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SG H2Ku Herrenberg bietet eine Halbzeit Paroli

Zweitligist SG H2Ku Herrenberg hat das Erstrundenspiel im DHB-Pokal gegen den Bundesligisten Neckarsulmer Sport-Union mit 25:35 verloren. Vor knapp 250 Zuschauern in der Herrenberger Markweghalle hielt das Team von Mike Leibssle in der ersten Halbzeit gut mit und lag zur Pause knapp mit 12:15 zurück. Nach Wiederanpfiff aber schalteten die Gäste zwei Gänge hoch und hatten fortan leichtes Spiel.

SG H2Ku Herrenberg bietet eine Halbzeit Paroli

Aus dem Rückraum kommt Lea Neubrander gegen Lucie-Marie Kretzschmar zum Abschluss GB-Foto: Benjamin Lau/Eibner

Drei Wochen ist es her, als sich die SG H2Ku Herrenberg schon einmal mit der Neckarsulmer Sport-Union duellierte. In einem Testspiel zogen sich die SG-Kuties mit einer 29:30-Niederlage sehr achtbar aus der Affäre, was im Vorfeld des zweiten Aufeinandertreffens bei dem einen oder anderen SG-Fan Hoffnungen auf eine Pokalüberraschung weckte. Die Ernüchterung nach der 25:35-Niederlage wird dementsprechend groß gewesen sein, denn der Klassenunterschied war vor allem in der zweiten Halbzeit eklatant. Mike Leibssle gratulierte dann zu einem „auch in dieser Höhe verdienten Sieg“.

Wichtige Erkenntnisse hat der Herrenberger Coach nebenbei auch noch mitgenommen und ferner gesehen, dass seine Mannschaft, sobald sie konzentriert zu Werke geht, durchaus mit einem Bundesligisten mithalten könne. „In der zweiten Halbzeit war davon aber nicht viel zu sehen“, konstatierte Leibssle enttäuscht. „Das war zu hektisch, teilweise völlig kopflos. So dürfen wir uns ab nächster Woche, wenn es um Ligapunkte geht, nicht mehr präsentieren.“

Trotz der am Ende deutlichen Niederlage hatte er aber auch gute Ansätze im Spiel seines Teams ausgemacht. Vor allem in den ersten 20 Minuten war nicht zu erkennen, welches der beiden Teams in welcher Liga spielt. Kerstin Foth sorgte im Alleingang für die 2:0-Führung, Lea Neubrander erhöhte mit zwei Toren auf 4:2 (9.). Neckarsulm brauchte ein paar Minuten, um sich auf das Spiel einzulassen. Angeführt von der sehr starken Lucie-Marie Kretzschmar, Tochter des 218-fachen deutschen Nationalspielers Stefan Kretzschmar, gingen die Gäste nach 13 Minuten erstmals in Führung – und sollten diese nur noch ein Mal, im Gegenzug beim 5:5 durch Lea Neubrander, abgeben.

Der Erstligist hatte das Pokalduell im Griff, konnte die SG zunächst aber noch nicht abschütteln. Das lag unter anderem am guten Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis. Immer wieder wurde Stefanie Schoeneberg in Szene gesetzt, die beim Abschluss die Vorlagen ihrer Mitspielerinnen zu nutzen wusste. Herrenberg blieb durch einen Treffer von Carolin Tuc zum 12:14 auf Tuchfühlung, fing sich aber noch mit der Pausensirene das unnötige 12:15 durch Lucie-Marie Kretzschmar ein.

Nichtsdestotrotz freuten sich die knapp 250 Zuschauer in der Herrenberger Markweghalle auf einen spannenden zweiten Spielabschnitt – und wurden schnell enttäuscht. Bis zur 35. Minute zog die Sport-Union auf 20:13 davon. Linksaußen Michelle Goos gelang dabei ein Hattrick innerhalb von 50 Sekunden. Vorne schenkte die SG die Bälle her und fing sich hinten einen Gegenstoß nach dem anderen ein. Alleine in den zweiten 30 Minuten endeten zwölf Tempogegenstöße im Herrenberger Kasten. „Das ist zu viel, das darf natürlich nicht sein“, haderte Mike Leibssle und versuchte mit Auszeiten zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Nach 43 Minuten lag Neckarsulm mit 25:15 vorne. Ein Debakel bahnte sich an, als die Gäste in der 57. Minute auf 34:21 erhöhten. An der Ehre gepackt, rissen sich die Kuties aber noch einmal am Riemen und betrieben in der Schlussphase zumindest noch Ergebniskosmetik. An der klaren 25:35-Niederlage und dem Ausscheiden in der ersten Runde des DHB-Pokals war aber nicht mehr zu rütteln.

Zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft war Pascal Morgant. „Wir sind mit großem Respekt hierher gekommen, vor allem nach dem knappen Ergebnis im Testspiel“, sagte der Neckarsulmer Coach. „Ich war gespannt auf die Fortschritte meiner Mannschaft in diesen drei Wochen. Nach kurzer Anlaufphase haben wir dann auch den Kampf angenommen. In der zweiten Halbzeit haben wir schließlich unsere körperlichen Vorteile gnadenlos ausgenutzt und den Gegner müde gemacht.“

Mike Leibssle hielt sich nicht allzu lange mit dem Pokal-Aus auf: „Diese Partie ist für uns aber Grundlage im Hinblick auf das erste Saisonspiel am kommenden Samstag gegen Waiblingen. Das wird eine intensive Woche, und ich bin mir sicher, dass wir im Derby dem Gegner deutlich mehr Paroli werden bieten können.“

SG H2Ku Herrenberg: Elbert, Waldenmaier (beide im Tor); Schoeneberg (4), Bissel (1), Tuc (3), Bok (2), Zilinskaite (1), Foth (4/2), Toepelt-Gera (1), Wunschik, Neubrander (7/2), Hiller (1), Marcikova (1)

Neckarsulmer Sport-Union: Wächter, Kaminska (beide im Tor); Kalmbach (3), Wolf (1), Hendrikse, Knippenborg (4), Wick (2), Zeba, Haraldsdottir (7/2), Goos (7), Reimer (4), Espinola Perez (1), Kretzschmar (6)

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Erstellt:
2. September 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
2. September 2019, 00:00 Uhr

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