Fehlendes Motorgeräusch wird zur Chance
Mit dem Elektromotorrad WN7 schlägt Honda ein neues Kapitel auf: Die WN7 ist seit Juni bei den Händlern erhältlich und ergänzt in der Honda-Palette zwei batteriebetriebene Zweiräder.
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Das erste elektrische
Honda- Motorrad – die WN7 – ist seit Juni in Deutschland auf dem Markt. GB-Foto
Und zwar sind das die Roller EM1 e: und CUV e:. Das elektrische Zweirad-Trio spiegelt den Wandel im Denken darüber wider, wie zukünftige Mobilitätserlebnisse gestaltet werden können, und verkörpert – wie die aktuelle Pkw- und SUV-Palette von Honda – den von Forschung und Entwicklung geprägten Geist des Unternehmens, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Während die Automobilindustrie verschiedene Wege zur Emissionsreduzierung erkundet, entwickelt Honda seinen Ansatz weiter und prüft für seine verschiedenen Produktportfolios, wie neue Technologien mit bewährten Stärken kombiniert werden können, um den Kunden Vielfalt und Auswahl zu bieten. Honda strebt dabei nicht eine einzige Lösung an, sondern entwickelt eine Reihe von elektrifizierten Technologien sowohl im Motorrad- als auch im Automobilbereich, da die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen je nach Lebensstil, geografischer Lage und Nutzungsgewohnheiten unterschiedlich sind. Diese Reise begann vor über einem Vierteljahrhundert mit dem Honda Insight, Europas erstem serienmäßig erhältlichen Hybridfahrzeug, führte mit dem Clarity in den Bereich der Wasserstofftechnik und bildete die Grundlage für die Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Optionen, die jedes aktuelle Pkw-Modell vom Jazz bis zum CR-V antreiben.
Während die legendären Motorräder der Marke lange Zeit auf fein abgestimmte Verbrennungsmotoren setzten, verzichtet die Honda WN7 komplett auf einen Verbrenner. Die Grundlagen bleiben laut Entwicklungsleiter Masatsugu Tanaka gleichwohl unverändert: „Ein Motorrad fährt immer noch auf zwei Rädern. Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren – diese zentralen Bestandteile der Fahrdynamik ändern sich nicht.“
Von Anfang an war die WN7 nicht als direkter Ersatz für benzinbetriebene Motorräder konzipiert. Ähnlich wie beim e:HEV-Hybridantrieb wurde die WN7 vielmehr entwickelt, um die einzigartigen Möglichkeiten der Elektromobilität auszuloten. Das Fehlen von Motorgeräuschen und Vibrationen, die beide lange Zeit als wesentliche Faktoren für den Charakter eines Fahrzeugs erachtet wurden, wird so nicht zu einer Einschränkung, sondern zu einer Chance.
Ohne Verbrennungsprozess eröffnen sich neue Sinneserfahrungen. Wind, das Feedback der Fahrbahn und Umgebungsgeräusche treten stärker in den Vordergrund und schaffen eine intensivere Verbindung zwischen Fahrer und Umgebung. Auch die Gasannahme wird sanfter und linearer. Entsprechend hat sich auch das Design weiterentwickelt. Während es bei Motorrädern mit Verbrennungsmotor oft den Motor in den Mittelpunkt rückt, eröffnet die elektrische Architektur neue Freiheiten und Möglichkeiten und verlagert den Schwerpunkt auf die Integration der Batterie und die strukturelle Effizienz. Die Honda-Designer betrachteten Batterie und Motor als Kernelemente sowohl der Form als auch der Funktion und legten besonderes Augenmerk auf Farben, Materialien und Oberflächen. Auch darin spiegelt sich ein Ansatz wider, den Honda bei der Pkw-Modellpalette verfolgt.
Technische Herausforderungen, insbesondere Batterie-Packaging, Wärmemanagement und Gewichtsverteilung, wurden ganzheitlich angegangen. Durch die Zentralisierung der Fahrzeugmasse und die Optimierung des Fahrwerks zielt die WN7 darauf ab, sowohl Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten als auch Agilität bei niedrigen Geschwindigkeiten zu bieten. Wie bei den elektrisch unterstützten Automobilen ist die Platzierung der Batterie entscheidend für ein Fahrverhalten, das Spaß macht.
Die WN7 ist das erste Elektromotorrad von Honda mit einer fest eingebauten Batterie. Auch dies weist Parallelen zu Elektroautos auf: Die Batterie ist tief und zentral im Motorrad montiert, um den Schwerpunkt zu senken und das Fahrverhalten zu verbessern.
Für diejenigen, die der elektrifizierten Mobilität skeptisch gegenüberstehen, ist die Botschaft von Honda pragmatisch: Es geht bei diesem Wandel nicht darum, ein Fahrerlebnis durch ein anderes zu ersetzen, sondern darum, die Möglichkeiten zu erweitern. Laufruhe, sanfte Drehmomententfaltung und Umweltbewusstsein