Mit einer großen Lust auf sportlichen Erfolg ausgestattet

Urs Bonhage freut sich auf die Herausforderung: „Diese Saison wird ganz speziell“GB-Foto: Baur/Eibner

Urs Bonhage freut sich auf die Herausforderung: „Diese Saison wird ganz speziell“GB-Foto: Baur/Eibner

Fast einen Monat später als gewohnt greifen die Handballer der SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend im Heimspiel gegen den HC Neuenbürg (20 Uhr) in das Spielgeschehen der Baden-Württemberg-Oberliga ein. Besonders heiß auf sein Pflichtspieldebüt ist dabei Urs Bonhage. Zu dieser Runde von der HSG Böblingen/Sindelfingen wieder nach Herrenberg zurückgekehrt, strotzt der 26-jährige Rückraumspieler vor Tatendrang.

Seit Ende Juni befinden sich die Handballer der SG H2Ku Herrenberg schon in der Vorbereitung auf die am Samstag startende Saison in der Baden-Württemberg-Oberliga. Nach ziemlich genau drei Monaten und nur vier Testspielen brennen die Schützlinge von SG-Trainer Fabian Gerstlauer darauf, ihr erlangtes Können nun auch im richtigen Wettkampf anzuwenden. Während der Stamm der vergangenen Saison ahnt, was in der vierten Liga auf ihn zukommt, sind vor allem die Neuzugänge gespannt darauf, ob und wie sie höherklassig werden mithalten können. So unter anderem Urs Bonhage, der mit seinem bereits im Januar verlautbarten Wechsel von der HSG Böblingen/Sindelfingen kurzerhand mal zwei Ligen überspringt. „Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, brennt Urs Bonhage auf sein erstes Spiel in der Markweghalle.

Dem 26-Jährigen, der vor seinen fünf Jahren bei der Handballgemeinschaft der SV Böblingen und des VfL Sindelfingen schon einmal für die SG H2Ku auflief, ist überhaupt nicht bange davor. Einst spielte er mit den Herrenbergern sogar in der Dritten Bundesliga, entschied sich damals aber, seiner Ausbildung und dem Studium den Vorrang zu geben und fortan – sportlich gesehen – deutlich kleinere Brötchen zu backen. Das Studium vor genau einem Jahr abgeschlossen, den Job sofort angetreten, war der Wunsch bei Urs Bonhage, es noch mal mit höherklassigem Handball zu versuchen, aber wieder groß. Da der Entwicklungsprozess bei seinem Heimatverein ins Stocken geriet, entschied er sich für eine Rückkehr zu den Herrenbergern.
„Mit 26 Jahren habe ich das richtige Alter erreicht, um noch mal höher anzugreifen“, freut sich Urs Bonhage auf die neue Herausforderung.

Zumal er selber sagt, dass er in seiner Entwicklung „stehen geblieben“ war. „Bei der HSG war nach einigen Jahren, in denen es eigentlich nur bergauf ging, alles zu bequem geworden, so dass ich erkannt hatte, dass ich eine Veränderung brauche.“ Da der Kontakt nach Herrenberg in den vergangenen Jahren nie abgebrochen war, freundete sich Urs Bonhage schnell mit einer Rückkehr an den Fuß der Stiftskirche an. „Eigentlich wollten mich die Herrenberger schon im Jahr davor haben, aber das hatte damals noch nicht gepasst. Jetzt hingegen schon.“ Für Fabian Gerstlauer war Urs Bonhage der Wunschkandidat im rechten Rückraum. „Urs ist Linkshänder, hat das perfekte Alter, die richtige Mentalität und auch den passenden Charakter. Darüber hinaus hat er große Lust auf sportlichen Erfolg, und das deckt sich mit unseren Zielen.“

Nach drei Monaten der Vorbereitung fühlt sich Urs Bonhage bereit für den neuen Karriereschritt. „Ich bin definitiv so fit wie noch nie“, gewinnt der Rückraumspieler der langen Testphase auch sehr viel Positives ab. Dazu hat auch der coronabedingt jähe Abbruch der vergangenen Saison beigetragen. „Normalerweise quält man sich bis in den Mai hinein, hat dann vielleicht noch Relegationsspiele zu absolvieren und steigt schließlich nach vier bis sechs Wochen Pause schon wieder in die Vorbereitung ein.“ Dieses Mal ging der Übergang von der einen zur anderen Saison viel geschmeidiger über die Bühne. „Ich bin ohne jegliche Schmerzen in die Vorbereitung gestartet“, strahlt Urs Bonhage.

Im Grunde gelte all das aber auch für die komplette Mannschaft. Denn schon weit vor dem Vorbereitungsbeginn befanden sich die SG-Akteure trainingstechnisch im „Homeoffice“. „Wir haben Pläne bekommen, um nicht bei null zu starten“, bestätigt Urs Bonhage zufrieden. So konnten Verletzungen und kleinere Wehwehchen auskuriert werden. Deshalb ist er auch zuversichtlich, mit seinem neuen alten Verein durchstarten zu können. „Alle Spieler haben sich an die Vorgaben gehalten, wir sind gut drauf und sehnen den Anpfiff am Samstag herbei. Es wird auch ehrlich gesagt Zeit, dass es endlich losgeht.“

Nichtsdestotrotz erwartet Urs Bonhage eine Saison, in der fast alle Mannschaften der BWOL ein ähnliches Ziel verfolgen: und zwar nicht abzusteigen. Bei bis zu sechs möglichen Absteigern im 18er-Feld wird das ein Kampf auf Biegen und Brechen werden. „Diese Saison wird ganz speziell“, ahnt der 26-Jährige. „Wenn fast die Hälfte der Liga absteigen könnte, geht es vom ersten Spieltag ans Eingemachte.“ Das vorrangige Ziel sieht der Herrenberger Rückraumspieler darin, sich möglichst früh aus dem Gröbsten herauszuhalten. „Wir wollen von Beginn an punkten, stecken uns vorerst Etappenziele und passen diese mit der Zeit an.“

Mit der Art, wie sein Trainer spielen lässt, sieht er sein Team bestens dafür gerüstet. „Hinten aggressiv und antizipativ, nach vorne gnadenloses Tempo“, beschreibt Bonhage „die Spielweise, die ich auch bevorzuge. Wir müssen auch fehlende Größe wettmachen, deshalb setzen wir vermehrt auf Spielwitz.“ Dass er dabei zwei seiner besten Freunde neben sich weiß, erleichtert die Sache auch für den rechten Rückraum der Herrenberger deutlich. Mit Frederik Todt, der ebenfalls vor der Runde von der HSG in die Markweghalle wechselte, sowie Alexander Zürn, der seit 2014 schon das Herrenberger Trikot trägt, hat er seine gesamte Jugendzeit verbracht. „Ich freue mich riesig, mit Freddy als Spielmacher sowie Alex als Rechtsaußen neben mir, wieder vereint zu sein. Das erleichtert vieles, da wir gewisse Abläufe durch jahrelanges Zusammenspiel ganz genau kennen.“ EDIP ZVIZDIÇ

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 48sec

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