Gültlinger Rathaus erstrahlt in neuem Glanz

Historischer Charakter bleibt erhalten

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Im rückwärtigen Bereich ist im Rahmen der Modernisierung ein Anbau mit Aufzug entstanden, der künftig den offiziellen Eingang bildet. GB-Foto: Uwe Priestersbach

Im rückwärtigen Bereich ist im Rahmen der Modernisierung ein Anbau mit Aufzug entstanden, der künftig den offiziellen Eingang bildet. GB-Foto: Uwe Priestersbach

Der Umbau und die Sanierung des 1799 ursprünglich als Pfarrhaus errichteten Gebäudes bildet einen wichtigen städtebaulichen Aspekt bei der Neuordnung der Gültlinger Ortsmitte. Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro, wobei der Wildberger Bauamtsleiter Arthur Sadlers betont: „Wir rechnen mit einer Punktlandung“. So habe man gesteuert, wo es ging, um den gesteckten Kostenrahmen zu halten.

Besonders erfreulich aus Wildberger Sicht ist zudem die finanzielle Unterstützung durch das Land. Nachdem es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, fließen 1,2 Millionen Euro aus dem Landessanierungsprogramm – und weitere 400 000 Euro kommen aus dem Ausgleichstock obendrauf. Wie Bürgermeister Ulrich Bünger deutlich macht, wären solche Projekte ohne Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm und aus dem Ausgleichstock „für uns nicht finanzierbar und die Ortsmitten dem Verfall überlassen“. Daher sei man in der Schäferlaufstadt sehr dankbar für diese Zuwendungen, die rund 80 Prozent der Ausgaben decken. Für den Wildberger Rathauschef bildet die Modernisierung und Umnutzung des denkmalgeschützten Rathauses einen „wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der Sanierungsziele in der Gültlinger Ortsmitte“. Weitere Meilensteine, wie die Ertüchtigung des Feuerwehrhauses, die Modernisierung des Backhauses, ein Kindergartenneubau, die Sanierung der Grundschule und vor allem die Neugestaltung der öffentlichen Freiräume in der Ortsmitte werden folgen.

Jetzt ist man aber erst einmal froh, mit der erfolgreichen Rathaussanierung ein wichtiges Etappenziel erreicht zu haben. Trotz einer Entkernung bis auf den Rohbau und einer grundlegenden Modernisierung wurde der historische Charakter des Gebäudes erhalten - und gleichzeitig Räume für die Ortsverwaltung, Vereine und Institutionen nutzbar gemacht. Zudem verfügt das Rathaus jetzt über eine komplett erneuerte technische Ausstattung, die dem heutigen Stand der Technik entspricht. Neu ist allerdings, dass der Zugang zum Rathaus künftig über den neuen Anbau im rückwärtigen Bereich erfolgt.

In diesem Zusammenhang weist Bauamtsleiter Arthur Sadlers darauf hin, dass hier zusammen mit dem neu gestalteten Vorplatz eine „attraktive Eingangssituation“ geschaffen wurde, die außerdem barrierefrei ist. Denn in dem Anbau mit begrüntem Flachdach und einem großzügigen Foyer hat auch ein Aufzug Platz gefunden, den es bisher nicht gab. Gelungen ist es in diesem Bereich zudem, das alte Gültlinger Waschhaus zu erhalten, das künftig als Lager genutzt werden kann.

Beim Rundgang fällt gerade in diesen Tagen mit tropischer Hitze auf, dass es im Gebäude trotz allem angenehm kühl ist. „Da merkt man, dass es ein Altbau ist“, erklärt Arthur Sadlers außerdem, dass sich da auch die erfolgreiche energetische Sanierung bemerkbar mache. Ins Auge sticht daneben das teilweise freigelegte und damit sichtbar gemachte Fachwerk im Rathaus, doch auch die alte Holztreppe konnte erhalten werden – und erhielt eine zeitgemäße Brandschutzverkleidung.

Im Erdgeschoss wurden ein multifunktionaler Sitzungssaal geschaffen, und ebenso eine größere Küche, die auch für private Veranstaltungen gebucht werden können. Im Obergeschoss sind diverse Vereinsräume, eine Küche sowie ein weiterer Veranstaltungsraum entstanden, während im Dachgeschoss die Technik untergebracht ist, aber auch Lagermöglichkeiten für die örtlichen Vereine. Lob aus dem Rathaus gibt es für das Architekturbüro Dorner und die beteiligten Handwerker, die hier gute Arbeit geleistet haben. „Das hat alles gut geklappt“, erklärt der Bauamtschef, dass die fast zweijährige Bauzeit vor allem dem Altbau geschuldet sei – der doch für die eine oder andere Überraschung sorgte. Wie Arthur Sadlers unterstreicht, soll das sanierte Rathaus auch zur Belebung der Ortsmitte in Gültlingen beitragen – was sich in Schönbronn oder Sulz auch schon bewährt habe. Vom erfolgreichen Projekt können sich die Bürger bei der offiziellen Einweihung am 8. Juli ab 17 Uhr überzeugen, wobei die Gültlinger Vereine für die Bewirtung sorgen und die Besucher sich bei einem Rundgang selbst ein Bild machen können.

Uwe Priestersbach

Im denkmalgeschützten Rathaus wurde teilweise das Fachwerk freigelegt und sichtbar gemacht. GB-Foto: Uwe Priestersbach

Im denkmalgeschützten Rathaus wurde teilweise das Fachwerk freigelegt und sichtbar gemacht. GB-Foto: Uwe Priestersbach

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Erstellt:
04.07.2026, 00:00 Uhr