Großeinsatz in einem Herrenberger Hochhaus

Herrenberg: Vergessener Topf auf dem Herd ruft die Feuerwehr auf den Plan.

Großeinsatz in einem Herrenberger Hochhaus

Großeinsatz in einem Herrenberger Hochhaus
Großeinsatz in einem Herrenberger Hochhaus

Aus allen Richtungen waren die Sirenen zu hören, als am späten Freitagmorgen 13 Löschfahrzeuge aus dem ganzen Herrenberger Umkreis den Franz-Liszt-Weg in der Stadt ansteuerten. 75 Einsatzkräfte allein aus den Herrenberger Abteilungen waren ab 9.25 Uhr unterwegs, diejenigen der umliegenden Feuerwehren noch nicht mitgezählt. Bei diesem Großalarm wurde der ganze Landkreis involviert. Viele Abteilungen, der Kreisbrandmeister, die Landkreis-Führungsgruppe der Feuerwehr, ein spezielles Messtechnik-Einsatzfahrzeug des Keises, Rettungsdienst und Polizei fuhren auch zum Einsatzort. Und der war eines der Hochhäuser, in dem die Anwohnerin einer Wohnung im ersten Stock einen Topf auf dem Herd vergessen hatte. Auf die starke Rauchentwicklung hin haben die Rauchmelder im Haus angeschlagen.

„Heute, am 13. Februar, ist der Tag des Rauchmelders“, stellt Dominik Kirgis, Sprecher der Herrenberger Feuerwehr, am Einsatzort eine interessante Gegebenheit fest. Dass die Feuerwehr hin und wieder mit falschem Alarm zu tun hat, ist bekannt. „Aber gerade heute hat der Rauchmelder genau das getan, was er tun sollte: Er hat einen schweren Brand in einem Wohnhaus verhindert“, lobt Kirgis. „Und das nicht fünf vor zwölf, sondern eher 30 Sekunden vor zwölf“, verdeutlicht er, wie brenzlig die Lage war. Um ein Haar wäre es weniger glimpflich ausgegangen. Auf das laute Piepsgeräusch haben die Nachbarn direkt reagiert und die Feuerwehr gerufen.

Weil in Hochhäusern besondere Einsatzbedingungen herrschen, wird hier grundsätzlich eine hohe Alarmstufe gewählt. Die Gebäude sind außerdem welche der wenigen in Herrenberg, die sogenannte Steigleitungen haben, sodass die Löschwasserversorgung auf jedem Stockwerk gewährleistet ist, ohne dass die Einsatzkräfte etliche Schlauch-Pakete die Treppen hinauf schleppen müssen. Weil jedoch schnell klar war, dass die Rauchquelle im ersten Stockwerk ist, wurden diese Wasseranschlüsse nicht genutzt. Löschwasser kam genau genommen gar nicht zum Einsatz: „Die Bewohner haben uns direkt empfangen und der Topf hat auch nicht mehr gebrannt“, sagt Zugführer Michael Kegreiß, der mit als erster vor Ort war. Dafür hatte ein Zeuge offenbar gesorgt, der die Wohnung dann mit der Bewohnerin zusammen verlassen hatte. Allerdings habe sich beträchtlich Rauch entwickelt. „Die Bewohnerin war länger den Gasen ausgesetzt und wir haben sie dem Rettungsdienst übergeben.“ Die leicht verletzte 82-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei im Nachgang mitteilte. Nicht nur die Küche, die ganze Wohnung ist nicht mehr bewohnbar. Der Ruß hat sich überall abgelagert und noch Stunden nach dem Brand hing im Treppenhaus der Rauchgeruch. Die Feuerwehr brachte das Brandgut aus dem Gebäude und belüftete die Zimmer. Mithilfe spezieller Messgeräte prüften die Einsatzkräfte die Wohnung und auch angrenzende Wohnungen auf Schadstoffe und giftige Gase. „Manchmal sind die Wohnungen zum Beispiel über Kabelschächte verbunden, über die Schadstoffe sich ausbreiten können“, erklärt Dominik Kirgis. Als die Feuerwehr bestätigen konnte, dass die Gefahr gebannt war, erklärte sie den Einsatz kurz vor 11 Uhr für abgeschlossen.

Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt, wie das Polizeipräsidium auf Nachfrage mitteilt. GB-Fotos: SDMG/Dettenmeyer