Mike Leibssle sagt für ein weiteres Trainerjahr zu
Noch wenige Tage bevor die Zweitliga-Frauen der SG H2Ku Herrenberg bei der TG Nürtingen das württembergische Derby mit 21:26 verloren, wurde in Sachen Trainer für die kommende Runde Nägel mit Köpfen gemacht. Mike Leibssle geht beim Gäuclub ineine dritte Saison als Coach.
Will die Herrenberger SG-Frauen ein weiteres Jahr in der Balance halten: Trainer Mike Leibssle GB-Foto (Archiv): Schulz/Eibner
Handball: Im derzeitigen Zweitliga-Kader sieht der Coach noch ein großes Entwicklungspotenzial
„Ich fühle mich sehr wohl in Herrenberg und bin der festen Überzeugung, dass sich in allen Bereichen was entwickelt“, begründet Leibssle die frühzeitig spruchreife Vertragsverlängerung mit dem Sportlichen Leiter der SG, Hagen Gunzenhauser, und dem Frauen-Abteilungsleiter Ingo Janoch. Vor allem die Zusammenarbeit mit Katja Rhotert, der Geschäftsführerin der neu gebildeten Handball GmbH bei der SG H2Ku (wir berichteten) hob er vor: „Das läuft alles in eine sehr gute Richtung.“ Im gleichen Atemzug betont aber der akribische Arbeiter: „Ohne die Absprache mit meiner Frau, die voll hinter mir steht, hätte ich das aber nicht stemmen können.“ Schließlich sind sie im Hause Leibssle seit Juli diesen Jahres zu viert, Barbara Leibssle-Balogh, eine ehemalige ungarische Handball-Nationalspielerin und eben die beiden Söhne.
Im Gespräch mit dem 39-jährigen Übungsleiter wird deutlich, dass er und Gunzenhauser auch schon vereinzelt Gespräche mit der ein oder anderen Spielerin geführt haben. Sportlich gesehen hätte ihm als nunmehr Tabellenneunter gerne noch das eine oder andere Ergebnis, sprich mehr Punktgewinne, besser gefallen, aber mit der Entwicklung seines Teams zeigt er sich einverstanden. Aufgrund der Tatsache, dass mit Torhüterin Laura Waldenmaier, Anika Bissel, Saskia Hiller, Stefanie Schoeneberg, Szimonetta Toepelt-Gera und Sarka Marcikova sechs neue Kräfte integriert werden mussten, freue er sich, dass „die Mannschaft sehr, sehr gut harmoniert“. Der Fokus in den nächsten Wochen ist nun darauf gerichtet, diese Formation zusammenzuhalten, sprich so viele Vertragsverlängerungen wie möglich zu erzielen. „Ich wollte eigentlich nicht, dass sich da eine Spielerin in der Pflicht sieht, den Anfang zu machen – sondern, das mache ich selbst. Nicht zuletzt, weil ich im Team auch ein großes Potenzial sehe“, so Leibssle. Im Hinterkopf hat der SG-Trainer zudem die nervenaufreibende erste Saison, als mit einem Rumpf-Kader agiert werden musste, der Klassenerhalt zwar früher als erhofft eingetütet wurde, aber der Weg dorthin doch ein enormer Kraftakt war. Schon damals war es für Stammkräfte wie Kerstin Foth oder Lea Neubrander ein enorm wichtiger Faktor, ob nach einer solch „wackligen Runde“ Mike Leibssle als Trainer an Bord blieb. Doch der SG-Coach macht sich keine Illusionen, dass das Ringen um seine Führungsfiguren nicht einfach sein wird: „Da gibt es viele Unwägbarkeiten.“ Umso wichtiger war es ihm, noch vor der längeren Trainingspause, die nach dem anstehenden Heimspiel am kommenden Samstag, 14. Dezember, gegen den TuS Lintfort (19.30 Uhr/Markweghalle) ansteht, seinen Schützlingen eine gewisse Klarheit mitzugeben, dass der Weg in Herrenberg mit ihm als Trainer weitergeht. Erst am 27. Dezember kommt das Team wieder zum Training zusammen.
Auch bezüglich der zahlreichen Neuzugänge gibt sich Leibssle betont optimistisch. Denn die sogenannten „Patenschaften“, die zu Saisonbeginn eingeführt wurden, haben sich bewährt. Für jeden Neuzugang diente eine Stammkraft als Ansprechpartnerin, sie erläuterte einem, welche der vielen Hallen in Herrenberg die richtige ist oder was sonst Wissenswertes in und um die Gäustadt passiert. Auch wurde ständig der Trainingspartner gewechselt, Leibssle: „Wir haben da ein eigenes System entwickelt.“ Dass bald auch mehr Erfolgserlebnisse in der zweiten Liga anstehen, davon ist er überzeugt: „Momentan lassen wir uns immer wieder durch den einen oder anderen individuellen Fehler noch aus dem Tritt bringen.“