Engelbergtunnel: Defekter Reifen als Brandursache?
Aufgebot an Rettungskräften vor dem Engelbergtunnel am Dienstag. GB-Foto: SDMG/Dettenmeyer
Kreis Böblingen – Nachdem die Oströhre des Engelbergtunnels nach dem gestrigen Brand (der „Gäubote“ berichtete) heute Morgen frei gegeben werden konnte, fließt der Verkehr auf der A 81 in Fahrtrichtung Heilbronn wieder durch den Tunnel. Die Weströhre in Fahrtrichtung Singen bleibt weiterhin gesperrt, informiert die Polizei in einer Pressemitteilung. Im morgendlichen Berufsverkehr brachte die Sperrung teilweise erhebliche Behinderungen mit sich.
Der Verkehr auf der BAB 81 aus Richtung Heilbronn kommend wird an den Anschlussstellen Stuttgart-Feuerbach beziehungsweise Stuttgart-Zuffenhausen ausgeleitet. Hier bildete sich am Morgen ein Rückstau für Lkw auf einer Länge von rund fünf Kilometern, der Pkw-Verkehr kam zähfließend voran.
Ein weiterer Rückstau von etwa drei Kilometern Länge bildete sich auf der A 8 aus Karlsruhe kommend im Fahrtrichtung München. Grund hierfür ist, dass die Überleitung auf die A 81 in Richtung Heilbronn infolge des gestrigen Brandes gesperrt werden musste. Der Verkehr aus Richtung Karlsruhe muss daher an der Anschlussstelle Leonberg-Ost die Autobahn verlassen, um an derselben Anschlussstelle auf die A 81 in Fahrtrichtung Heilbronn auffahren zu können. Hier griffen Einsatzkräfte der Polizei ein und regelten den Verkehr, bis die Ampelschaltungen umprogrammiert werden konnten.
Entlang der ausgeschilderten Umleitungsstrecken und insbesondere in den Stadtgebieten Ditzingen und Leonberg kam es zur Staubildung und dadurch zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Auch alle anderen Strecken (beispielsweise im Stadtgebiet Stuttgart), die von Ortskundigen zur Umfahrung genutzt werden sollten, waren entsprechend überlastet.
Ab etwa 11 Uhr am Mittwochmorgen beruhigte die Situation sich insgesamt etwas. Es ist aber zu vermuten, dass die Staus im abendlichen Berufsverkehr wieder zunehmen werden. So lange die Sperrung der Weströhre des Engelbergtunnels andauert, dürfte die gesamte Verkehrssituation angespannt bleiben. Zu einer möglichen Dauer wird sich die Autobahn GmbH noch äußern. Dem Fernverkehr wird empfohlen, den Bereich nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren, so die Polizei.
Der ausgebrannte Sattelzugauflieger wurde zwischenzeitlich von einem Abschleppdienst aus der Tunnelröhre geschleppt. Die verbrannten Überreste der Ladung, bei der es sich um etwa acht Tonnen Kühlschränke handelte, wurden in Schuttmulden verladen und ebenfalls abtransportiert.
Nach bisherigem Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass der Brand am Auflieger möglicherweise durch eine Reifenpanne entstanden ist. Infolge eines defekten Reifens entwickelte sich während der Fahrt mutmaßlich eine große Hitze am betroffenen Rad, welche letztlich zum Brand des Aufliegers führte. Als der Lkw-Fahrer dies entdeckte, stoppte er den Sattelzug kurz nach dem Tunnelportal. Die Hitzeentwicklung selbst dürfte jedoch schon deutlich vor der Einfahrt in den Tunnel begonnen haben. Zur genaueren Rekonstruktion des Unglückshergangs sucht die Verkehrspolizei Ludwigsburg nun Zeugen, die am Dienstag, 3. März zwischen 14. 10 Uhr und 14. 20 Uhr auf der A 81 zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Süd und dem Engelbergtunnel unterwegs waren und möglicherweise die Reifenpanne oder eine beginnende Rauchentwicklung an dem Sattelzugauflieger bemerkt haben.
Sachdienliche Hinweise nimmt die Verkehrspolizei unter Telefon (07 11) 68 69-0 oder per E-Mail an stuttgart-vaihingen.vpi@polizei.bwl.de entgegen. -pb-