Die Zahl der Rohheitsdelikte ist deutlich rückläufig
Kreis Böblingen: Das Polizeipräsidium Ludwigsburg legte die Kriminalitätsstatistik für 2025 vor. Entgegen dem allgemeinen Trend sind die Fälle von Schulgewalt deutlich gestiegen. Die Aufklärungsquote fiel unter die Marke von 60 Prozent.
Die Rohheitsdelikte bilden immer noch den größten Teil der Straftaten. GB-Grafik: Polizei
Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen innerhalb des Polizeipräsidiums Ludwigsburg im vergangenen Berichtszeitraum nahmen die Fallzahlen im Jahr 2025 wieder deutlich um 6 093 Fälle und 14,3 Prozent ab. Im Landkreis Böblingen registrierte die Polizei 2715 Fälle (minus 15,3 Prozent). Mitursächlich für den Rückgang sind rückläufige Fallzahlen im Bereich der Rohheitsdelikte von 9 476 auf 7927 Fälle und hier insbesondere der Körperverletzungen von 6 016 auf 4 886 Fälle. Weiterhin ist ein Rückgang der Fallzahlen bei der Diebstahlskriminalität von 10 563 auf 9121 Fälle festzustellen, hier fast ausschließlich im Bereich des einfachen Diebstahls. Alleine der einfache Ladendiebstahl verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme von 2 645 auf 2 013 Fälle. Ferner gingen Vermögens- und Fälschungsdelikte von 6 934 auf 5 662 Fälle zurück und hier insbesondere die Fallzahlen des sonstigen Warenkreditbetrugs. Rückgänge zu verzeichnen waren auch bei Rauschgiftdelikten, Beleidigungen und Gewalt gegen Polizeibeamte. Eine Zunahme ist dagegen bei den Straftaten gegen das Leben von 27 auf 35 Fälle festzustellen. Ebenso nahmen im Bereich der sonstigen Straftatbestände die Sachbeschädigungen von 5 490 auf 5 810 zu.
Weniger Tatverdächtige in allen Altersgruppen
Auch die ausländerrechtlichen Verstöße entwickelten sich im Präsidiumsbereich analog dem Landestrend, mit gegenläufiger Entwicklung in den Landkreisen: Während im Landkreis Böblingen ein Rückgang um 163 Fälle (minus 34,7 Prozent) zu verzeichnen war, stiegen im Landkreis Ludwigsburg die Fallzahlen um 27 (plus 14,6 Prozent). Landesweit nahmen die ausländerrechtlichen Verstöße um 13,7 Prozent ab.
Nach nahezu kontinuierlicher Verbesserung der Aufklärungsquote (Straftaten gesamt) in den vergangenen Jahren nahm sie im Berichtsjahr um 5,3 Prozentpunkte ab und fiel im Vergleichszeitraum erstmals wieder unter die Marke von 60 Prozent. Im Landkreis Böblingen belief sie sich auf 62,6 Prozent (minus 5,1 Prozentpunkte).
In allen Altersgruppen sind weniger Tatverdächtige festzustellen, wie die Polizei mitteilte. Den prozentual größten Rückgang verzeichneten die tatverdächtigen Jugendlichen mit einem Rückgang von 449. Bei nichtdeutschen Tatverdächtigen rangieren trotz rückläufiger Zahlen türkische Staatsangehörige sowohl präsidiumsweit als auch in beiden Landkreisen weiterhin mit großem Abstand an erster Stelle, gefolgt von Tatverdächtigen aus Rumänien, Italien, der Ukraine und Syrien. 45,7 Prozent aller Tatverdächtigen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Asylbewerber/Flüchtlinge an allen Tatverdächtigen beträgt 12,4 Prozent. 81,7 Prozent der Tatverdächtigen sind männlichen Geschlechts.
Die Schadenssumme im Präsidiumsbereich nahm im Berichtsjahr 2025 deutlich ab und reduzierte sich um 18 356 Euro (minus 29,4 Prozent). Insgesamt verursachten insbesondere Vermögens- und Fälschungsdelikte (26,5 Millionen) Diebstahlsdelikte (11,5 Millionen) hohe Schäden.
Die Straftaten gegen das Leben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um acht Fälle zu und befanden sich somit auf dem höchsten Stand im Vergleichszeitraum. Im Landkreis Böblingen nahmen die Straftaten gegen das Leben auf 10 Fälle (minus 1) zu, im Landkreis Ludwigsburg erhöhten sich die Straftaten dagegen um 9 Fälle. Bei den 35 Straftaten gegen das Leben handelte es sich um 10 (6) Morde, 22 (17) Totschlagsdelikte und 3 (3) fahrlässige Tötungen. 27 (20) Straftaten gegen das Leben blieben im Versuchsstadium.
Die Fälle von Schulgewalt nahmen im Jahr 2025 von 308 auf 285 Fälle ab, allerdings mit gegensätzlicher Entwicklung in den Landkreisen: Während im Landkreis Ludwigsburg ein deutlicher Rückgang festgestellt wurde (von 210 auf 173 Fälle), stiegen die Zahlen im Landkreis Böblingen von 98 auf 112.
Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle nahm im Präsidiumsbereich nach leichten Abnahmen im Vorjahr wieder um 34 Fälle zu. 42,6 Prozent der Wohnungseinbrüche blieben im Versuchsstadium. Trotz steigender Fallzahlen nahm der bei den Wohnungseinbrüchen verursachte Schaden präsidiumsweit im Vergleich zum Vorjahr von etwa 2,8 Millionen Euro auf knapp 1,8 Millionen Euro ab.
Die Aufklärungsquote im Präsidiumsbereich sank im Jahr 2025 auf 24,7 Prozent (-5,5 Prozentpunkte). Landesweit ging die Aufklärungsquote auf 17,6 Prozent (-1,4 Prozentpunkte) zurück. -pb-