Sarah Neubrander kehrt zu den Kuties zurück

Sarah Neubrander kehrt zu den Zweitliga-Frauen der SG H2Ku Herrenberg zurück. Die ehemalige Spielmacherin der Kuties wird zur neuen Saison Co-Trainerin von Chefcoach Mike Leibssle. Die 30-Jährige wird ihren Schwerpunkt vor allen Dingen in der athletischen Arbeit mit dem Team haben. Torwarttrainer Jochen Neutz hat seine Tätigkeit bei der SG H2Ku dagegen beendet.

Sarah Neubrander will unter anderem mehrEmotionalität aus dem Team herauskitzelnGB-Foto (Archiv): TBaur/Eibner

Sarah Neubrander will unter anderem mehr Emotionalität aus dem Team herauskitzeln GB-Foto (Archiv): TBaur/Eibner

Es ist keine zwei Jahre her, dass Sarah Neubrander ihre Karriere nach fünf Jahren bei der SG H2Ku Herrenberg beendet hat – nun ist sie wieder da. 2013 war Neubrander vom Oberligisten WSG Eningen/
Pfullingen ins Gäu gekommen und hatte mit den Kuties auf Anhieb den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft. Dort führte sie das Team in den kommenden Runden als Spielmacherin und Kapitänin. Unter anderem von dieser Erfahrung soll die Mannschaft in der kommenden Spielzeit profitieren.

„Das war naheliegend“, sagt Mike Leibssle. „Sie kennt die Strukturen und war immer präsent in der Halle.“ Als ältere Schwester der H2Ku-Top-Torjägerin Lea Neubrander war sie mit der Familie bei vielen Heimspielen in den vergangenen zwei Jahren in der Markweghalle. Für sie ein Katzensprung. Neubrander wohnt in Herrenberg. Das Engagement bei der SG H2Ku hat sich nicht nur deshalb abgezeichnet.

In der vergangenen Saison, als die SG personell teilweise auf dem Zahnfleisch daherkam, hatte der Club wiederholt angefragt, ob die ehemalige Führungsspielerin noch einmal ins Kuties-Trikot schlüpfen würde. Neubrander lehnte konsequent ab. „Ich habe vor zwei Jahren ja ganz bewusst aufgehört“, sagt sie. Und sie erteilt auch Spekulationen eine Absage, sie könnte in Zukunft als Spielerin einspringen, wenn Not an der Frau ist. „Ich würde mich dazu auch mit Blick auf die Fitness nicht in der Lage sehen“, winkt sie ab.

Neubrander hat nach dem Karriere-Ende ihr Studium der Sportökonomie mit dem Bachelor abgeschlossen und ist heute als Sportfachkraft beim Stuttgarter Groß-Sportverein Sportvgg. Feuerbach angestellt. Als Abteilungsleiterin für den Bereich Fitnesskurse zeichnet sie für die Organisation in diesem Bereich verantwortlich, gibt selbst aber auch Kurse. Privat hat sie nach dem Abschluss der Handball-Laufbahn die neu gewonnene zeitliche Flexibilität genossen. Die wird nun durch die Rückkehr zur SG wieder ein wenig eingeschränkt.

In welchem Umfang die 30-Jährige bei den Kuties im Trainingsbetrieb präsent sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, wie die Lücke geschlossen wird, die der Abschied von Torwarttrainer Jochen Neutz hinterlassen hat. Laut Leibssle hatte er das Ende seines Engagements aus beruflichen Gründen bereits vor rund zwei Monaten angekündigt.

Der Chefcoach und seine zukünftige Co-Trainerin kennen sich schon lange. Vor rund zehn Jahren hat Leibssle sie beim damaligen Oberligisten SG Ober-/Unterhausen trainiert. „Und ihre Schwester Lea hatte ich gleichzeitig in der D-Jugend, die ich damals parallel trainiert habe“, erinnert sich Leibssle. Als er 2018 die Kuties übernahm, hatte Neubrander ihre Karriere gerade beendet. „Ich hoffe, dass sie mich im athletischen Bereich unterstützt“, sagt Leibssle. Das ist aber nicht alles. „Mit ihr habe ich jemanden, der noch einmal ganz anders in die Mannschaft hineinhören kann“, so der Coach. Und auch Sarah Neubrander sieht ihre neue Aufgabe vielschichtig. „Ich denke, ich kann ein gutes Bindeglied zwischen Mike und der Mannschaft sein.“ Zudem hat sie sich vorgenommen, neben den sportlichen Dingen vor allem im Bereich Emotionalität mehr aus der Mannschaft herauszukitzeln. Hier hat das Team in der kürzlich abgebrochenen Saison starke Defizite offenbart. „Wir müssen die Halle wieder zur Markweghölle machen“, fordert Neubrander.

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Erstellt:
25. April 2020, 00:00 Uhr
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