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Kerstin Foth trägt weiter das Kuties-Trikot

Die Kapitänin geht voran. Als erste Spielerin aus dem aktuellen Kader des Handball-Zweitligisten SG H2Ku Herrenberg hat Kerstin Foth ihren Vertrag verlängert. Die 22-Jährige wird auch in der kommenden Saison das Kuties-Trikot tragen.

Kerstin Foth geht als Mannschaftskapitänin voran GB-Foto: Frank/Eibner

Kerstin Foth geht als Mannschaftskapitänin voran GB-Foto: Frank/Eibner

Offiziell gibt es den Mannschaftskapitän im Handball nicht mehr. Früher hatten die Spielführer das Recht, für ihre Mannschaft mit den Schiedsrichtern in einen mehr oder weniger kritischen Dialog zu treten. Das haben die Verbände abgeschafft. Die meisten Clubs dagegen halten an dieser Institution fest. „Ich finde das unfassbar wichtig für die Mannschaft“, sagt H2Ku-Trainer Mike Leibssle. Und seine Kapitänin heißt Kerstin Foth. Im vergangenen Jahr ist sie noch von der Mannschaft gewählt worden, vor dieser Runde hat der Coach sie bestimmt. „Wir tauschen uns regelmäßig aus –unter anderem über Strategien und Trainingsformen.“ Im Prinzip über alles, was für das Funktionieren des Teams von Belang ist. „Sie hat eine objektive Draufsicht und einen guten Charakter“, attestiert Leibssle seiner Spielerin. Foth selbst fühlt sich wohl in ihrer Funktion. „Ich habe diese Rolle sehr gerne“, meint sie. „Ich habe trotz meines Alters schon viel Erfahrung in dieser Liga und glaube, dass ich vorangehen kann. Und ich bin jemand, der gerne anderen hilft“, sagt sie. „Wenn mir etwas auffällt, fällt es mir sicher leichter als anderen, das auch an den Trainer heranzutragen.“

Apropos vorangehen. Es ist auch ein Zeichen, dass Kerstin Foth ihren Vertrag als Erste verlängert hat. „Wir sind uns eigentlich schnell einig geworden“, sagt sie. Für sie war es keine Frage, weiter bei der SG H2Ku zu spielen. „Ich fühle mich sehr wohl hier. Herrenberg ist inzwischen mein Zuhause und ich habe hier meine Freunde.“ Und sie ist auch beruflich in der Region gebunden. Nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Physiotherapeutin und einem Jahr im Job hat sie sich noch einmal umorientiert. Das erste Semester ihres Lehramtstudiums in Tübingen ist fast beendet. Deutsch und Geografie will sie in einigen Jahren am Gymnasium unterrichten.

Seit 2013 gehört Foth fest zum Kader der ersten H2Ku-Frauenmannschaft. Gleich in ihrer ersten Saison hat sie mit dem Team den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft. Bei der SG ist sie inzwischen seit zehn Jahren und gehört damit schon zum Inventar. Foth hat mit dem Team in der Zweiten Bundesliga auch schon schwierige Zeiten erlebt. Eine Situation wie die aktuelle Lage ist also kein Neuland für sie. Nach inzwischen sieben Spielen ohne Sieg haben die Kuties nur noch vier Punkte Abstand auf einen Abstiegsrang. „Wir brauchen einfach ein Erfolgserlebnis, um wieder an uns zu glauben“, erklärt die Rückraumspielerin. Warum die Mannschaft ihr Potenzial zurzeit nicht abrufen kann? „Das ist eine schwierige Frage. Das kann ich mir selbst nicht erklären.“ Zum einen sieht sie die Mannschaft aufgrund des großen personellen Umbruchs noch immer in einem Findungsprozess. „Das haben wir uns vielleicht einfacher vorgestellt.“ Dazu komme, dass mit Marie Beddies, Carolin Tuc, Aylin Bok und Foth selbst gleich vier Spielerinnen erst vor relativ kurzer Zeit aus Langzeitverletzungen gekommen seien. „Das soll allerdings keine Ausrede sein“, betont Foth. Vor allen Dingen in der Abwehr kämpft die SG H2Ku mit Abstimmungsproblemen und gestattet den Gegnern damit zurzeit eine im Vergleich zur Vorsaison ungewöhnlich hohe Zahl an Treffern. „In der vergangenen Saison hatten wir eine Mannschaft, die sich zu 100 Prozent kannte.“ Foth selbst hat nach ihrem Achillessehnenriss Mitte September 2018 noch nicht zu ihrer vollen Stärke zurückgefunden. „Ich merke von der Verletzung nichts mehr, aber ich bin sportlich noch nicht wieder bei 100 Prozent“, erklärt die Spielerin.

Die nächste Chance, den Abwärtstrend zu stoppen, hat die SG H2Ku Herrenberg am kommenden Samstag (19.30 Uhr/
Markweghalle) im Kellerduell gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal. Kerstin Foth ist optimistisch, dass ihr Team endlich mal wieder einen Sieg einfahren kann. „Ich denke, dass sich jetzt nach dem Waiblingen-Spiel viel Frust aufgestaut hat. Wir sind nah dran. Wieder war nicht der Gegner dafür verantwortlich, dass wir verloren haben, sondern wir als Team.“ Heißt im Umkehrschluss: Die Mannschaft hat es selbst in der Hand, den Trend umzukehren. Genau das fordert Mike Leibssle von seiner Truppe. „Die Mannschaft muss jetzt eine Reaktion zeigen. Das ist ein Vier-Punkte-Spiel.“ Für das es am Ende auch nur zwei Zähler gibt, die die Kuties aber mit Kusshand nehmen würden.

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Erstellt:
28. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 10sec

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