Faude lässt sich das Heimspiel nicht nehmen

Zwei Tage lang gab sich die deutsche Elite im Motorrad-Trial ein Stelldichein im Sulzer Lengenloch. Bereits zum fünften Mal war der MSC „Falke“ Sulz jetzt Ausrichter von Wertungsläufen zu Deutschen Meisterschaften – und darauf ist man schon etwas stolz. Spektakuläre Sektionen und tollkühne Fahrer sorgten dafür, dass auch die Zuschauer auf ihre Kosten kamen. Vor allem am Sonntag lockte das perfekte spätsommerliche Wetter an die 400 Besucher nach Sulz.

Uwe Priestersbach

Mit Platz zwei am Samstag hat Max Faude seinen zweiten Platz in der DM-Gesamtwertung perfekt gemachtGB-Foto: up

Mit Platz zwei am Samstag hat Max Faude seinen zweiten Platz in der DM-Gesamtwertung perfekt gemacht GB-Foto: up

Vize-Weltmeister am Start – Trotz einer Knieverletzung ließ sich MSC-Fahrer Max Faude sein Heimspiel im Sulzer Lengenloch nicht nehmen, auch wenn er sicherheitshalber nur einen der beiden Läufe absolvierte. Dabei erreichte der 18-jährige Vizeweltmeister von 2016 am Samstag prompt den zweiten Platz und stand bei der Siegerehrung auf dem Podest. „Am zweiten Tag wäre mir ein Start zu gefährlich gewesen, weil die Knieverletzung noch nicht ganz auskuriert ist“, machte Faude deutlich. In der Gesamtwertung hat der Sindelfinger den zweiten Platz damit schon sicher.

Blick auf Weltelite – Nach der Vizeweltmeisterschaft vor zwei Jahren war der Sulzer Trial-Spezialist Max Faude in die Trial-2-Klasse aufgestiegen. Während ihm bei der deutschen Meisterschaft ein Podestplatz auf jeden Fall sicher ist, lief es international nicht optimal. Zwei Rückenverletzungen hatten Faude zurückgeworfen – und außerdem ist es „eine hammerstarke Klasse“, in der Faude 2019 wieder angreifen will. Sein erklärtes Ziel ist es nach wie vor, die Trial-1-Klasse zu erreichen, um sich dort mit der Weltelite zu messen.

Klasse für sich – „Wo andere sich schwertun, springt er nur so durch die Sektionen“, gerät der Sulzer Fahrtleiter Klaus Blöcher ins Schwärmen, wenn er den Fahrstil von Franz Xaver Kadlec aus Reichersbeuern beschreibt. Auch in Sulz verteidigte der Top-Fahrer seinen Spitzenplatz in der deutschen Trial-Meisterschaft – in der er bislang alle Läufe gewonnen hat. „Er ist schon eine Klasse für sich, aber da gehört auch viel Talent dazu“, weiß Blöcher. Am Sonntag leistete sich Kadlec beispielsweise in drei Läufen gerade mal zwei Fehler – und in der letzten Runde hatte er keinen Fuß unten. Eine sensationelle Leistung, und so ist es kein Wunder, dass er jetzt bereits zum vierten Mal in Folge als deutscher Meister auf dem Treppchen steht.

Lokalmatador – Zu den Sulzer Top-Fahrern zählt auch das Eigengewächs Felix Heller aus Nebringen, der am Samstag einen vierten und am Sonntag einen sechsten Platz hinlegte. Damit verteidigte er zwar seinen siebten Platz in der Gesamtwertung, konnte den Heimvorteil aber nur bedingt nutzen. Vor allem am Samstag war ein Podestplatz in Reichweite, wie Klaus Blöcher anmerkte, während Heller am Sonntag von einem Sturz zurückgeworfen wurde.

Die Mischung machts –„Wir haben die Fahrer schon gefordert, aber nicht überfordert“, zeigte sich der Sulzer Fahrtleiter nach zwei genialen Trial-Tagen überzeugt. So bildeten die 20 Sektionen im Lengenloch für die Fahrer schon eine echte Herausforderung, doch das „Feedback war positiv“, wie Klaus Blöcher feststellte. Doch müsse man den das Niveau der Sektionen schon so ausrichten, dass „es auch für die Top-Fahrer anspruchsvoll ist“, machte Blöcher deutlich, der mit seinem Team in den Wochen zuvor die Sektionen gebaut hatte. „Das war jetzt ein guter Mix zwischen sehr schweren Sachen, die nur von den Top-Fahrern gemeistert werden – und fahrbare Sektionen für alle Starter. So mussten beispielsweise einige Hindernisse angesprungen werden, was von den Fahrern schon einen gewissen Mut erfordere.

Wenige Verletzungen – Zwei Stürze gab es. Eine Fahrerin fiel am Samstag in einer Sektion, war aber tags darauf schon wieder mit Krücken vor Ort unterwegs. Am Sonntag verunglückte ein sogenannter Wasserträger, wie die Helfer der Fahrer an den Hindernissen genannt werden, auf der Fahrt zwischen zwei Sektionen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt passiert wenig. Was an den vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten liegt, aber auch daran, dass die Aktionen, die für den Zuschauer spektakulär aussehen, von den Fahrern hundertfach geübt wurden. UWE PRIESTERSBACH

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Erstellt:
16. Oktober 2018, 11:24 Uhr
Lesedauer:
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