Umzug von Esslingen nach Böblingen: Neue Heimat für die Süddeutsche Philharmonie
Böblingen: Das traditionsreiche Orchester verlegt nach rund 40 Jahren in Esslingen seinen Standort in die Kreisstadt und wird dort künftig seine Konzerttätigkeit aufnehmen.
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Mit knapp 100 Musikerinnen und Musikern zählt die Süddeutsche Philharmonie zu den größten projektorientierten Sinfonieorchestern in der Region. GB-Foto: gb
Das offizielle Antrittskonzert in der neuen Heimat findet am 11. April 2027 in der Kongresshalle Böblingen statt. Das Orchester blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte zurück. Gegründet als „Jugendorchester Reutlingen“ und seit 1987 in Esslingen beheimatet, beginnt mit dem Umzug nach Böblingen nun ein neues Kapitel der Orchestergeschichte. Mit knapp 100 Musikerinnen und Musikern zählt die Süddeutsche Philharmonie zu den größten projektorientierten Sinfonieorchestern in der Region. In intensiven Arbeitsphasen erarbeitet das Orchester große Werke der sinfonischen Literatur und vereint dabei Mitglieder aus dem gesamten süddeutschen Raum.
„Böblingen bietet gute Voraussetzungen für die weitere Entwicklung unseres Orchesters. Für etwa drei bis vier Probewochenenden im Jahr konnte uns die Stadt passende Proberäume zu angemessenen Konditionen vermitteln, und beim Instrumentarium kooperieren wir mit der Musik- und Kunstschule. Für unseren Orchesterbetrieb ist das essenziell“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Susanne Häbe.
Notwendig geworden ist dieser Schritt, da das Gebäude in Esslingen, in dem das Orchester seine Probe- und Lagerräume hatte, zum Jahresende 2026 stillgelegt wird und alle Mietverträge bereits zum Ende September 2026 gekündigt wurden. Ein neuer Probenort, der den Erfordernissen des Orchesters gerecht wird, war trotz intensiver Gespräche mit der Stadt Esslingen nicht zu finden.
Seit vielen Jahren pflegt das im Jahr 1956 gegründete Orchester eine enge Partnerschaft mit dem SWR-Symphonieorchester. Dessen Musikerinnen und Musiker unterstützen die Süddeutsche Philharmonie regelmäßig als Konzertmeister, Stimmführer und Dozenten. „Diese Zusammenarbeit ist für unser Orchester von unschätzbarem Wert und trägt wesentlich zu unserer künstlerischen Qualität bei“, bestätigt Susanne Häbe. Den regionalen Bezug zur neuen Heimatstadt wird das Publikum bereits beim Antrittskonzert erleben: Mit Michael Wolkober, langjährigem Mitglied der Staatsphilharmonie Nürnberg und gebürtigem Böblinger, wird ein renommierter Musiker der Region als Solist auf der Bühne stehen.
Der Entscheidung für Böblingen gingen intensive Gespräche mit den kulturrelevanten Institutionen und Verantwortlichen der Stadt voraus. Kulturamtsleiter Sven Reisch begrüßt die Ansiedlung des Orchesters: „Die Süddeutsche Philharmonie wird das Kulturangebot in Böblingen mit hochklassigen sinfonischen Konzerten bereichern. Außerdem freue ich mich über die große Lust des Orchesters, sich mit musikalischen Kooperationen vor Ort einzubringen. So werden etwa die Stipendiaten der Leistungsförderung an der Musik- und Kunstschule Böblingen zukünftig wertvolle Praxiserfahrung in einem großen Sinfonieorchester sammeln können.“ Ein weiteres Argument für Böblingen als Standort brachte das Vorstandsteam selbst mit, denn drei der fünf Vorstandsmitglieder leben oder arbeiten bereits in Böblingen und fühlen sich der Stadt verbunden.
In den kommenden Monaten wird die Süddeutsche Philharmonie Böblingen ihre Vernetzung mit den kulturellen Akteuren vor Ort weiter ausbauen und neue Partnerschaften entwickeln. Neben dem Antrittskonzert am 11. April in der Kongresshalle sind 2027 zwei weitere Auftritte in Böblingen geplant: am 13. Juni ein Sonderkonzert in der AEG-Aula und am 27. September ein Sinfoniekonzert in der Kongresshalle Böblingen. -gb-