Nachholbedarf bei Sozialwohnungen

Wie kann man städtische Themen verständlich und kurzweilig vermitteln? Die Schülerfirma HandmadeClips macht mit einem Video zum Thema bezahlbarer Wohnraum vor, wie es geht. Der Clip ist auf herrenberg.de abrufbar und Auftakt einer neuen Videoreihe unter dem Titel „Was macht die Stadt eigentlich zum Thema...?“.

Bundesweit ging die Zahl der Sozialwohnungen seit 1990 von 2,8 Millionen auf aktuell eine Million zurück, erläutert Thomas Sprißler in dem Videoclip zu bezahlbarem Wohnraum GB-Foto: gb

Bundesweit ging die Zahl der Sozialwohnungen seit 1990 von 2,8 Millionen auf aktuell eine Million zurück, erläutert Thomas Sprißler in dem Videoclip zu bezahlbarem Wohnraum GB-Foto: gb

Stadtpolitik steht manchmal im Ruf, kompliziert, langweilig und abgehoben zu sein. Dass dem nicht unbedingt so ist, möchten der Begleitausschuss von Demokratie leben! und die Stabsstelle Steuerung und Kommunikation mit einer neuen Videoreihe zu verschiedenen städtischen Themen zeigen. Die Videos werden unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt und auf den Social-Media-Kanälen der Stadt veröffentlicht. Das Besondere: Zu jedem Video können Bürger Fragen einreichen. Die Fragen aus der Bürgerschaft werden dann gesammelt beantwortet.

Angehörige der Mittelschicht
sind ebenfalls betroffen

Die Reihe startet mit einem Video zum Thema bezahlbarer Wohnraum, das die Schülerfirma HandmadeClips für ein Pilotprojekt gedreht hat. Darin beantworten Oberbürgermeister Thomas Sprißler und Baubürgermeisterin Susanne Schreiber knapp und auf den Punkt gebracht, was sich in Herrenberg in Sachen bezahlbarer Wohnraum tut.

„Die Ballungsregion Stuttgart wächst ständig“, nennt Thomas Sprißler einen der vielfältigen Gründe. Weitere Faktoren seien die langanhaltenden niedrigen Zinsen, die dazu führten, dass mehr in Immobilien investiert wird sowie der Rückgang im sozialen Wohnungsbau: Bundesweit ging die Zahl der Sozialwohnungen seit 1990 von 2,8 Millionen auf aktuell eine Million zurück. „Das zeigt deutlich, dass wir hier dringenden Nachholbedarf haben“, so der OB. Das habe Auswirkungen, erklärt Baubürgermeisterin Susanne Schreiber weiter: „Die soziale Ungleichheit nimmt ständig zu. Unsere Stadtgesellschaft büßt an Vielfalt ein. Junge Familien müssen schlimmstenfalls wegziehen.“ Auch Angehörige der Mittelschicht seien betroffen, wie Erzieher und Pflegerinnen.

„In Herrenberg versuchen wir diese Frage mit einer großen Wohnungsbauoffensive zu beantworten“, sagt OB Sprißler mit Blick auf die verschiedenen aktuellen und geplanten Wohnbauprojekte in der Stadt. Neuer Wohnraum entsteht etwa im Leibfried- und Aischbachareal, in der Schäferlinde, in Herrenberg-Süd sowie im Baugebiet Gartenäcker in Gültstein. Bei Wohnbauvorhaben mit städtischer Beteiligung wird eine Quote für Sozialwohnungen festgelegt, im Affstätter Tal baut die Stadt selbst Sozialwohnungen. „Ein weiterer Baustein könnte die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft sein“, so der OB. Abschließend macht OB Sprißler deutlich:

Bis zum 30. Juni können alle Herrenberger ihre Fragen an die Stadt zum Thema bezahlbarer Wohnraum stellen – unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt, an be@herrenberg.de per E-Mail sowie unter dem Video-Post auf Facebook und Instagram. Die Fragen werden im Anschluss gesammelt beantwortet. Zudem können Bürger auf der genannten Homepage eigene Themen vorschlagen oder die Themen anderer unterstützen. Die Ideen mit der größten allgemeinen Unterstützung werden in weiteren Videos aufbereitet. -gb-

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Erstellt:
9. Juni 2021, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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