Herrenberger Naturfreibad öffnet am Samstag wieder

Nachdem das Naturfreibad aufgrund erhöhter Bakterienwerten vergangenen Freitag nach nur einer Woche Betrieb wieder schließen musste (der „Gäubote“ berichtete), steht für den morgigen Samstag, 5. Juni, die erneute Öffnung an. Die neuen Wasserproben zeigen, dass die Anlage funktioniert, die Wasserqualität einwandfrei und Schwimmen bedenkenlos möglich ist.

Nach einwöchiger Schließung öffnet das Herrenberger Naturfreibad am Samstag wieder Gb-Foto: Schmidt

Nach einwöchiger Schließung öffnet das Herrenberger Naturfreibad am Samstag wieder Gb-Foto: Schmidt

An allen sechs Messstellen liegen die Werte des Bakteriums Escherichia coli in der aktuellen Probe unter dem Richtwert von 100 Koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter (ml). „Die Nachproben zeigen Ergebnisse für das benannte Bakterium weit unter dem Richtwert“, sagt Jennifer Mößmer vom Bäderteam der Stadtwerke. Und auch bei den übrigen Wasserwerten sei nichts zu beanstanden. „Dass die Wasserwerte so schnell wieder im grünen Bereich liegen, zeigt, dass das Naturfreibad technisch einwandfrei funktioniert.“ Deshalb stehe einer Öffnung am Samstagnachmittag ab 13 Uhr nichts mehr im Weg, teilt die Stadtverwaltung mit.

Das Bäderteam der Stadtwerke und das Gesundheitsamt Böblingen vermuten, dass Tiere die Ursache für die jüngste Grenzwertüberschreitung sind. „Vermutlich haben Enten oder Vögel nachts dem Naturfreibad einen Besuch abgestattet und Bakterien ins Badewasser eingetragen“, erläutert Jennifer Mößmer. „Momentan sind viele Vogelschwärme unterwegs, was unsere Vermutung stützt.“ Und auch, dass die Grenzwertüberschreitung sehr plötzlich eintrat, spreche dafür, denn: „Zuvor waren alle Werte der aktuellen Saison im grünen Bereich“, betont Mößmer.

Das Herrenberger Naturfreibad kommt – anders als ein konventionelles Bad – ganz ohne Chemie aus, die sofort bei einer Verschmutzung im Wasser greift. Das heißt: In einem Naturbad erfolgt die Desinfektion des Wassers nicht durch Chlor, sondern die Reinigung erfolgt über natürliche Filtrationsprozesse. Komme es, wie jetzt, zu einem unvorhergesehenen Ereignis, braucht das Naturfreibad kurze Zeit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Darüber hinaus benötigt der Nachweis der einwandfreien Wasserqualität durch ein Labor ebenfalls einige wenige Tage. Solange, bis der Reinigungsprozess und die Laboruntersuchungen abgeschlossen sind, wird eine Badepause eingelegt. In der Vergangenheit hatte das Naturfreibad regelmäßig mit Schließungen aufgrund erhöhter Grenzwerte für das Bakterium Pseudomonas aeruginosa zu kämpfen – darunter auch in der Freibadsaison 2020 (der „Gäubote“ berichtete mehrfach).

Negativer Corona-Test als
Voraussetzung für Besuch

Für den Freibadbesuch gelten weiterhin die besonderen Corona-Bedingungen mit Auflagen und Hygienevorgaben. Voraussetzung für den Besuch des Freibads ist ein negativer Corona-Test, der höchstens 24 Stunden alt ist. Die Besucherzahlen sind begrenzt, sodass flächendeckend der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Rutschen und Sprungturm werden für die Badegäste nach Bedarf geöffnet, auch der Kletterfels kann unter Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden. Der Kombibetrieb mit dem Hallenbad fällt im Pandemie-Modus aus.

Badegäste können Tickets für ein Zeitfenster von jeweils drei Stunden – am Wochenende vier Stunden – vorab im Internet buchen. Die Preise sind aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie reduziert: 2,50 Euro im Normaltarif und 1,50 Euro mit Ermäßigung kostet der Eintritt. Tickets und aktuelle Informationen gibt es unter naturfreibad.herrenberg.de. -gb-

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Erstellt:
4. Juni 2021, 11:46 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

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