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Lea Neubrander behält am Ende die Nerven

Mit einem Teilerfolg sind die Zweitliga-Frauen der SG H2Ku Herrenberg vor rund 450 Zuschauern in der heimischen Markweghalle in die Saison gestartet. Trotz einer 17:12-Pausenführung und insgesamt 14 Toren der überragenden Lea Neubrander reichte es dem Team von Mike Leibssle am Ende nur zu einem 31:31-Unentschieden.

Lea Neubrander behält am Ende die Nerven

Kein Durchkommen für Carolin Tuc (Mitte): Das Derby wurde mit harten Bandagen geführt GB-Foto: TBaur/Eibner

Am Ende musste die SG H2Ku Herrenberg sogar froh sein, nicht gänzlich leer ausgegangen zu sein. Denn erst ein verwandelter Siebenmeter von Lea Neubrander drei Sekunden vor der Schlusssirene – vorangegangen war ein Regelverstoß von Waiblingens Spielerin Vivien Jäger, die daraufhin mit der Roten Karte das Feld verlassen musste – sicherte den SG-Frauen überhaupt den einen Zähler. Und diesen feierten die Gastgeberinnen nach dem Spiel wie einen Sieg. Auch wenn Mike Leibssle nicht genau wusste, ob es „ein gewonnener, oder doch ein verlorener Punkt“ war. „Auf jeden Fall haben die Zuschauer ein attraktives und spannendes Spiel gesehen“, gab sich der Herrenberger Trainer dann doch zufrieden.

Das durfte er auch durchaus sein, denn in den 60 Minuten zuvor hatte er viel Gutes von seiner Mannschaft gesehen. So unter anderem, dass er sich aufgrund von Juniorinnen-Nationalspielerin Laura Waldenmaier, die 45 Minuten das SG-Tor hütete, nicht allzu große Sorgen machen muss, dass die Lücke, die Monika Lide hinterlassen hat, vielleicht nicht geschlossen werden könnte. Des Weiteren klappte das Zusammenspiel des Rückraums, vor allem in den ersten 30 Minuten, vorzüglich. Szimonetta Toepelt-Gera, die später auch auf Rechtsaußen überzeugte, Lea Neubrander, Kerstin Foth, Carolin Tuc und Sarka Marcikova stürzten die Abwehr des VfL Waiblingen von einer Verlegenheit in die nächste.

Verdiente 17:12-Führung
zur Halbzeitpause für die SG

Schon nach neun Minuten und der Herrenberger 6:2-Führung unterbrach Waiblingens Trainer Nicolaj Bredekjaer Andersson mittels einer Auszeit, die aber ihre erhoffte Wirkung verfehlte. Bis zur 16. Minute entschwanden die SG-Kuties auf 9:4. Danach gönnten sich die Gastgeberinnen eine kleine Verschnaufpause, was Waiblingen dazu nutzte, bis zur 21. Minute auf 9:10 zu verkürzen. Die Antwort der Leibssle-Schützlinge blieb aber ebenfalls nicht aus. Lea Neubrander, Szimonetta Toepelt-Gera und Sarka Marcikova erhöhten die Schlagzahl und stellten das Ergebnis auf 14:10. Zur Pause prangte schließlich eine auch in der Höhe verdiente 17:12-Führung auf der Anzeigetafel in der Markweghalle.

Den Elan aus der ersten Halbzeit nahm das SG-Team dann auch in den zweiten Spielabschnitt mit und lag nach 34 Minuten mit 21:14 vorne. Während sich im Herrenberger Lager Jubel breit machte, senkten sich die Köpfe auf Waiblinger Seite. „An einen Punktgewinn hat zu diesem Zeitpunkt keiner bei uns gedacht“, gab Nicolaj Bredekjaer Andersson nach dem Spiel zu. Sein Team biss sich aber in die Partie zurück. Zunächst mühsam, dann ab der 40. Minute mit Nachdruck. Angeführt vom starken Rückraum mit Caren Hammer und Ann Kynast waren die Gäste in der 46. Minute auf 24:25 wieder dran.

Herrenberg konterte seinerseits und lag nach 51 Minuten wieder etwas komfortabler mit 29:26 in Führung. Der Vorsprung begann aber wieder zu bröckeln. Während die Gastgeberinnen immer nervöser agierten – auch weil Lea Neubrander in Manndeckung genommen wurde –, gewann Waiblingen mit jedem Treffer an Sicherheit. Und als Aaricia Smits das 30:29 (58.) erzielte, lagen die Gäste zum ersten Mal in diesem Spiel überhaupt in Führung.

Ganz bitter sah es dann eine halbe Minute vor dem Spielende aus. Waiblingen führte mit 31:30 und hatte den Ball in Hand. Ein Stürmerfoul brachte Herrenberg aber wieder in Ballbesitz. Den schienen die Einheimischen aber zweimal zu verspielen, sicherten noch gerade so das Spielgerät und profitierten letztlich von einer Unsportlichkeit des Gegners. Vivien Jäger blockierte die Ausführung eines Freiwurfs, was das nicht immer sattelfeste Schiedsrichtergespann Leo Bona und Malte Frank konsequent mit der Roten Karte und einem Siebenmeter für Herrenberg ahndete. Lea Neubrander verwandelte auch den sechsten Strafwurf sicher und bescherte ihrem Team damit noch einen Zähler.

„Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, dann geht das Unentschieden absolut in Ordnung“, waren sich beide Trainer einig. Während aber Nicolaj Bredekjaer Andersson die letzte Schiedsrichterentscheidung infrage stellte und diese als „grenzwertig“ bezeichnete, haderte Mike Leibssle mit der fehlenden Konsequenz im zweiten Durchgang. „Sowohl hinten, als auch vorne können wir das viel besser spielen. Wir haben noch einiges zu verbessern, vor allem auch wie wir bei Manndeckung gegen Lea agieren müssen. Unter dem Strich will ich aber nicht klagen. Das war für den Anfang in Ordnung.“

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (beide im Tor); Schoeneberg (1), Bissel (1), Kussmaul (2), Tuc (2), Bok (2), Zilinskaite, Foth (2/1), Toepelt-Gera (6), Neubrander (14/6), Hiller, Marcikova (1)

VfL Waiblingen: Hoogenboom, Pavic (beide im Tor); Kynast (10/3), Teixeira da Silva, Hagen (3), Hammer (4), Smits (2), Padutsch (3), Berisha (1), de Bellis (3), Nikolovska (3), Ridder, Jäger (2)

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Erstellt:
9. September 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
9. September 2019, 00:00 Uhr

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