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Als „Anführerin“ für das Team enorm wichtig

Die Planungen bei den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg für die kommende Saison laufen auf Hochtouren. Während die Mannschaft von Mike Leibssle derzeit sportlich die Basis legt, basteln im Hintergrund die Verantwortlichen eifrig am Kader für die nächste Runde. Eine Personalie ist diesbezüglich vom Tisch, denn Carolin Tuc gab für ein weiteres Jahr ihre Zusage bei den SG-Kuties.

Carolin Tuc(SG H2KuHerrenberg) zeichnet sich laut Trainer Mike Leibssle durchihren „unbändigen Willen“ ausGB-Foto (Archiv): Eibner

Carolin Tuc (SG H2Ku Herrenberg) zeichnet sich laut Trainer Mike Leibssle durch ihren „unbändigen Willen“ aus GB-Foto (Archiv): Eibner

Damit geht Carolin Tuc bereits in ihr viertes Jahr bei der SG H2Ku Herrenberg. Zur Saison 2017/18 war die Rückraumspielerin von den Schwaben Hornets Nellingen nach Herrenberg gewechselt, hatte davor insgesamt zehn Jahre bei der TuS Metzingen verbracht. Von den D-Juniorinnen bis zur ersten Mannschaft war das 1,71 Meter große Energiebündel ein fester Bestandteil beim Erstligisten in Metzingen, ehe sie über Nellingen – ebenfalls in der Ersten Bundesliga – schließlich in der Gäustadt landete. „Der Trainingsaufwand war nicht mehr mit meinen beruflichen Ambitionen kombinierbar“, erklärt Tuc ihren selbst gewählten „Abstieg“.

Bei der SG H2Ku Herrenberg passt die Kombination „Beruf und Hobby“ derzeit perfekt. Als Projekteinkäuferin bei einer Pfullinger Firma hat es die gebürtige Reutlingerin weder nach Hause noch ins Training weit. „Die letzten Jahre war das anders, da bin ich vom Job in Stuttgart ins Training nach Herrenberg gehetzt“, ist die 28-Jährige seit rund einem halben Jahr nun rundum zufrieden. „Jetzt passt alles. Das war ein ganz wichtiger Entscheidungsfaktor, warum ich für ein weiteres Jahr bei der SG zugesagt habe.“

Auch der Spaß am Handball spielte eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung – und natürlich die Gesundheit. Nach zwei schweren Knieverletzungen hat sich Carolin Tuc in den vergangenen Wochen wieder langsam an die volle Belastung herangetastet. „Das Knie hält, und ich habe auch keine Beschwerden mehr, aber ich muss auch an den trainingsfreien Tagen viel für Mobilität und Stabilität tun.“ Über alles Weitere musste sie dann gar nicht lange nachdenken. Denn sportlich fühlt sich Carolin Tuc in Herrenberg pudelwohl. „Mir gefällt es hier in Herrenberg sehr. Die Atmosphäre ist cool, und die Mädels sind mir mit der Zeit allesamt ans Herz gewachsen. Wir verstehen uns super.“

Umso bedauerlicher sei aber gerade deswegen das aktuell durchwachsene Abschneiden. „Mit der sportlichen Situation bin ich überhaupt nicht zufrieden“, geht Carolin Tuc ins Detail. „Wir haben so ein tolles Team, bekommen es aber derzeit nicht aufs Feld.“ Woran das liege? „Keine der Spielerinnen ruft aktuell ihr wahres Potenzial ab“, nimmt sich Tuc selbst nicht raus aus der Kritik. „Alle sind mit sich selbst beschäftigt, so dass in vielen Spielszenen einfach das Timing nicht mehr passt. Eine jede von uns muss sich so schnell wie möglich fangen, Halt finden und dann der Nebenfrau auch Halt geben.“

Genau diese Art und Weise der Analyse und Herangehensweise schätzt Mike Leibssle an seiner Nummer sieben, ihren „unbändigen Willen. Caro marschiert gerne vorneweg, motiviert und pusht ihre Mitspielerinnen“. Deshalb ist der Herrenberger Trainer auch „heilfroh, dass sie auch in der nächsten Saison meine Spielerin bleibt. Caro ist variabel einsetzbar, spielt dabei aber immer mannschaftsdienlich. In der Abwehr hält sie den Laden zusammen, vorne hat sie immer das Auge für ihre Nebenfrau“. Mike Leibssle kennt Carolin Tuc bereits seit gemeinsamen Zeiten bei den „Tussies“ in Metzingen und ist ein großer Fan seiner Regisseurin. „Caro ist eine unheimlich erfahrene Spielerin, darüber hinaus auch abseits der Sporthalle ein toller Mensch.“

Mit gerade einmal 28 Jahren ist sie aktuell sogar die älteste Spielerin im Kader des Gäuteams. Ein Umstand, der sie schmunzeln lässt: „So alt komme ich mir gar nicht vor. Wenn ich gemeinsam mit den Mädels auf dem Platz stehe, fühle ich mich deutlich jünger.“ Das Gute sei, so Carolin Tuc weiter, dass bei der SG „auch die jüngeren Spielerinnen Verantwortung übernehmen. Das verteilt sich hier auf mehrere Schultern, so dass ich nicht die Mutter der Nation spielen muss“. Dennoch ist sie mit all ihrer Erfahrung für den Herrenberger Coach nahezu unersetzlich, denn im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga komme es auf kühle Köpfe an. „Caro ist in der aktuellen Situation für unsere Mannschaft als Anführerin immens wichtig“, baut Leibssle im Kampf um den Klassenerhalt auf die Reife seiner Spielmacherin.

Carolin Tuc weiß um ihre exponierte Rolle und scheut sich auch nicht voranzugehen. In den verbleibenden zwölf Saisonspielen will sie so schnell wie möglich den Klassenerhalt eintüten und dann in der kommenden Runde „wieder angreifen. Die obere Tabellenhälfte ist definitiv machbar und muss eigentlich auch unser Anspruch sein“. Um all das zu erreichen, will Carolin Tuc im Kreis der Mannschaft auch weiterhin lautstark für Rabatz sorgen. „Ich gebe zu, ich bin auf dem Feld nicht die Leiseste, aber das will ich auch gar nicht sein.“

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Erstellt:
12. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 17sec

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