Bis zu fünf Absteiger drohen in der Bezirksliga
Fußball: Staffeleinteilung für die kommende Spielrunde 2021/22 bringt für die Vereine eine dicke Überraschung. Bezirksspielleiter Rainer Winkler will für vermehrten Landesliga-Abstieg gewappnet sein
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Der SV Nufringen (links) war einer der Clubs, die letztes Jahr im Abstiegskampf der Bezirksliga stecktenGB-Foto (Archiv): Schmidt
Am späten Samstagabend verschickte der neue Bezirksspielleiter Rainer Winkler (Unterjettingen) an die Vereine im Bezirk Böblingen/Calw die Staffeleinteilung für die kommende Spielrunde 2021/22. Neben der überraschenden Tatsache, dass wieder mit sechs B-Liga-Staffeln gespielt wird, wird den Bezirksliga-Vereinen vor allem die mitgelieferte Auf- und Abstiegspyramide ins Auge stechen. Denn dort hat Winkler die Zahl der Absteiger auf bis zu fünf Mannschaften veranschlagt. Diese Zahl ist allerdings in Klammern gesetzt, sprich, nur wirksam bei einem vermehrten Abstieg von dem Bezirk zugehörigen Vereinen aus der übergeordneten Landesliga-Staffel 3.
Auf „Gäubote“-Anfrage verteidigt Rainer Winkler diesen „Worst case“, also den am schlimmsten anzunehmenden Fall: „In dieser Saison können aus der 20er-Staffel der Landesliga bis zu sechs Vereine absteigen. Da muss ich unten einen Puffer einbauen.“ Die Bezirksliga, die übrigens mit dem Nagolder Zeljko Klinec einen neuen Staffelleiter bekommt, hatte sich im Sommer eigentlich schon auf eine entspannte Saison eingestellt, was den Abstiegskampf angeht. Denn durch den Rückzug von Fortuna Böblingen und den Zusammenschluss der SG Teinachtal durch die beiden Bezirksligisten SG Neuweiler/Oberkollwangen und SV Breitenberg/Martinsmoos (beide Kreis Calw) geriet das Bezirksoberhaus unverhofft in ein sogenanntes „Unter-Soll“. Die Saison wird mit nur 15 statt 16 Teams bestritten, deshalb wurde bislang angenommen, dass es statt der bislang üblichen zwei Absteiger nur ein Team geben würde, das direkt in die A-Liga runter müsste.
Zahl der Absteiger hängt vom
Geschehen in der Landesliga ab
Winkler hat in der Abstiegspyramide nunmehr die Soll-Zahl von zwei Absteigern angegeben. Die wird allerdings nur ausgeschöpft, wenn mindestens ein Bezirksverein aus der Landesliga absteigt. Zur Erinnerung: In der von Corona gebeutelten letzten Saison spielten mit dem GSV Maichingen, dem TV Darmsheim und der Spvgg. Holzgerlingen gleich drei Bezirksclubs gegen den Abstieg. Wenn noch mehr Clubs als Direktabsteiger hinzukommen – denn mit VfL Nagold, FC Gärtringen, TSV Ehningen und SV Böblingen hat der Bezirk noch vier weitere Vertreter in der Staffel 3 – dann würde sich die jeweilige Zahl der Absteiger auch im Bezirksoberhaus je nach Saisonverlauf sofort erhöhen. Eben bis zu fünf Mannschaften. Die Unsicherheit, dass in einer 15er-Staffel fast ein Drittel absteigen könnte, liegt nun wie ein Damoklesschwert über der nächsten Saison. Rainer Winkler weiß nur zu gut, dass dies einigen Clubs nicht schmecken wird: „Dies alles ist natürlich auch der Aufstockung der Ligen in der ersten Corona-Saison geschuldet.“ Was zutrifft, denn in der Vergangenheit stiegen aus der Landesliga höchstens vier Clubs auf Bezirksebene ab.
Der neu gewählte Bezirksspielleiter ist mit der Erhöhung der möglichen Absteigerzahl – im Extremfall waren es nie mehr als vier Mannschaften – auf der sicheren Seite, was das Erreichen der Soll-Zahl angeht. Das dürfte auch der Württembergische Fußballverband (WFV) unterstützen, denn im Vorgriff auf die anstehende Strukturreform sollen die Bezirke bis in zwei oder drei Jahren in allen Gebieten wieder die normale Soll-Stärke erreicht haben. Während einige Bezirke den vermehrten Abstieg über mehrere Jahre anwenden, fährt der Bezirk Böblingen/Calw nunmehr die „harte Tour“. Denn von nur einem Absteiger bis zu fünf Absteigern ist es eine breite Spanne, die den Existenzkampf im Bezirksoberhaus zusätzlich befeuern wird.
Zurück zum alten System heißt es dagegen bei den B-Liga-Staffeln (siehe dazu auch nebenstehenden Artikel). Hier wurden die 78 gemeldeten Clubs wieder in sechs Staffeln eingeteilt. Was zwangsläufig zur Folge hat, dass die Calwer B-1-Staffel mit nur elf Vereinen spielt, also weitaus weniger Spielbetrieb aufweist als im vergangenen Jahr, als es 15 Vereine waren. Die „Gäu-Staffel“ der B4 spielt mit 13 Mannschaften. Während der SV Bondorf, der TSV Dagersheim II und der SV Magstadt ohne Reserve antreten, sind es immerhin zehn Clubs die mit einer zweiten Mannschaft antreten und so einen einigermaßen regelmäßigen Reservespielbetrieb gewährleisten.
Als neue Staffelleiter konnte der Bezirk für den Aktivenbereich Siegfried Schall aus Altensteig-Wart (zuvor Jugend-Staffelleiter) und Michael Rathgeb (Abteilungsleiter TV Altdorf) gewinnen. Rathgeb übernimmt von Rainer Winkler, der sich auf seine Arbeit als Bezirksspielleiter konzentrieren wird, die Kreisliga A2 und die nunmehr wieder neu installierte B-6-Staffel.
Der gemeinsame Staffeltag aller Vereine wird Ende Juli in Möttlingen (Kreis Calw) als Präsenzveranstaltung abgehalten, der genaue Termin steht laut Bezirksvorsitzenden Roland Ungericht (Rotfelden) noch nicht fest.