Erneut illegaler Bauschutt abgeladen: Polizei ermittelt in Gültstein
Herrenberg/Deckenpfronn: Fälle häufen sich auch für die Polizei. Jetzt geht es um Fliesen, Ytongreste und Fliesen, vergangene Woche fand sich krebserregende Mineralwolle an einem Feldweg.
In Gültstein haben sich erneut unbekannte Täter ihres Bauschutts entledigt.GB-Fotos: Polizei
Wilder Müll und illegale Ablagerungen von Bauschutt, der teilweise als gesundheitsgefährdend eingestuft wird, beschäftigen derzeit verstärkt die Polizei und den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. Nun berichtet die Polizei von einem neuen Fall in Herrenberg.
Bereits am Freitag alarmierte ein Grundstücksbesitzer den Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, denn auf seiner Wiese war Baumaterial entsorgt worden. Die bislang unbekannten Täter hatten sich dafür eine Fläche angrenzend an einen geteerten Feldweg ausgesucht, der nördlich der Autobahnschlussstelle Herrenberg unter der Autobahn hindurchführt. Der Feldweg führt grob von Mönchberg in einem Bogen in Richtung Gültstein.
Ermittler hoffen auf Hinweise von Zeugen
Nach den bisherigen polizeilichen Erkenntnissen dürfte der Abfall zwischen dem 14. und 23. August dort abgelagert worden sein. Unter anderem handelt es sich um Rigipsplatten, teilweise vermutlich für Feuchträume, Eckschutzschienen, Beton- und Ytongreste, weiße Fliesen sowie Reste von nussbraunem Laminatboden und MDF-Platten.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landratsamts Böblingen und die Stadt Herrenberg wurden über die illegale Ablagerung informiert. Die Polizei bittet nun dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Angaben zur Herkunft des Abfalls oder zu den bislang unbekannten Verursachern machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer (0 70 31) 13-25 00 oder per E-Mail an ludwigsburg.pp@polizei.bwl.de zu melden.
Ob dieser Fall im Zusammenhang mit einer weiteren Umweltverschmutzung in Gültstein steht, ist derzeit unklar. Dort hatten ebenfalls unbekannte Täter drei Plastiksäcke mit Abfällen an einem Feldweg nahe der Kreisstraße 1036 abgestellt. Neben Altpapier und Kunststoffröhren beziehungsweise -leitungen befand sich auch Mineralwolle in den Säcken. Das Material gilt als hochgradig krebserregend. „Es ist schon sehr auffällig, wie sich das gerade häuft“, betonte dazu am Sonntag Polizeipressesprecherin Yvonne Schächtele.
Geklärt sind inzwischen die beiden illegalen Ablagerungen von Bauschutt im Wald bei Deckenpfronn. Im ersten Fall konnte der Verursacher ermittelt werden, (der „Gäubote“ berichtete). Der zweite Fall stellt sich mittlerweile anders dar als zunächst vermutet. Ein Mann hatte das Baumaterial auf seinem eigenen Waldgrundstück zwischengelagert. Dies sei nicht strafbar, teilte die Polizei mit. Der Mann habe sich zwischenzeitlich selbst bei der Polizei gemeldet, um den Sachverhalt aufzuklären.