FC Gärtringen gibt in Überzahl noch mal alles

Fußball: Landesligist siegt in der ersten Runde des WFV-Pokals mit 2:1 beim Ligarivalen Spvgg.Trossingen. Am kommenden Mittwoch steigt das attraktive Bezirksderby beim TV Darmsheim

Thomas Oberdorfer

Dezimiert in die Schlussphase: Vladimir Biller (Trossingen) foult Gärtringens Jonas Horvat (links) und bekommt dafür die Gelb-Rote Karte GB-Foto: Memmler/Eibner

Dezimiert in die Schlussphase: Vladimir Biller (Trossingen) foult Gärtringens Jonas Horvat (links) und bekommt dafür die Gelb-Rote Karte GB-Foto: Memmler/Eibner

Die Wiederholung ist geglückt: In der vergangenen Saison hat der FC Gärtringen in der ersten Runde des WFV-Pokals bei der Spvgg. Trossingen mit 2:0 gewonnen. Am Samstag siegte der FCG erneut in der ersten Runde, diesmal mit 2:1. Den ersten Treffer für die Gärtringer schoss Leutrim Goxhuli, der zweite resultierte aus einem Eigentor.

„Wir wollen weiterkommen, das ist ganz klar das Ziel“, hatte Gärtringens Trainer Hanjo Kemmler die Marschroute ausgeben. Dieses Pokalspiel war zugleich das erste Pflichtspiel des FC Gärtringen seit über acht Monaten, nachdem die vergangene Runde wegen der Corona-Pandemie zunächst ab November unterbrochen war und letztlich komplett annulliert wurde. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das Spiel. „Endlich geht es wieder um etwas“, sagte Kemmler im Vorfeld. Gärtringens Coach schickte eine ersatzgeschwächte Mannschaft in die Partie in Trossingen. In Lars Jäger, Besim Ramadani, Alexander Gans, Fabio Abbruzzese oder Ender Özcan fehlten Kemmler etliche Akteure, die getrost als Stammspieler zu werten sind. Letztlich machte sich Kemmler darüber nicht allzu viele Gedanken, schließlich haben alle Spieler, die in seinem Kader stehen, den Anspruch, landesligatauglich zu sein.

In der Anfangsphase bestimmte der FC Gärtringen die Partie. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, das Team hatte rasch die Kontrolle über das Spiel. Aus dieser Überlegenheit resultierte früh die 1:0-Führung für Gärtringen: Maikel Boric wurde etwa 20 Meter vor dem Trossinger Tor gefoult, Schiedsrichter Jonas Toranzo entschied auf direkten Freistoß. Leutrim Goxhuli nahm sich der Sache an, sein Schuss landete flach im rechten Eck (10.). Kemmler: „Leutrim hat das gut gemacht. Ich habe aber das Gefühl, dass die Mauer nicht richtig postiert war.“

Nach diesem Führungstreffer dominierte der FCG noch gut eine Viertelstunde die Partie, dann aber „schlich sich der Schlendrian bei uns ein“, bemängelte Kemmler. Die Gärtringer führten die Zweikämpfe nicht mehr konsequent, Kemmler nannte das Verhalten in den Duellen Mann gegen Mann in dieser Phase „läppisch“. In der Offensive lief nicht mehr viel zusammen, die Gärtringer agierten nicht mehr mutig und forsch, sondern zögerlich. Die Konsequenz: Die Trossinger kamen deutlich besser ins Spiel, der FCG hatte sie dazu förmlich eingeladen. Bei den zweiten Bällen war die Spvgg. nun präsenter, in den Zweikämpfen giftiger. „Trossingen ist eine robuste und zweikampfstarke Mannschaft“, sagte Kemmler, Trossingen war aber spielerisch nicht in der Lage, das Gärtringer Tor wirklich in Gefahr zu bringen. Da dem FCG im Angriff ebenfalls nicht viel gelang, entwickelte sich eine Partie mit wenigen spannenden Szenen. Kemmler: „Das war mir insgesamt zu wenig von uns, wir haben nur das Nötigste getan.“

Ein Ergebnis verwalten, das ging schon in zahlreichen Fällen schief. Am Samstag war das nicht anders: Der eingewechselte Mark Stegmann zog ab, seinen fulminanten Schuss lenkte Gärtringens Keeper Halilibrahim Kocak mit einer hervorragenden Parade zur Ecke ab. Den folgenden Eckball klärte der FCG zunächst, der Nachschuss von Dimitri Stroh schlug aber in der 74. Minute im Gärtringer Netz ein – 1:1.

In der 79. Minute kassierte Trossingens Vladimir Biller die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. „Wir haben in Überzahl sofort versucht, auf das zweite Tor zu gehen“, sagte Kemmler – und damit hatte sein Team Erfolg. Von der halbrechten Position zog Micael Marques den Ball in den Fünfmeterraum. Der Ball prallte vom Bein von Torwart Mustafa Avci ins Trossinger Tor, Gärtringen führte 2:1 (80.) und gab diesen Vorsprung nun nicht mehr aus der Hand.

Am Mittwoch steht die zweite Runde des WFV-Pokals auf dem Programm, der FC Gärtringen spielt beim TV Darmsheim. Die offizielle Spielzeit ist 18 Uhr, Gärtringen und Darmsheim werden sich aber über eine Verlegung der Anpfiffzeit unterhalten.

Spvgg. Trossingen: Avci, Balde, Eid (83. Sopelnik), Stroh, Yefrem (48. Stegmann), Merz (54. Alexi), Bogdanov, Ruks, Walter (45. Frick), Velemirov, Biller

FC Gärtringen: Kocak, Camara, Perez, Mijic, Iliksoy, Önal, Stahl, Goxhuli (67. Machmer), Marques, Boric (84. Emirzeoglu), Kirn (70. Horvat)

Schiedsrichter: Jonas Toranzo

Tore: 0:1 (10.) Goxhuli, 1:1 (74.) Stroh, 1:2 (80., Eigentor) Avci

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Erstellt:
26. Juli 2021, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 05sec

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