Mutter und Sohn widersetzen sich der Polizei

Tailfingen - Beamte des Polizeireviers Herrenberg bekamen es am Mittwochabend in Tailfingen mit einer aggressiven Mutter zu tun, die sich energisch für ihren Sohn einsetzte. Gegen die Frau und ihren Sohn wird nun wegen Widerstands gegen Polizeibeamte ermittelt. Außerdem wird sich der 18-Jährige wegen Verstoßes gegen Bestäubungsmittelgesetz verantworten müssen.

Zu einem Polizeieinsatz kam es amMittwochabend in TailfingenGB-Foto (Symbolbild): SDMG/Dettenmeyer

Zu einem Polizeieinsatz kam es amMittwochabend in Tailfingen GB-Foto (Symbolbild): SDMG/Dettenmeyer

Vorausgegangen war gegen 20.10 Uhr eine Verkehrskontrolle in Herrenberg. Dort hatten Beamten des Polizeireviers Herrenberg einen Pkw bemerkt, der plötzlich zügig abbog, als der Streifenwagen in Sichtweite kam. Die Polizisten nahmen hierauf die Verfolgung auf und konnten den Wagen in der Straße „Im Vogelsang“

anhalten. Bei den Insassen handelte es sich um drei 17, 18 und 19 Jahre alte Männer. Während sich der 17- und der 19-Jährige kooperativ zeigten, ergriff der 18-Jährige, der nervös zu sein schien, zu Fuß die Flucht. Einer der Beamten blieb ihm jedoch auf den Fersen, so dass der Geflüchtete in der Raistinger Straße vorläufig festgenommen werden konnte. Die Durchsuchung des Tatverdächtigen brachte verpacktes Betäubungsmittel und Bargeld zum Vorschein.

Es ergab sich nun der Verdacht, dass der 18-Jährige unerlaubt mit Betäubungsmitteln handeln könnte. Aufgrund dessen erging ein staatsanwaltschaftlicher Durchsuchungsbeschluss für das von dem Tatverdächtigen bewohnte Zimmer in Tailfingen. Als die Beamten an der Tür der Wohnung klingelten, öffnete die 41 Jahre alte Mutter. Mit der Frau entstand nun eine Diskussion, da sie den Polizisten den Zutritt in die bewohnten Räume verweigern wollte. Im weiteren Verlauf traf der 18-Jährige Sohn mit einer weiteren Streifenwagenbesatzung ein. Da die Mutter den Zugang zum Zimmer des Sohnes nicht freigeben wollte, sollten ihr nun Handschließen angelegt werden. Hiergegen wehrte sie sich jedoch vehement, so dass sie laut Polizei „zu Boden“ gebracht werden musste.

Nun begann auch der Tatverdächtige, der bereits Handschließen trug, sich gegen die anwesenden Beamten zu wehren. Er trat nach den Beamten und musste ebenfalls zu Boden gebracht werden. Durch die heftigen Widerstandhandlungen erlitten die 41-Jährige wie auch ihr Sohn und eine Polizistin leichte Verletzungen. Während der sich anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen schrie die 41-Jährige, die vermutlich unter dem Einfluss von Alkohol stand, fortwährend umher und beleidigte die eingesetzten Polizeibeamten. Ihre ebenfalls anwesende 20 Jahre alte Tochter forderte sie mehrfach auf, den Einsatz zu filmen. Diese verhielt sich jedoch kooperativ und versuchte beruhigend auf die Mutter einzuwirken. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten weiteres bereits verpacktes Marihuana sowie Verpackungsmaterial und eine Feinwaage auf. Die beiden Tatverdächtigen konnten, nachdem die Maßnahmen beendet waren, in der Wohnung bleiben.

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Erstellt:
9. Juli 2020, 11:32 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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