Riskant und rücksichtslos

Kreis Böblingen: Polizei ermittelt wegen verbotenen Rennens auf der A81 bei Herrenberg.

Verbotene Autorennen – ein Sicherheitsrisiko. GB-Foto: Topic/stock.adobe.com

Verbotene Autorennen – ein Sicherheitsrisiko. GB-Foto: Topic/stock.adobe.com

Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg ermittelt wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, das sich am Dienstagabend auf der A 81 bei Herrenberg ereignet haben soll. Eine Verkehrsteilnehmerin hatte die auffällige Fahrweise eines schwarzen VW und eines grauen Audi zwischen der Tank- und Rastanlage Schönbuch-West und der Anschlussstelle Herrenberg in Fahrtrichtung Singen beobachtet und die Polizei verständigt.

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die beiden Fahrzeuge den Verkehr wiederholt auf etwa 70 Stundenkilometer ausgebremst haben, um anschließend gemeinsam stark zu beschleunigen. Zudem soll der VW verbotswidrig den Standstreifen zum Überholen genutzt haben. Ob andere Verkehrsteilnehmende durch diese Fahrmanöver konkret gefährdet wurden, ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

Verbotene Kraftfahrzeugrennen stellen ein erhebliches Risiko für die Sicherheit im Straßenverkehr dar und sind nach Paragraf 315d des Strafgesetzbuchs strafbar. Dabei umfasst der Begriff nicht nur klassische Rennen zwischen mehreren Fahrzeugen. Auch das grob verkehrswidrige und rücksichtslose Fahren mit dem Ziel, eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen, fällt darunter. Ebenso können Fluchtfahrten vor der Polizei als illegales Rennen gewertet werden.

Wie gravierend die Folgen sein können, zeigt ein tragischer Fall aus Ludwigsburg: Am 20. März 2025 kamen zwei junge Frauen ums Leben, als sie mit einem an einem illegalen Rennen beteiligten Fahrzeug kollidierten. Diese Woche wurden die verantwortlichen Fahrer in erster Instanz wegen Mordes beziehungsweise versuchten Mordes verurteilt.

Verantwortliche werden
zur Rechenschaft gezogen

Auch die Statistik zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Während im Jahr 2020 im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg insgesamt 21 verbotene Kraftfahrzeugrennen (neun in Böblingen, zwölf in Ludwigsburg) registriert wurden, stieg die Zahl bis 2025 auf 50 Fälle an (27 in Böblingen, 23 in Ludwigsburg). Für das laufende Jahr zeichnet sich bislang keine Entspannung ab: Seit Jahresbeginn wurden bereits 16 entsprechende Delikte festgestellt, davon fünf allein seit Anfang April.

In vielen Fällen handelt es sich um Fluchtfahrten vor der Polizei, etwa wegen fehlender Fahrerlaubnis, Alkohol am Steuer oder anderer Straftaten. -pb-