Längere Torflaute steckt SG-Team glänzend weg

Zweiter Sieg im zweiten Spiel: Mit einer bockstarken Abwehrleistung machten die Zweitliga-Frauen der SG H2Ku Herrenberg den ersten Heimsieg der neuen Saison perfekt. 24:18 stand es nach 60 heiß umkämpften Minuten gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal.

SG-Neuzugang Annika Blanke (beim Wurf) zog im Rückraum erfolgreich die Fäden GB-Foto: Drofitsch/Eibner

SG-Neuzugang Annika Blanke (beim Wurf) zog im Rückraum erfolgreich die Fäden GB-Foto: Drofitsch/Eibner

„Das ist ein top Saisonstart – und wir sind alle hochzufrieden“, erklärte SG-Trainer Mike Leibssle nach dem Spiel. Ein großes Dankeschön galt vor allem den pandemiebedingt nur rund 200 zugelassenen Zuschauern in der Markweghalle, und Leibssle fand es schon „sensationell“, wie die SG-Anhänger sein Team nach so langer Zeit wieder mal angefeuert hatten.

Im ersten Punktspiel vor heimischer Kulisse und unter den strengen Coroan-Auflagen nahmen die SG-Frauen allerdings auch von Anfang an das Heft in die Hand. So wurde Aylin Bok beim 3:1 (6.) am Kreis in Szene gesetzt, während Lea Neubrander den dritten Fehlwurf der Gäste im Gegenzug mit dem 4:1 bestrafte. Als SG-Torfrau Laura Waldenmaier einen verdeckten Wurf des slowenischen Rückraumtalents Nika Matavs entschärft hatte, erhöhte Neubrander per Siebenmeter auf 7:2.

Vor allem in der Abwehr überzeugten die Gastgeberinnen im ersten Durchgang auf ganzer Linie – was schon daran deutlich wurde, dass Wuppertal in den ersten 26 Minuten gerade mal vier Treffer glückten. So erhöhte Linkshänderin Szimonetta Toepelt-Gera von der Außenbahn auf 10:4 (22.), worauf Gästetrainer Michael Schmidtmann mit einem Time-out reagierte. Trotzdem blieb das Herrenberger Tor für die Gästespielerinnen zunächst wie vernagelt. Ramona Ruthenbeck setzte einen Strafwurf an den Pfosten, und nach einer Zeitstrafe für Ronja Bühler (25.) konnte der TVB auch sein Überzahlspiel nicht für einen Torerfolg nutzen. Im Gegenteil: Laura Waldenmaier wehrte eine freie Chance ab, worauf Lea Neubrander das Ergebnis mit einem verdeckten Wurf auf 11:4 (26.) hochschraubte.

Beim 13:7 ging es dann mit einem komfortablen Vorsprung in die Pause – doch nach dem Seitenwechsel schmolz die Führung rasch zusammen. So startete die SG-Sieben mit einer schwachen Phase in die zweite Spielhälfte, in der vor allem die Chancenauswertung zu wünschen übrig ließ. Mit einem Doppelschlag verkürzte Nika Matavs auf 11:15, und als Ramona Ruthenbeck per Siebenmeter zum 12:15 (38.) traf, bat Mike Leibssle seine Spielerinnen zur Auszeit. Zumal die SG-Frauen nach Zeitstrafe für Saskia Hiller in Unterzahl agierten. Doch erneut konnten die Gäste die Überzahl nicht nutzen. Dafür erzielte SG-Neuzugang Annika Blanke per Siebenmeter das 16:12 – und als Marie-Christine Beddies ihr Team nach Ablauf der Zwei-Minuten-Strafe wieder auffüllte, fischte sie gleich einen Pass des Gästeteams ab, worauf Lea Neubrander das 17:12 (40.) markierte. Doch auch beim 18:12 zeigte die 20-Jährige ihre Klasse, als sie die TVB-Abwehr perfekt austanzte.

Danach waren die SG-Frauen wieder auf Erfolgskurs: Dora Elbert hielte einen Siebenmeter, während Annika Blanke mit einem Strafwurf erfolgreich war und beim 20:13 (46.) für einen neuerlichen Sieben-Tore-Vorsprung sorgte. Zwar ließ das Gäuteam anschließend ebenfalls zwei Überzahlsituationen ungenutzt – und der TVB Wuppertal verkürzte noch einmal auf 17:21 (54.). Doch als Blanke zehn torlose Minuten auf Herrenberger Seite mit einem weiteren Strafwurf zum 22:17 (58.) beendete, war die Entscheidung gefallen – und den krönenden Abschluss bildete ein verdeckter Wurf von Lea Neubrander zum 24:18.

Dass der Herrenberger Sieg auch in der Höhe verdient war, räumte der Wuppertaler Trainer Michael Schmidtmann bei der anschließenden Pressekonferenz in der Markweghalle ein. Allerdings hatte er gesehen, dass sein neu formiertes Team einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hatte. „Wir sind mit guter Moral noch mal rangekommen“, so Schmidtmann mit Blick auf die Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Für Mike Leibssle war die Abwehr ausschlaggebend, aber auch Torfrau Laura Waldenmaier bescheinigte er einen guten Auftritt. Als kleines Manko bezeichnete er den Umstand, dass sein Team den Gegner wieder rankommen ließ und den einen oder anderen überhasteten Abschluss hatte – doch dann „haben wir uns aber wieder gut aus dieser Phase herausgekämpft“, so sein Fazit.

Auf die Rolle von Neuzugang Annika Blanke angesprochen, die auf der Rückraummitte über weite Strecken erfolgreich die Fäden zog und auch bei den Strafwürfen Verantwortung übernahm, betonte der SG-Trainer: „Deshalb ist sie hier, das kann sie auch – und es harmoniert schon sehr gut“. Am kommenden Wochenende müssen die SG-Frauen mal wieder beim SV Werder Bremen ihre Visitenkarte abgeben. „Das ist zwar etwas weit, aber mit vier Punkten im Rücken fahren wir gerne nach Bremen“, so Leibssle.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (beide im Tor), Schoeneberg, Blanke (6/3), Tuc (1), Bok (1), Foth (4), Toepelt-Gera (3), Bühler, Neubrander (9/2), Hiller, Beddies

TV Beyeröhde-Wuppertal: Grewe, Centini (beide im Tor) Schmitz (2), Ruthenbeck (3/2), Wagner (1), Kürten, Stefes (1), Matavs (6), Bratzke (1), Bergmann (2), Stens, Weisz, Havel (2), Krogh

Zum Artikel

Erstellt:
14. September 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 18sec

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.