Störstoffe hindern die Verwertung

Kreis Böblingen: Biotonnen-Kontrollen zur Verbesserung der Sammelqualität.

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Biotonnen werden kontrolliert. GB-Foto: gb

Biotonnen werden kontrolliert. GB-Foto: gb

Seit Mai gelten bundesweit verschärfte gesetzliche Anforderungen an die Reinheit von Bioabfällen. Die Bioabfallverordnung setzt strengere Grenzwerte für Fremdstoffe wie Plastik, Glas oder Metall fest. Ab Montag, 15. September, starten wieder zahlreiche Abfallwirtschaftsbetriebe eine gemeinsame Kontrollaktion der Biotonnen. Die Botschaft dahinter: Bioabfall ist wichtig fürs Klima. Auch der Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen (AWB) beteiligt sich nach 2023 zum zweiten Mal an der deutschlandweiten Aktion und wird daher vom 15. bis 26. September verstärkt Kontrollen bei den Biotonnen durchführen.

Zwei Wochen lang werden mithilfe von speziellen Müllfahrzeugen mit Störstofferkennung und über eine Sichtkontrolle durch die Müllwerker im Landkreis die Biotonnen in einem größeren Umfang als sonst kontrolliert. „Wir müssen angesichts der neuen Bioabfallverordnung und der dort festgeschriebenen Störstoffgrenze von drei Prozent bei der Biomüllsammlung noch genauer hinsehen: Auch bei uns im Landkreis gibt es immer wieder teils erhebliche Verunreinigungen in den Biotonnen durch nicht-biologische Abfälle, vor allem Plastiktüten und Lebensmittelverpackungen sowie Restmüll“, erläutert AWB-Werkleiter Thomas Koch.

Mikroplastik als weiteres, zunehmendes Problem

Diese Fremdstoffe müssten aufwendig aussortiert und teuer entsorgt werden, um einen hochwertigen Kompost ohne Fremdstoffe erzeugen zu können. Ein weiteres zunehmendes Problem stelle das in den Meeren und in den Ackerböden vorhandene Mikroplastik dar, das mit derzeit verfügbaren Aufbereitungstechniken nicht ausreichend aus dem Gärrest oder Kompost gesiebt oder herausgefiltert werden kann.

Die Abfallverwerter sind bei der richtigen Abfalltrennung auf die Mitwirkung der Bürger angewiesen. „Eine sortenreine Sammlung der organischen Küchen- und Gartenabfälle ohne Lebensmittelverpackungen oder andere Fremdstoffe stellt die Grundlage für einen hochwertigen Kompost dar“, appelliert Thomas Koch. Stellen die Müllwerker Fremdstoffe wie Kunststoffverpackungen, Metalle oder Restmüll fest, erhält die Biotonne einen roten Aufkleber und wird nicht geleert. Dies ist im Landkreis Böblingen auch außerhalb der jetzt angesetzten Kontrollaktion das routinemäßige Vorgehen bei Störstoffen in einer Biotonne. Auf www.awb-bb.de/biomuell finden sich online Tipps zur richtigen Befüllung der Biotonne . -gb-

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Erstellt:
09.09.2025, 00:00 Uhr