Rangieren bei Regen machte Rollrasen zu schaffen

Schotterrasenmischung, dann Rollrasen, jetzt wieder eine Rolle rückwärts zur Schotterrasenmischung: Der Untergrund der erst vor gut einem Jahr eingeweihten Wohnmobil-Stellplätze beim Freibad macht Probleme. Seiteinigen Wochen sind sie deshalb gesperrt. Am 20. Juli könnten sie wieder freigegeben werden.

Besucher aus dem Hochsauerlandkreis stehen mit ihrem Wohnmobil vor der Absperrung GB-Foto: Holom

Besucher aus dem Hochsauerlandkreis stehen mit ihrem Wohnmobil vor der Absperrung GB-Foto: Holom

Mit voraussichtlich deutlich unter 10000 Euro schlägt die Sanierung der noch recht jungen Anlage für Touristen mit ihren mobilen Unterkünften, die vor etwa 14 Monaten offiziell eingeweiht worden war, zu Buche: Klaus Maisch, Leiter des Herrenberger Amts für Tiefbau und Entwässerung, schätzt, dass 6000 bis 7000 Euro dafür aufgewandt werden müssen. Die Kosten für die Anlage lagen seinerzeit bei rund 185000 Euro, der Verband Region Stuttgart förderte die Anlage mit 34000 Euro und investierte damit in ein Projekt namens „Wohnmobilfreundliche Region Stuttgart“, das allein im Kreis Böblingen sieben derartige Anlagen – darunter in Bondorf, Jettingen und Hildrizhausen – vorgesehen hat.

Das Areal im Längenholz direkt beim Hallenbad beziehungsweise Freibad und der im Entstehen begriffenen Freizeitanlage dient als Ersatz für die früheren Wohnmobil-Stellflächen im Seeländer-Areal. Die mussten dort schon vor längerer Zeit weichen – die Fläche wird derzeit weiträumig und umfassend umgestaltet und bebaut. Die Bauarbeiten auf der kleinen Anhöhe nahe der Bundesstraße begannen im September vorvergangenen Jahres, die offizielle Einweihung der zehn Stellplätze verschiedener Größe erfolgte neun Monate später – und wurde gut angenommen. Klaus Maisch kann von einer Auslastung von 90 Prozent und mehr berichten. Allerdings bereitete der Stellplatz-Untergrund bereits im Längenholz nach nicht allzu langer Zeit Kummer. Also wurde auf die Schotterrasenmischung ein Rollrasen verlegt. „Das hat wunderbar funktioniert“, beteuert Maisch. Bis es im vergangenen Herbst über rund drei Wochen hinweg regnete. Das Rangieren mit den schweren Gefährten machte dem Rollrasen, der auf einer anfangs ausgebrachten Schotterrasenmischung ausgebreitet worden war, schwer zu schaffen. Also musste Hand angelegt werden.

Von der Möglichkeit, alternativ Rasengitter zu verlegen, sei Abstand genommen worden – „da haben sich Wohnmobilnutzer dagegengestellt“. Sie hätten ins Feld geführt, dass Campingausrüstung auf solchen Steinelementen mit ihren mit Gras gefüllten Löchern kaum gerade stehen könne. Letztlich fiel die Wahl wieder auf eine Schotterrasenmischung, eine neue natürlich. Allerdings sei das nicht die kalte Jahreszeit über gegangen, „denn da wächst Gras ja nicht“. Deshalb habe man die coronabedingte Sperrung des Areals nun genutzt, um die Fläche für diejenigen Besucher, die Herrenberg mit einem mobilen Heim ansteuern, auf Vordermann zu bringen.

Die erzwungene coronabedingte Schließungszeit des Stellplatzes indes reichte für dessen Instandsetzung nicht aus. „Der Rasen wächst noch und sollte sich etabliert haben und stabil sein“, ehe Wohnmobile wieder auf die Fläche gelassen werden. Ob allerdings diese Lösung von Dauer sein wird, sollte einmal langanhaltender Regen über die Gäustadt niedergehen – Klaus Maisch setzt dahinter ein deutlich vernehmbares Fragezeichen.

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Erstellt:
10. Juli 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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