Der Reisemobil-Tourismus boomt weiter

Der Caravaning-Tourismus in Deutschland erreicht neue Rekordwerte. 2025 wurden rund 56 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und 20 Millionen auf Stellplätzen gezählt.

Die Übernachtungszahlen auf Wohnmobil-Stellplätzen stiegen in denvergangenen zehn Jahren um rund 48 Prozent.Hier der Stellplatzbei Kitzingen am Main.GB-Foto: Denu

Die Übernachtungszahlen auf Wohnmobil-Stellplätzen stiegen in den
vergangenen zehn Jahren um rund 48 Prozent. Hier der Stellplatz
bei Kitzingen am Main. GB-Foto: Denu

Urlauber mit Reisemobil oder Caravan sorgten zugleich für fast 23 Milliarden Euro Umsatz für die heimische Wirtschaft, meldet der Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD) in einer Pressemitteilung.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) wurden 2025 rund 56 Millionen Gästeübernachtungen (plus 13 Prozent) auf deutschen Campingplätzen registriert. Hinzu kamen etwa 20 Millionen Übernachtungen auf Stellplätzen außerhalb von Campingplätzen. Das sind rund 48 Prozent mehr als 2016. Beide Werte markieren neue Höchststände.

Auch bei den wirtschaftlichen Effekten wurde ein neuer Rekord erreicht. Caravaning-Urlauber bescherten der deutschen Wirtschaft 2025 einen Umsatz von fast 23 Milliarden Euro. 2024 waren es noch rund 21 Milliarden Euro. Gegenüber dem Wert aus 2015 entspricht das sogar einem Zuwachs von rund 80 Prozent. „Die neuen Rekordwerte zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung Caravaning inzwischen für Wirtschaft und Tourismus in Deutschland hat. Fast 23 Milliarden Euro Umsatz für die heimische Wirtschaft sind ein starkes Signal. Besonders wichtig ist, dass ein erheblicher Teil dieser Wertschöpfung direkt in den Urlaubsregionen ankommt. Davon profitieren Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitangebote und lokale Dienstleister. Gerade für kleinere Kommunen und ländliche Räume eröffnet Caravaning damit große wirtschaftliche Chancen“, erklärte Dr. Holger Siebert, Vizepräsident des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), auf dem Caravan Salon 2026 in Düsseldorf.

Durch Caravaning verteilt sich die touristische Nachfrage zudem breiter über das Land. Urlauber mit Reisemobil oder Caravan besuchen neben klassischen Ferienregionen auch kleinere Orte, ländliche Räume und weniger frequentierte Destinationen. So entsteht zusätzliche Wertschöpfung auch abseits der bekannten touristischen Zentren.

Eine Schlüsselrolle spielen hierbei Stellplätze. Sie ergänzen die bestehende Campinginfrastruktur und schaffen zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten. Weil Stellplätze in der Regel kleiner und weniger komplex als Campingplätze sind, lassen sich neue Angebote häufig mit vergleichsweise überschaubarem Planungs- und Investitionsaufwand realisieren. Für Kommunen und private Investoren bieten sie damit eine attraktive Möglichkeit, das touristische Potenzial des Caravanings stärker zu nutzen.

Deutschland ist nicht nur touristisch, sondern auch beim Fahrzeugbestand Europas Caravaning-Nation Nummer eins. Weit über 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge sind hierzulande zugelassen. Auch die aktuellen Neuzulassungszahlen zeigen, dass sich der Freizeitfahrzeugmarkt trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds bemerkenswert resilient präsentiert.

Von Januar bis Juli 2026 wurden in Deutschland 63 329 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem leichten Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Angesichts schwacher Konjunktur, verhaltener Konsumstimmung und geopolitischer Unsicherheiten bleibt der Rückgang damit überschaubar. Bei den Reisemobilen wurden 50 118 Fahrzeuge neu zugelassen, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Caravans kamen auf 13 211 Neuzulassungen, ein leichtes Minus von 1,9 Prozent.

„Schwache Konjunktur, verhaltene Konsumstimmung und geopolitische Unsicherheiten machen das wirtschaftliche Umfeld derzeit alles andere als einfach. Umso bemerkenswerter ist, wie widerstandsfähig sich unsere Branche zeigt. Europaweit liegen die Zulassungen nahezu auf Vorjahresniveau, bei den Reisemobilen sogar leicht darüber. Vor allem aber bleibt die Begeisterung für den mobilen Urlaub ungebrochen. Caravaning gibt den Menschen Freiheit und Flexibilität und zugleich die Möglichkeit, Reise und Budget selbst zu planen. Gerade in unsicheren Zeiten ist das besonders wertvoll“, erklärt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD.

Der Caravaning Industrie Verband ist die Interessenvertretung des industriellen Zweigs der deutschen Caravaningbranche. Der Verband wurde 1962 gegründet.