Gäubahn-Gipfel geplant: Landrat lädt Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn ein
Kreis Böblingen: Landrat Roland Bernhard hat die DB-Konzernbevollmächtigte und die Bürgermeister zu einem „Runden Tisch“ eingeladen.
Der Böblinger Landrat Roland Bernhard hat die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Dr. Clarissa Freundorfer, zu einem „Runden Tisch“ gemeinsam mit Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith sowie den Bürgermeistern der Gäu-Kommunen ins Landratsamt Böblingen eingeladen. Thema ist das Stabilisierungskonzept auf der Gäubahn und der von der Deutschen Bahn angekündigte Wegfall der IC-Halte in Herrenberg, Gäufelden und Bondorf ab dem Fahrplanwechsel 2026.
Die Kommunen und der Landkreis teilen das Ziel, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Gäubahn zu verbessern. Deutliche Kritik üben sie aber an der ersatzlosen Streichung aller IC-Halte im Oberen Gäu: Damit würden über 100000 Menschen im südlichen Landkreis Böblingen faktisch vom Fernverkehr in Richtung Bodensee und Schweiz abgehängt. Herrenberg als Große Kreisstadt und zentraler Verkehrsknoten mit S-Bahn, Regionalzügen und Regiobuslinien – sowie als künftiger Ausgangspunkt einer neuen Schienenverbindung Richtung Nagold – würde massiv geschwächt. Auch für die regionale Wirtschaft, die vielen Pendler und den Tourismus, etwa mit Blick auf die Heimattage 2028 in Herrenberg, sehen die Unterzeichner erhebliche Nachteile.
„Wir werden uns mit einer derart drastischen Verschlechterung der Fernverkehrsanbindung im Oberen Gäu nicht abfinden“, stellt Landrat Roland Bernhard klar. „Ich unterstütze das Interesse des Oberen Gäus, eine Anbindung bestmöglich beizubehalten. Unser Ziel ist ein tragfähiger Kompromiss: Die Gäubahn muss stabiler werden, aber nicht um den Preis, dass ein dynamischer Wirtschafts- und Lebensraum mit über 100000 Einwohnern vom Fernverkehr abgekoppelt wird.“
Der geplante „Runde Tisch“ im Landratsamt Böblingen soll voraussichtlich im Mai stattfinden. In einem offenen und konstruktiven Rahmen soll gemeinsam ausgelotet werden, wie die Betriebsqualität der Gäubahn verbessert und gleichzeitig zumindest der IC-Halt in Herrenberg, idealerweise aber die Fernverkehrsanbindung des gesamten Oberen Gäus gesichert werden können.
Parallel dazu setzt die Stadt Herrenberg auf sichtbare Unterstützung aus der Bürgerschaft und der Wirtschaft. „Um der Deutschen Bahn deutlich zu machen, wie groß der Bedarf im Oberen Gäu ist, haben wir eine Online-Petition für den Erhalt des IC-Halts in Herrenberg gestartet“, erklärt Oberbürgermeister Nico Reith. „Ich lade alle Bürger, Unternehmen und Bahnnutzer ein, sich zu beteiligen und mit ihrer Unterschrift zu zeigen: Der IC-Halt in Herrenberg ist kein Luxus, sondern tägliche Notwendigkeit für Arbeit, Ausbildung, Freizeit und Tourismus.“ Die Online-Petition ist ab sofort unter www.change.org/IC-Halt-in-Herrenberg-erhalten erreichbar.
Der Landrat und die Rathaus-Chefs betonen, dass ihnen ein konstruktives Miteinander mit der Deutschen Bahn wichtig ist. „Wir suchen das Gespräch und bieten Kooperation an. Aber wir erwarten, dass die berechtigten Interessen des Oberen Gäus ernst genommen werden und in die weiteren Planungen einfließen.“ -gb-