Stadt will vom „Unruhestand“ der Bürger profitieren

Herrenberg: Quartiersmanager David Zimmermann will mit Pilotprojekt Ideen und Erfahrungen bündeln.

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David Zimmermann ist bei der Stadt neuer Quartiersmanager.GB-Foto: gb

David Zimmermann ist bei der Stadt neuer Quartiersmanager.GB-Foto: gb

In den kommenden Jahren erreichen viele Menschen aus der Babyboomer-Generation das Rentenalter. Damit endet zwar ihre aktive Erwerbstätigkeit – ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Ideen bleiben. Genau hier setzt das Herrenberger Projekt „Unruhestand“ an: Die Stadt möchte gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erproben, wie dieses Wissen auch in einer neuen Lebensphase in die Stadtgesellschaft einfließen kann. Der neue Quartiersmanager David Zimmermann stemmt das Projekt. Das Projekt wird über das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und der Allianz für Beteiligung gefördert. Die evangelische Landeskirche Württemberg ist Projektpartner.

Ob Bildung, Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung oder das Zusammenleben vor Ort: Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Fähigkeiten werden an vielen Stellen gebraucht. „Unruhestand“ versteht den demografischen Wandel deshalb nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance. Viele Menschen bringen nach Jahrzehnten im Beruf wertvolle Kenntnisse, Netzwerke und Lebenserfahrung mit. Das Projekt soll herausfinden, unter welchen Bedingungen sie diese Kompetenzen freiwillig und nach ihren eigenen Interessen weiter einbringen möchten.

Dabei geht es nicht darum, kommunale Leistungen durch ehrenamtliches Engagement zu ersetzen, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der Stadt. Vielmehr soll erprobt werden, wie neue Formen des Mitmachens entstehen können und wie eine gelebte Bürgerkommune Menschen dabei unterstützt, eigene Ideen für Herrenberg umzusetzen. Dazu möchte die Stadt mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern im Übergang zum Ruhestand ins Gespräch kommen. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Themen bewegen sie? Welche Erfahrungen und Fähigkeiten möchten sie einbringen? Welche Aufgaben machen Lust auf Engagement?

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zeigen, welche Angebote und Strukturen Menschen in dieser Lebensphase tatsächlich brauchen. Damit hat das Projekt einen Pilotcharakter: Herrenberg möchte erproben, wie das große Potenzial einer Generation auch nach dem Ende der Erwerbstätigkeit Teil einer aktiven Stadtgesellschaft bleiben kann.

Seit September ist David Zimmermann als neuer Quartiersmanager bei der Stadt Herrenberg tätig und Teil des Teams Beteiligung und Engagement. Zimmermann ist gebürtiger Herrenberger und hat „Planung und Partizipation“ studiert. „Mich interessiert, wie Menschen ihre Ideen einbringen und ihr Umfeld gemeinsam lebendig und lebenswert gestalten können“, sagt David Zimmermann.

Auch ehrenamtliches Engagement begleitet ihn seit vielen Jahren. Seit rund 30 Jahren ist er bei den Pfadfindern aktiv und unterstützt Menschen dabei, eigene Ideen umzusetzen und Gemeinschaft zu gestalten.

Wer sich für das Projekt „Unruhestand“ interessiert, Fragen hat oder eigene Ideen einbringen möchte, kann sich direkt an David Zimmermann wenden. Darüber hinaus bietet er donnerstags eine Sprechzeit an. Auf der städtischen Homepage wird über das Projekt informiert unter www.herrenberg.de/unruhestand

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Erstellt:
05.10.2026, 15:42 Uhr