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Aufbruch zu neuen Ufern

Nach zwölf Jahren verlässt die Gemeindereferentin Irmhild Sittard die katholische Kirchengemeinde im Gäu. Künftig hat die Öschelbronnerin ihr Büro als Gemeindereferentin in Nagold, im Pfarramt St. Peter und Paul. Am kommenden Sonntag, 12. Januar, wird Sittard in Nebringen verabschiedet.

Irmhild Sittard freut sich darauf, wieder mehr pastorale Aufgaben übernehmen zu können GB-Foto: Schmidt

Irmhild Sittard freut sich darauf, wieder mehr pastorale Aufgaben übernehmen zu können GB-Foto: Schmidt

„Im letzten Jahr habe ich immer wieder gemerkt, wie sich Routine eingestellt hat. Und das wird den Menschen nicht gerecht“, erläutert die 52-Jährige gegenüber dem „Gäubote“ ihre Motivation für den Wechsel. Als sie im September gehört habe, dass in Nagold eine Stelle frei wird, „fingen die Überlegungen ganz konkret an“. Mitte September bewarb sie sich, Ende Oktober hatte sie die Zusage.

Der Abschied falle ihr nicht leicht, aber sie halte es mit Meister Eckhart, sagt sie: „Und plötzlich weißt du, es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ Am 2. Februar tritt Sittard ihre neue Stelle an. Manches wird sich überschneiden mit ihren Tätigkeiten im Gäu, manches wird eine Premiere. „Zum ersten Mal in meiner 26-jährigen Dienstzeit bin ich für die Firmung zuständig und für den Beerdigungsdienst.“ Ein Bereich fällt dafür komplett weg: „Ich bin nicht mehr so viel in Gremien.“ Runde Tische, Kirchengemeinderat, Ausschusssitzungen füllten bisher so manchen Abend.

Aufgewachsen ist die zweifache Mutter in Schwäbisch Gmünd. In der elften Klasse verließ sie nach den Pfingstferien das Gymnasium ohne Abitur. „Um eine Lehre zu finden war ich zu spät dran, deswegen bin ich ein Jahr lang auf eine kaufmännische Fachschule gegangen und habe danach eine Lehre als Industriekauffrau gemacht“, erzählt sie. Nachdem sie drei Jahre lang im Beruf gearbeitet hatte, „kam auch so ein Moment, wie jetzt mit der Routine“. Ohne Abitur, dafür mit abgeschlossener Lehre und Berufserfahrung studierte Sittard von 1987 bis 1992 in Freiburg Religionspädagogik, „denn Theologie war mir zu theoretisch, ich wollte immer die Religion zu den Menschen bringen“. Ihre erste Stelle trat sie in Reutlingen an, blieb dort sieben Jahre – auch da hieß das Pfarramt St. Peter und Paul. Wegen der günstigeren Bauplätze zog die Familie nach Öschelbronn. Irmhild Sittard blieb zunächst zu Hause, gab aber in Grundschulen Religionsunterricht und gründete ehrenamtlich gemeinsam mit anderen Müttern die Kinderkirche.

Als die damalige Gemeindereferentin in Elternzeit ging, ergriff Sittard die Chance, bewarb sich – und wechselte im Jahr 2008 vom Ehrenamt ins Hauptamt. Für die pastoralen Aufgaben ist sie zuständig. Das Aufgabengebiet ist groß und breit gefächert: Als Gemeindereferentin mit einer 75-Prozent-Stelle übernahm Sittard Aufgaben des Pfarrers, war Fachaufsicht der Sekretärinnen, zuständig für die Seelsorge in Bondorf und für die Taufkatechse und organisierte die Sternsinger-Aktionen: „Das war mein Highlight.“

In der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal werde sie für Nagold und Wildberg Ortsbegleiterin sein, ökumenische Aufgaben übernehmen, Gottesdienste halten. „Ich freue mich, wieder mehr pastorale Aufgaben zu übernehmen und nicht mehr so viel in Gremien zu sein.“

Vermissen werde sie vor allem die vielen Menschen, die sich mit ihrer Zeit und ihren Talenten eingebracht haben und das nach wie vor tun. Es sei nicht ihre Sache gewesen, in der Kirche zu warten, bis die Menschen kommen. Sondern da hinzugehen, wo die Menschen sind und mit Vereinen, der Gemeinde etwas zu entwickeln.

Am kommenden Sonntag, 12. Januar, um 10.30 Uhr wird Irmhild Sittard in einem Gottesdienst in der Nebringer Auferstehungskirche verabschiedet. Danach gibt es bei einem Ständerling Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden.

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Erstellt:
10. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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