Nur erprobte Implantate im Einsatz

Über 100 Zuhörer kamen zum Vortrag von Dr. Johannes Maihoff in Jettingen. Dabei ging es um moderne Verfahren beim Ersatz von Hüft- und Kniegelenken. Aber auch das Herrenberger Krankenhaus war bei der Veranstaltung ein Thema.

Dr. Maihoff zeigte eine Auswahl an KniegelenkersatzGB-Foto: gb

Dr. Maihoff zeigte eine Auswahl an KniegelenkersatzGB-Foto: gb

„Dieses medizinische und pflegerische Juwel eines Krankenhauses muss für Herrenberg und das Obere Gäu unbedingt erhalten bleiben“, betonte Manfred Koebler, der Vorsitzende des Kreisseniorenrats zu Beginn der Veranstaltung. Die Diskussion um die Zukunft der kleineren Krankenhäuser sei entbrannt durch verschiedene Studien, unter anderem einer Studie der Bertelsmann Stiftung, wonach Patienten besser versorgt werden könnten, wenn in Deutschland die 1400 Krankenhäuser auf 600 reduziert würden. Und die Bundesregierung scheine dieser Empfehlung zu folgen. Der jüngst veröffentlichte Referentenentwurf mit harten Bedingungen für eine Notfallversorgung im Krankenhaus gehe in diese Richtung. Umso mehr müsse man die Kompetenzen und Kapazitäten, die es im Krankenhaus Herrenberg gebe, bekannt machen und auch nutzen. Dies sei das Motiv für eine Vortragsserie mit dem Arbeitstitel „Medizin vor Ort“, die der Kreisseniorenrat gemeinsam mit dem Klinikverbund und der Unterstützung durch die Volkshochschule initiiert habe. Bürgermeister Hans Michael Burkhardt stellte zum ersten Vortrag seinen Mehrzweckraum in Jettingen zur Verfügung. Dieser platzte mit über 110 Teilnehmern aus allen Nähten, als Dr. Johannes Maihoff, seit August 2019 Bereichsleiter Unfallchirurgie und Endoprothetik im Krankenhaus Herrenberg, in einem Vortrag seine modernsten Verfahren beim Ersatz von Hüft- und Kniegelenken vorstellte. Bis er letztendlich zu einer Operation rate, versuche Dr. Maihoff, verschiedene konservative Behandlungen anzusetzen. Dabei sei die Beurteilung eines erfahrenen Arztes sehr wichtig. In seinem Vortrag ging Dr. Maihoff auf die Entstehung und möglichen Ursachen einer Arthrose ein und erklärte verschiedene Möglichkeiten einer konservativen Therapie.

Implantate mit einem
hohen Qualitätsstand

Bei der Operation selbst gelte es, sehr präzise zu arbeiten. Die verwendeten Implantate hätten mittlerweile einen sehr hohen Qualitätsstand erreicht. So kämen auch in Herrenberg nur lange erprobte künstliche Gelenke zum Einsatz. Statistiken zeigten, dass die Patienten in mehr als 80 Prozent mit einer Knie-OP sehr zufrieden seien, bei einer Hüft-OP läge die Zufriedenheit über 95 Prozent.

Betroffene sollten vor einer OP zwar alle empfohlenen konservativen Therapien durchführen, jedoch mit der Operation nicht zu lange warten. Der Genesungsprozess sei günstiger, wenn das Gelenk noch gut beweglich ist.

Das Krankenhaus in Herrenberg zeichne sich durch eine intensive physiotherapeutische Behandlung und gute pflegerische Unterstützung nach der Operation aus. Die Patienten kämen meist schon mit guter Funktionsfähigkeit und wiedererlangter Selbstständigkeit in die anschließende stationäre oder ambulante Reha.

Im Anschluss an seinen Vortrag stellte das Publikum Fragen. Auf die Frage, ob denn die Krankenkassen für eine solche Behandlung alles bezahlen, antwortete Dr. Maihoff: „Zum Glück haben wir immer noch eine sehr gute medizinische Versorgung in unserem Land. Die Kosten für alle diese Behandlungen werden von den Krankenkassen vollständig übernommen. Der Patient und sein Arzt können frei über Notwendigkeit und Durchführung der Operation entscheiden.“ -gb-

Zum Artikel

Erstellt:
25. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.