Jede dritte Kontrolle führt zu Anzeige
Kreis Böblingen: Die Polizei sucht im Mai verstärkt den Kontakt zu Motorradfahrern, ahndet aber auch Verstöße. In diesem Jahr wurden im Präsidiumsbereich bereits 88 Unfälle registriert, an denen Biker beteiligt waren.
Zu schnelles Fahren ist die Hauptursache für Motorradunfälle. GB-Foto: SDMG
Seit dem vergangenen Jahr setzt das Polizeipräsidium Ludwigsburg im Monat Mai einen Schwerpunkt auf Motorräder. Die vier Wochenenden im Mai werden genutzt, um im Zuge des Saisonstarts den direkten Kontakt zu den Bikerinnen und Bikern zu pflegen. Die Statistik zeigt, dass Unfälle unter Beteiligung von Motorrädern in den letzten zehn Jahren von rund 290 auf das Höchstniveau von 366 Unfällen im Jahr 2025 angestiegen sind. Mit sieben getöteten Motorradfahrern rangiert das Jahr 2025 traurigerweise an der Spitze im Fünf-Jahres-Vergleich. Auffallend dabei ist, dass bei drei dieser sieben tragischen Unfälle (42,9 Prozent) keine anderen Verkehrsteilnehmenden beteiligt waren, sondern die Biker alleinbeteiligt verunglückten.
Im Jahr 2026 registrierte das Polizeipräsidium Ludwigsburg bereits 88 Unfälle unter Beteiligung von Motorradfahrern. Insgesamt 30 dieser Unfälle (34,1 Prozent) ereigneten sich ohne Fremdbeteiligung. Vielmehr lag die Hauptunfallursache in nicht angepasster Geschwindigkeit.
Wenngleich die Polizei nicht müde wird, die im Straßenverkehr geforderte gegenseitige Rücksichtnahme in den Fokus zu rücken, so sollte die eigene Sicherheit insbesondere auch für Motorradfahrer immer im Mittelpunkt stehen. Dieser Appell bezieht sich zum einen auf die eigene körperliche und mentale Leistungsfähigkeit sowie auf eine angemessene Schutzkleidung samt Helm. Aber genauso wichtig ist eine an die vorherrschenden Verkehrsregeln, die Straßenverhältnisse und Witterungsbedingungen angepasste Fahrweise.
Flucht vor Kontrolle wird als Kfz-Rennen eingestuft
Während der drei bereits durchgeführten Kontrollen am 3., 10. und 15. Mai kontrollierten die Einsatzkräfte rund 500 Motorradfahrerinnen und -fahrer. Das Landratsamt Ludwigsburg und der Vollzugsdienst der Stadt Leonberg unterstützten währenddessen bei den Geschwindigkeitsmessungen.
Jede dritte Kontrolle führte letztlich zu einer Anzeige. Die Bandbreite ist dabei groß: Sie reicht beispielsweise von nicht vorschriftsmäßigen Rückspiegeln und mangelhaften lichttechnischen Einrichtungen bis zu einer mangelhaften Bremsanlage, Fahren ohne Helm, Geschwindigkeitsverstößen, die in fünf Fällen zu einem Regelfahrverbot führten, und dem Versuch, sich der Kontrolle zu entziehen. Dieser Verstoß wurde als illegales Kraftfahrzeugrennen eingestuft.
Diese Zahlen und auch die positiven Reaktionen von Motorradfahrern selbst, aber auch von Passanten auf die Maßnahmen zeigen laut Angaben des Polizeipräsidiums, dass solche Kontrollmaßnahmen richtig und wichtig sind. Durch solche Kontrollmaßmaßnahmen könne die Polizei die Fahrzeuglenker erreichen und verdeutlichen, dass sicherheitsbewusstes Fahren das Miteinander auf den Straßen für alle verbessere. -pb-