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Der Trainerjob ist kein Neuland

Mit Spannung sieht das Männer-Bezirksliga-Team der SG Nebringen/Reusten der am Wochenende startenden Hallenrunde entgegen. Zum ersten Mal hat der bisherige Co-Trainer Marc Büchsenstein das Sagen. Für den 29-jährigen Altinger ist der Job als Übungsleiter aber kein Neuland.

Der Trainerjob ist kein Neuland

Marc Büchsenstein trägt als Trainer der ersten Männermannschaft bei der SG Nebringen/Reusten nun die alleinige Verantwortung GB-Foto (Archiv): Vecsey

Über seine Mutter Gabi Büchsenstein, die viele Jahre lang im Mini-Bereich als Betreuerin beim TGV Reusten tätig war, kam Marc Büchsenstein schon von kleinauf mit dem Handballsport in Berührung. Der Kreisläufer feierte in der B- und A-Jugend mit dem Jahrgang 1990 zwei Meistertitel auf Bezirksebene und hoffte auf eine erfolgreiche Aktivenkarriere. Doch drei Kreuzbandrisse innerhalb von wenigen Jahren, zweimal im linken und einen im rechten Knie, stoppten die Laufbahn von Marc Büchsenstein, noch ehe sie richtig begonnen hatte.

Einmal erwischte es ihn im letzten Training vor dem Rundenstart bei der damals von Jens Hipp betreuten SG Nebringen/ Reusten. Als Hipp in der Runde 2012/13 ein Trainerangebot beim Landesliga-Aufsteiger TV Aixheim angenommen hatte und mit dem Verein aus dem Bezirk Neckar/Zollern den Klassenerhalt geschafft hatte, schloss sich Büchsenstein den Aixheimern an. Im ersten Landesliga-Spiel seiner Karriere zog er sich September 2014 einen weiteren Kreuzbandriss zu. „Das sollte es mit dem Handball gewesen sein“, war damals sein erster Gedanke. Aber nur wenige Wochen später klingelte das Telefon, sein ehemaliger Nebringer Spielerkollege Dominic Brucker hatte berufsbedingt aufgrund einer neu angetretenen Rektorenstelle in der Jettinger Gemeinschaftsschule keine Zeit mehr, die SG-Zweite zu coachen.

Bereits als älterer Jugendspieler war Marc Büchsenstein ins Trainergeschäft eingestiegen, betreute ab 2007 eine weibliche D-Jugend und begleitete den Nachwuchs bis zur B-Jugend. In seinem letzten A-Jugend-Jahr fand das Team keinen Betreuer, so dass sich die Mannschaft um Oliver Beck, Manuel Bahlinger, Tim Gauß und Büchsenstein quasi selber trainierte und alleine zu den Auswärtsspielen fuhr. Büchsenstein: „Einige hatten ja schon den Führerschein.“

Mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit ausgestattet, nahm Marc Büchsenstein sodann die zweite Aktivenmannschaft unter seine Fittiche. Im Handball ist das gleichbedeutend mit großer Flexibilität, denn jedes Jahr rückten Spieler aus der Zweiten in die Bezirksliga-Mannschaft auf, so dass der Übungsleiter kaum auf einen konstant besetzten Kader zurückgreifen konnte. Im ersten Spieljahr mussten Büchsensteinund Co. zudem einen Dämpfer verkraften, wurde doch die Abstiegsrelegation gegen den TSV Ehningen verloren. Das Team musste in die Kreisliga A
absteigen.

Als Co-Trainer von Jens Hipp rückte Büchsenstein zum Spieljahr 2017/18 ins erste Glied auf. Da hatte der Altinger endgültig Blut geleckt. Er absolvierte einen Lehrgang zur Erlangung der Trainer-B-Lizenz und war in die Trainingsarbeit von Anfang an voll eingebunden. Büchsenstein: „Jens und ich hatten uns das Erstellen der Trainingspläne komplett geteilt. Das hat mir enorm viel gebracht. Es war aber klar, dass er in der Kabine und an Spieltagen das Sagen hat.“

Nun steht der Maschinenbautechniker als Trainer alleine auf der Kommandobrücke und ausgerechnet in dieser Phase steckt das Bezirksliga-Team der SG Nebringen/Reusten in einem größeren Umbruch. Mit Jens Weimer, Robin Theiss, Torwart Felix Waldhauser, Daniel Becker und Marius Baier haben fünf Stammkräfte aufgehört. Spielmacher Ruben Gesk ist zwar in den ersten Wochen noch mit von der Partie, wird dann aber studienbedingt in Wien und somit nicht mehr greifbar sein. „Immerhin haben wir mit Mario Müller einen Neuzugang“, schmunzelt Büchsenstein. Müller ist ein Rückkehrer, der Rechtsaußen-Spieler war vor über einem Jahr zum Lokalrivalen SG H2Ku Herrenberg III gewechselt, der aber durch den Abstieg der H2Ku-Zweiten nunmehr in die Bezirksklasse runter musste. Von der zweiten Mannschaft rücken Gjorgji Todorovski, Torwart Marius Bühler, Kolja Fritz, Moritz Klein und Nic Bartsch in die erste Mannschaft auf. Immerhin: Mit Benjamin Weimer, Oliver Beck und Manuel Bahlinger stehen Büchsenstein noch einige Routiniers zur Seite, auch Amil Besic, Denis Lock, Pascal Häckl, Marco Krauß und Patrick Stock haben schon mehrere Aktivenjahre auf dem Buckel.

Im Gegensatz zu den Vorjahren konnte der neue SG-Trainer mit seiner Mannschaft kontinuierlich im Sommer durchtrainieren. Zwar war die Sporthalle in Nebringen, die Hermann-Wolf-Halle, wie fast in jedem Sommer in den Ferien gesperrt, aber die neue Sporthalle bei der Ammerbucher Gemeinschaftsschule in Entringen stand für den Trainingsbetrieb durchgehend zur Verfügung. Die Halle hat inzwischen eine Freigabe vom Verband erhalten, allerdings konnte sie für die anstehende Hallenrunde als Spielstätte nicht mehr berücksichtigt werden.

Deshalb haben die SG-Verantwortlichen die Spieltage in 2019/20 komplett noch einmal in der Halle in Nebringen terminiert. Angedacht ist aber, in Zukunft Punktspiele in beiden Hallen abwechselnd auszutragen. „Auf jeden Fall“, betont Büchsenstein, „denn von den Entringer Halle versprechen wir uns auch einen Zugewinn von handballinteressierten Spielern aus Entringen, Pfäffingen oder Unterjesingen.“ Beim Saisonziel gibt er sich bescheiden: „Für uns wäre ein Mittelfeldplatz schon ein Erfolg. Hauptsache, wir haben nichts mit dem Abstieg zu tun.“

Das erste Rundenspiel der SG Nebringen/Reusten wird in der Bezirksliga am kommenden Samstag um 17.45 Uhr bei Landesliga-Absteiger SG H2Ku Herrenberg II (Markweghalle) angepfiffen.

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Erstellt:
11. September 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
11. September 2019, 00:00 Uhr

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