Räte schlucken die teure Kröte

Von Jochen Stumpf

„Ich präsentiere Ihnen leider eine kleine Kröte“, gab Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderats zu. Die Stadt möchte mit einer Kindertageseinrichtung in das Seeländer-Projekt einziehen. Doch dieses Vorhaben wird nun wesentlich teurer.

Räte schlucken die teure Kröte

Im Seeländer-Gebäude entsteht auch eine Kindertageseinrichtung GB-Foto: Holom

„Manches war noch nicht zu sehen und kristallisiert sich erst in der Ausführungsplanung heraus“, sagte Sprißler. Eine dreigruppige Kindertageseinrichtung hatte der Gemeinderat in dem Büro- und Geschäftshaus Seeländer beschlossen. Die Gründe für die Mehrkosten sind vielfältig. „Wir müssen die Kita Hauffstraße länger mitschleppen“, sagte Sprißler. Ursprünglich war geplant, die Ausstattung und Möblierung von der Hauffstraße mitzunehmen. Allein dafür werden nun 15000 Euro fällig.

Auch der Außenbereich schlägt mit 270000 Euro zu Buche, die Küchenausstattung mit 115000 Euro. Mit der kita-spezifischen Ausstattung wie etwa für besondere Böden muss Herrenberg hier in Summe beinahe 850000 Euro aufbringen. Einkalkuliert im Haushalt 2020 waren 275000 Euro. „Die Kosten für die kita-spezifischen Einbauten wurden erst jetzt vorgelegt und sind deutlich höher als erwartet“, heißt es in der Ratsdrucksache. „In der Summe ergeben sich dann Investitionskosten in Höhe von 535 000 Euro und gegenüber dem Planansatz von 275000 Euro Mehrausgaben in Höhe von 260000 Euro.“

SPD-Gemeinderätin Sarah Holczer hegte Zweifel an den Kosten für die Küchenausstattung: „115000 Euro kann ich nicht nachvollziehen, und es ist auch nicht detailliert dargestellt“, kritisierte sie. „Da setze ich ein ganz großes Fragezeichen.“ Noch nicht ausgereift sei die Planung, ihre Bauchschmerzen nannte sie sehr groß.

Verwaltung hat dieNachhaltigkeit überprüft

OB Sprißler räumte ein, beim Außenspielbereich sehr scharf nachschauen zu wollen, was angesetzt und umgesetzt werden müsse. Er erwiderte Gemeinderat Frank Däuber (SPD), dass es garantiert nicht der Fall sei, dass auf 25 Jahre hinaus keine Mieterhöhung dabei sei. „Wir haben es aber durchgerechnet, wirtschaftlich mit entsprechenden Faktoren nachgerechnet“, sagte der OB. „Ihre Bedenken kann ich nachvollziehen, bitte aber trotzdem um Zustimmung.“ Grünes Licht, die unerwarteten Kosten über den Nachtragshaushalt zu decken, erhielt die Verwaltung von 16 Räten bei einer Gegenstimme und acht Enthaltungen.