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„Leicht kann jeder“

Die Winterpause nutzen auch die hiesigen Vereine traditionell, um bereits die Weichen für die kommende Saison zu stellen. Auch beim SV Mötzingen war das dieser Tage nicht anders. Mötzingens Spielleiter Matthias Haarer machte Nägel mit Köpfen und verlängerte die Zusammenarbeit mit Trainer Cesare Lupo, der seit Saisonbeginn beim B-4-Ligisten das Zepter schwingt, um ein weiteres Jahr.

Trainer Cesare Lupo hat mit seinem Elan und seinen Ideen den Mötzinger Fußballern eine Frischzellenkur verabreicht GB-Foto (Archiv): Schmidt

Trainer Cesare Lupo hat mit seinem Elan und seinen Ideen den Mötzinger Fußballern eine Frischzellenkur verabreicht GB-Foto (Archiv): Schmidt

Vorletzter (Saison 2016/17), Letzter (2017/18) und erneut Letzter (2018/19): Die Platzierungen des SV Mötzingen in der Kreisliga B4 in den vergangenen drei Jahren gaben den eigenen Fans nicht gerade oft Anlass zum Jubeln. Bei der Ligakonkurrenz hingegen war der ehemalige Bezirksligist ein gerngesehener Gegner, konnte man die Punkte teilweise schon vorab fest einplanen. Seit dieser Runde hat sich dieser Umstand in der Gäustaffel grundlegend geändert und trägt einen Namen: Cesare Lupo. Der zu Saisonbeginn verpflichtete Trainer machte den Laden wieder flott und verabreichte dem SVM mit seinem Elan und seinen Ideen eine Frischzellenkur. Kaum verwunderlich schwärmen sowohl die Mötzinger Spieler als auch die Verantwortlichen vom neuen Coach. „Cesare hat hier neuen Schwung reingebracht“, hat SVM-Spielleiter und Co-Trainer Matthias Haarer schnell festgestellt. „Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit.“

Die nackten Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache. Beendete Mötzingen die vergangene Runde mit nur elf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, hat die Truppe von Cesare Lupo zur Winterpause bereits deren 13 nach nur 14 Spielen auf dem Konto. „Eigentlich müssten wir noch deutlich besser dastehen“, sieht Matthias Haarer sogar noch Luft nach oben, „aber wir haben in einigen Spielen in den letzten Minuten etliche Zähler liegen lassen.“ So sprang zum Bedauern des Mötzinger Spielleiters nicht mehr als der drittletzte Tabellenplatz heraus, jedoch sind die im Klassement davor platzierten Mannschaften nahe. „Genau betrachtet wird Aidlingen Meister und dahinter gibt es einen Dreikampf um Relegationsplatz zwei. Aber Rang fünf ist für uns durchaus noch zu erreichen. Auf Isa Boletini haben wir nur acht Punkte Rückstand.“

Welcher Abschlussrang am Ende dann tatsächlich herausspringen wird, ist für Cesare Lupo zweitrangig. Hauptziel des Mötzinger Trainers ist die Entwicklung seiner Spieler. Und mit der ist er nach einem halben Jahr Zusammenarbeit zufrieden. „Ich habe da etwas begonnen und es fühlt sich gut an“, ist Cesare Lupo angetan vom Engagement seiner Spieler. „Die Beteiligung im Training ist sehr gut, und die Jungs sind charakterlich einwandfrei.“ Da es darüber hinaus auch mit dem Vorstand passe, gab es für den 44-Jährigen „keinen Grund hier nach nur einem Jahr bereits wieder abzuhauen. Die Jungs glauben an das Projekt und der Vorstand hat Vertrauen und schätzt meine Arbeit.“

Dass die Aufgabe in Mötzingen keine einfache werden würde, wusste Cesare Lupo schon vor Amtsantritt. Bammel hatte der in Tübingen wohnhafte Italiener aber nicht, im Gegenteil. „Leicht kann jeder, ich dagegen liebe die Herausforderung. Und nach all den schwachen Jahren ist das bisher Erreichte ein riesen Erfolg für alle Beteiligten.“ Ein Erfolg, der in der näheren Umgebung nicht unbemerkt blieb. So hatte Cesare Lupo in diesem Winter wieder einige Anfragen anderer Vereine vorliegen, schlug diese aber allesamt aus. „Gute Arbeit spricht sich herum und die Anfragen machen mich stolz, aber ich bin hier in Mötzingen noch nicht fertig.“ Dabei verfolgt der SVM-Coach, der zuletzt den TGV Entringen in die Kreisliga A im Bezirk Alb geführt hatte, nicht nur den kurzfristigen Erfolg. Zwar strebt er mit seiner Mannschaft in dieser Saison einen durchaus noch erreichbaren einstelligen Tabellenplatz an – der Rückstand auf Rang sieben beträgt gerade einmal zwei Punkte –, schaut aber auch hierbei über den Tellerrand hinaus. „Mein Traum, und auch der des Vereins, ist es, wieder eine zweite Mannschaft in den Spielbetrieb zu nehmen.“ Doch Matthias Haarer bremst: „Die aktuelle Kaderbreite lässt das derzeit aber nicht zu.“ Er ist aber guten Mutes, in naher Zukunft wieder ein Reserveteam an den Start schicken zu können. „Wir legen gerade eine gute Basis, da das gesamte Team und auch der Trainer in der nächsten Saison zusammenbleiben. Aber wir haben auch noch einige offene Baustellen.“

So liegt das Augenmerk vor allem auf der Suche nach einem Torhüter. „Da unser Stammtorwart Christian Heckel berufsbedingt nach Berlin gezogen ist, gibt es da eine Lücke zu besetzen.“ Vorerst sollen Abteilungsleiter Michael Landenberger und Vereinslegende Andreas Mähler – beide keine gelernten Torhüter – aushelfen. „Das ist natürlich alles andere als ideal, aber wir haben leider immer noch keinen Schlussmann gefunden“, bestätigt Matthias Haarer. Zumindest in Bezug auf die Trainerposition kann der Mötzinger Spielleiter aber durchatmen. „Wir sind froh, das dieser Vollblutfußballer unser Trainer bleibt. Seine Art färbt auf die Spieler ab, die seit Cesares Ankunft deutlich motivierter und lernwilliger geworden sind.“

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Erstellt:
7. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 17sec

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