Metzgerei Bosch feiert Wiedereröffnung
Moderner Laden mit SB-Bereich
Fabienne und Dennis Bosch – die dritte Generation des Meisterbetriebs – räumen die Selbstbedienungsabteilung ein. Der SBBereich ist täglich von 5 bis 23 Uhr zugänglich. GB-Foto: Holom
Fleisch und Wurst von hier für hier: Diesem Leitgedanken folgt die Herrenberger Metzgerei Bosch nun in einem umgebauten Ladengeschäft, das am heutigen Freitag, 26. Juni, wieder öffnet. Der fast 25 Jahre alte Laden in der Silcherstraße wurde während der fast fünfwöchigen Schließzeit umfassend modernisiert. Größte Änderung: Ebenso wie in der Kuppinger Filiale steht nun auch in Herrenberg ein abtrennbarer Selbstbedienungsbereich zur Verfügung – zu finden gleich am Eingang, wo sich bisher die Imbissecke befand. „Die Kunden wollen flexibel einkaufen“, benennt Metzgermeisterin und Fleischsommelière Fabienne Bosch den Grund für das neue SB-Angebot, das täglich – auch sonntags und an Feiertagen – von 5 bis 23 Uhr zugänglich ist. Im Großraum Stuttgart hat die Firma Bosch als erste Metzgerei dieses Hybridkonzept eingeführt, also die Kombination aus einem klassischen Bedienverkauf mit einem Selbstbedienungsbereich, um traditionelles Metzgerhandwerk mit modernen und innovativen Einkaufslösungen zu verknüpfen. Das Herrenberger Ladengeschäft hat eine Fläche von insgesamt 65 Quadratmetern, der darin integrierte SB-Bereich ist 25 Quadratmeter groß.
Die Kühlschränke und die Kühlvitrine im Selbstbedienungsbereich enthalten das gängige Sortiment, das für spontane Einkäufe nachgefragt wird – für den schnellen Hunger, zum Warmmachen oder Kochen zu Hause oder zum Grillen. Vor oder nach den regulären Öffnungszeiten des Ladens lässt sich die Eingangstür des SB-Bereichs mit EC- oder Kreditkarte öffnen. Gezahlt werden kann nur mit Karte. Der SB-Bereich ist videoüberwacht. Der vor dem Laden stehende Automat bleibt vorerst erhalten, wird aber nicht mehr ersetzt, wenn er reparaturbedürftig ist.
Ansonsten bleibt die Metzgerei Bosch ihrer Philosophie treu: „Wir schlachten selbst und produzieren fast alles selbst – es liegt alles in unserer Hand“, erklärt Fabienne Bosch. Die Schlachtung vor Ort – die einzige noch verbliebene in der Herrenberger Kernstadt – wird auch dann fortgesetzt, wenn der Gärtringer Schlachthof wieder öffnet. „Wir wollen stressarm und nicht im Akkord schlachten“, sagte Fabienne Bosch.
Das Familienunternehmen beschäftigt am Herrenberger Standort fünf Angestellte und drei Azubis. Von der Familie arbeiten Senior-Chef Walter Bosch und dessen Kinder Fabienne und Dennis Bosch (die dritte Generation) in der Firma mit. Elke Bosch, die Ehefrau von Walter Bosch, ist für das benachbarte Gästehaus zuständig.
Fast fünf Wochen lang war das Herrenberger Hauptgeschäft wegen des Umbaus geschlossen, noch Anfang dieser Woche herrschte eifrige Betriebsamkeit unter den jeweiligen Handwerkern – Kältetechniker und Schreiner waren ebenso am Werk wie Ladenbauer, IT-Techniker, Elektriker und Stuckateure. Investiert wurden für den Umbau rund 750 000 Euro. Neben dem SB-Bereich wurde auch die restliche Ladeneinrichtung erneuert. Die Heißtheke ist weiter ins Innere des Ladens gewandert, der Essbereich wurde nun an der Längsseite des Geschäfts untergebracht. Auch die Kassenzone wurde mit einer neuen Infrastruktur ausgestattet: Wer mit Bargeld bezahlt, darf nun Münzen und Scheine in einen Kassenautomaten einwerfen oder einführen und bekommt das Rückgeld ebenfalls über diesen Automaten zurück. Vorteil dieses Systems: Das Ladenpersonal muss kein Bargeld mehr in die Hände nehmen.
Konrad Buck