfen“, sagt der Coach. Die Spieler, die nicht geimpft oder genesen sein, müssen einen tagesaktuellen Test mitbringen.

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Erstellt:
21. Mai 2021, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 10sec

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