Gedopt, betrunken und geklaut
Kreis Böblingen: Bei Großkontrolle an der Autobahnraststätte zieht die Polizei vor allem Temposünder aus dem Verkehr – aber auch einen Fahrzeugdieb.
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An der Autobahn hieß es für viele Autofahrer: Anhalten zur Verkehrskontrolle.GB-Foto (Symbolbild): benjaminnolte/stock.adobe.com
Bei einem großangelegten Autobahnverkehrssicherheitstag an der Tank- und Rastanlage Sindelfinger Wald hat die Polizei zahlreiche Verstöße festgestellt. Bei der mehrstündigen Kontrollaktion registrierten die Einsatzkräfte unter anderem mehr als 500 Abstandsverstöße und über 350 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Zudem ging den Beamten ein 55-jähriger Mercedes-Fahrer ins Netz, der mutmaßlich alkoholisiert am Steuer eines kurz zuvor gestohlenen Fahrzeugs saß.
Ziel der umfassenden Kontrollen war es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, Unfallzahlen zu reduzieren und grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen. Im Fokus standen insbesondere der gewerbliche Güter- und Personenverkehr, Drogen im Straßenverkehr, die Tuning- und Posingszene sowie die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten.
Die Bilanz der Kontrollaktion fiel deutlich aus: Mehr als 350 Fahrerinnen und Fahrer überschritten die zulässige Geschwindigkeit und müssen mit einer Anzeige rechnen. Darüber hinaus registrierten die Einsatzkräfte mehr als 500 Verstöße gegen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Neben diesen Verkehrsverstößen stellten die Beamten knapp 90 weitere Zuwiderhandlungen fest. In 13 Fällen wurden Fahrerinnen und Fahrer angezeigt, weil sie während der Fahrt verbotswidrig ein Mobiltelefon benutzten.
20 Fahrzeuge dürfen nicht mehr weiter
Insgesamt 20 Fahrzeugen untersagten die Einsatzkräfte die Weiterfahrt. Gründe dafür waren unter anderem unzulässige technische Veränderungen, technische Mängel oder eine fehlende beziehungsweise unzureichende Ladungssicherung. Bei vier Personen bestand der Verdacht, dass sie unter dem Einfluss von Drogen am Straßenverkehr teilgenommen hatten. Sie durften deshalb nicht weiterfahren und mussten sich einer Blutentnahme unterziehen. Auch hier drohen Anzeigen.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein 55-jähriger Mercedes-Fahrer. Bereits während der Kontrolle ergaben sich Hinweise darauf, dass der Mann unter Alkoholeinfluss stehen könnte. Ein Atemalkoholtest bestätigte den Verdacht: Das Gerät zeigte mehr als zwei Promille an. Der Mann musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Doch bei der Überprüfung blieb es nicht. Im Verlauf der Maßnahmen kamen Zweifel auf, ob der 55-Jährige tatsächlich der Besitzer des hochwertigen Mercedes war. Die weiteren Ermittlungen ergaben schließlich, dass das Fahrzeug kurz zuvor in Untergruppenbach im Landkreis Heilbronn gestohlen worden war. Außerdem stellte sich heraus, dass der Mann keine gültige Fahrerlaubnis besaß.-pb-