Auch die Bondorf Bulls scharren mit den Hufen

Mehrere Hundert Zuschauer pro Spiel wollten die Bondorf Bulls in ihrer Premieren-Saison im vergangenen Jahr sehen. Am 3. Mai wäre für die American Footballer eigentlich der Start in die neue Runde gewesen. Doch daraus wird aufgrund der Corona-Pandemie nichts. Der Verband hat den Spielbetrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Auch die American Footballer fragen sich, wann der Sport wieder Fahrt aufnehmen kann GB-Foto (Archiv): Schmidt

Auch die American Footballer fragen sich, wann der Sport wieder Fahrt aufnehmen kann GB-Foto (Archiv): Schmidt

Eigentlich war alles gerichtet. „In der Woche, bevor die Sportplätze geschlossen wurden, waren wir im Trainingslager in Albstadt“, berichtet Moritz Fritsch, Abteilungsleiter und Spieler der Bondorf Bulls. Die Euphorie nach der tollen Premierensaison war groß, der Tatendrang nach der fast abgeschlossenen Vorbereitung nicht weniger ausgeprägt. Zumal das Team in diesem Jahr nach einer Ligenreform nicht mehr in der untersten Spielklasse an den Start gehen muss. „Wir sind jetzt in der Kreisliga A“, verkündet Fritsch. Die schwächeren Teams der vergangenen Saison der Kreisliga messen sich jetzt mit den Neulingen in der Kreisliga B. Die stärkeren Mannschaften, zu denen die Bulls als Tabellen-Dritter gehörten, dürfen in der Kreisliga A antreten. „Das fühlt sich natürlich besser an“, meint Fritsch.

Am besten würde es sich für ihn und seine Sportkameraden allerdings anfühlen, wenn sie wieder auf den Sportplatz dürften. Doch daraus wird vermutlich so schnell nichts. Zurzeit sind die Sportplätze für Nicht-Profis noch gesperrt. Zwar werden auf Bundes- und Landesebene erste Stimmen laut, die nach dem Spitzensport auch den Amateuren wieder den Trainingsbetrieb ermöglichen wollen. Doch gerade in den Kontakt- und Mannschaftssportarten wird es ein weiter Weg zurück zum normalen Trainings- und Spielbetrieb sein. Der American Football und Cheerleading-Verband Baden-Württemberg hat den Wettkampfbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Am 3. Mai wären die Bulls bei den Pforzheim Wilddogs II in die Saison gestartet. Am 9. Mai hätte es im Heimspiel gegen die Ravensburg Razorbacks zum ersten Mal in diesem Jahr auf der Ranch in Bondorf wieder richtig rund gehen sollen. Der Bulls-Fan weiß es und der Laie ahnt es: Als ihre Ranch bezeichnen die Bulls den Bondorfer Sportplatz. Für den 22. August ist das letzte Saisonspiel terminiert. Es ist absehbar, dass der Spielplan in weiten Teilen geändert werden muss.

Für die Bondorf Bulls wären die Spielverlegungen an sich kein großes Problem. „Wir haben die Termine zwar mit den anderen Abteilungen des SV Bondorf abgesprochen, aber das bekommen wir schon hin“, ist der Abteilungsleiter optimistisch. „Ein riesiges Problem sind aber die Schiedsrichter.“ Es gibt zu wenige qualifizierte Unparteiische. Wenn sich die Begegnungen im Herbst ballen sollten, ist das Pensum für die Referees nicht mehr zu bewältigen. „Das ist für mich der spannendste Punkt“, sagt Fritsch. Finanziellen Schaden befürchtet man bei den Bulls auch bei einer möglichen Absage der Saison nicht. „Das wäre finanziell nicht tragisch für uns.“

Aber sportlich würde der Faden reißen. Die Bulls haben im Vergleich zur Vorsaison kaum Spieler verloren, das Trainerteam wurde gehalten und verstärkt. Neben Headcoach Maren Beuttler (auch Offensiv Coordinator) sollen Kris Alvarez (Defensive Coordinator), Charly Dunnigan (Offensive Line Coach), Chris Valdez (RunningBack Coach), Urbahn Rosas (Strength Coach), Raffael Adler (Defensive Line Coach), Andreas Müller (Offensive Line Coach) und Jerry Arehart dafür sorgen, dass die Bulls die Gegner nach allen Regeln der Kunst auf die Hörner nehmen. Auch sie scharren mit den Hufen und hoffen, dass sie ihr Team so schnell wie möglich wieder coachen dürfen.

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Erstellt:
27. April 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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