Musikalische Begleitung für fliegenden Tisch

Einen „Mix aus Zauberei und handgemachter Livemusik“ versprachen die Künstler – und hielten ihre Versprechen ein: Zauberkünstler Arnd Röhm und das Duo Lilian und Andy Kienzle ver- und bezauberten ein begeistertes Publikum drei Stunden lang in der Oberjettinger Kulturscheuer.

Petra Gieseler

Andy Kienzle, Arnd Röhm und Lilian Kienzle (von links) beim ersten Kulturzauber in Jettingen GB-Foto: Vecsey

Andy Kienzle, Arnd Röhm und Lilian Kienzle (von links) beim ersten Kulturzauber in Jettingen GB-Foto: Vecsey

An ein Fest mit vielen Freunden erinnerte der Abend. An eine Party, in der sich die einen in der Küche unterhalten, während andere es sich im Wohnzimmer gemütlich machen. Die drei Stockwerke der Kulturscheuer Jettingen wurden komplett genutzt. Man saß hier und sah zu, stand dort und ließ die Musik auf sich wirken, machte mit – und Zeit für kleine Plaudereien war ebenfalls.

Vor eineinhalb Jahren lernten sich das Duo Lilian und Andy Kienzle kennen und verstanden sich auf Anhieb. Aus dieser Begegnung entstand die Idee, einen Abend gemeinsam zu gestalten. Das Schwierigste daran: die Terminkalender aufeinander abzustimmen. „Die Kombination aus beiden Künsten und dieser Location ist einfach perfekt“, sagt Arnd Röhm. Ein wenig Nervosität lag kurz vor Veranstaltungsbeginn noch in der Luft. Wie viele Gäste wohl kommen würden? Wird die Idee überzeugen? Klappt alles wie geplant? Doch kurz nach 19 Uhr, als alle Plätze besetzt waren, verabschiedete sich das Lampenfieber der Kunstschaffenden.

„A Kind of Magic“ von Queen begleitete Röhm auf die Bühne im obersten Stockwerk. Auf ihr befanden sich eine Staffelei mit mehreren verdeckten Bildern und ein Koffer. Mit einem „Notfallbeutel“, einer braunen Papiertüte mit allerlei magischem Inhalt, trat der Zauberkünstler vor sein Publikum. Alles, was man so zum Zaubern brauche, sei in dem Papierbeutel enthalten, erklärte er und präsentierte ein rotes Tuch, einen Stift, ein Seil, eine Tasse, jede Menge Karten, etwas zum Lesen und ein frisches Radler. Erste Lacher.

Dann wurde es wirklich magisch. Röhm ließ einen Gast aus 20 Autogrammkarten prominenter Schauspieler und Sänger eine Karte auswählen, ohne sie in Augenschein zu nehmen. Die Wahl des Gastes fiel auf das Konterfei Julia Roberts’. Nach „befragen“ des Zauberbuchs und seines Jokers wusste Röhm den Namen und hatte das passende Bild im Großformat schon parat. Es verschwand ein Zehn-Euro-Schein, dessen Seriennummer schriftlich festgehalten wurde, und tauchte nach fast einer Stunde im Inneren eines Bierdeckels wieder auf. Tücher ver- und entknoteten sich, obwohl auch sie von Gästen, die als Zauberlehrlinge dienten, festgehalten wurden. Dann erklärte der Zauberer den Unterschied zwischen einem Kartentrick und einem Kartenkunststück. Eine Dame aus dem Publikum hatte den Auftrag, ein Kartendeck gut durchzumischen und eine beliebige Karte zu ziehen. Nach einem spielerisch unterhaltsamen Geplänkel mit dem Publikum bestätigte Röhm am Ende selbstredend die Karte, für die sich seine Erfüllungsgehilfin entschieden hatte. In schwäbischer Mundart und mit viel Charme bestritt Röhm den ersten Teil des Abends.

Nach einer kurzen Pause übernahmen Lilian und Andy Kienzle (beide Gitarre und Gesang) das Ruder. Mit 15 Titeln, die zum Teil das Thema Magie zum Inhalt hatten, startete das Duo in den Abend. „Revolution“ von Tracy Chapman eröffnete musikalisch dieses Doppelevent. Lilians Stimme, rauchig, kräftig, soulig, und mit Andy im Duett von Mel C und Brian Adams „When you’re Gone“ verzauberte schlagartig alle Gäste. Mal tanzte das Publikum mit, mal wurde in die Hände geklatscht. Dann wieder war es mucksmäuschenstill bei wunderschönen und exzellent vorgetragenen Balladen, wie „Fields of Gold“ von Sting.

Am Ende schließt sich der Kreis
beim zweiten „A Kind of Magic“

„Es ist so schön kuschelig hier“, stellt Lilian fest, bevor sie deutschsprachige Songs präsentierten. Schließlich ging mit „Bad Moon Rising“ (Creedence Clearwater Revival) und AC/DCs „You shook me all Night long“ der erste Kulturzauber in Jettingen seinem Ende entgegen. Als Höhepunkt standen die drei Künstler noch gemeinsam auf der Bühne – und der Kreis schloss sich, als zum zweiten Mal „A Kind of Magic“ erklang und Röhm zur Musik einen kleinen Tisch schweben ließ. Mit einem schier nicht enden wollenden Applaus verabschiedete sich das Publikum – quasi gänzlich verzaubert. „Ich bin mit meinen Freundinnen da. Beide hatten Geburtstag und ich habe ihnen die Eintrittskarten geschenkt. Der Abend hat uns dreien sehr gut gefallen“, bestätigte Lisa Scheuermann (66) aus Jettingen.

„Genau so haben wir uns das vorgestellt. Es wird auf jeden Fall eine Fortsetzung geben. Wir haben auch schon was im Hinterkopf. Aus Termingründen konnten wir allerdings erst das kommende Jahr ins Auge fassen“, meinte Arnd Röhm zufrieden.

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Erstellt:
19. Februar 2019, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 08sec

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