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Und schon bröckelt die Flexibilität im Rückraum

Das ist eine anspruchsvolle Generalprobe: Eine Woche vor dem Start in die neue Saison der Zweiten Handball-Bundesliga haben die Frauen der SG H2Ku Herrenberg am heutigen Samstag (19.30 Uhr/Markweghalle) in der ersten Runde des DHB-Pokals den Erstligisten Neckarsulmer Sport-Union zu Gast.

Und schon bröckelt die Flexibilität im Rückraum

Kampf um jeden Ball (Lea Neubrander gegen Metzingens Katarina Pandza): Die SG H2Ku steht vor einer schweren Aufgabe GB-Foto: TBaur/Eibner

Unter normalen Umständen sind Duelle zwischen Erst- und Zweitligisten eine klare Angelegenheit. „Sechs bis acht Tore Differenz sind realistisch“, sagt H2Ku-Trainer Mike Leibssle mit Blick auf das aktuelle Spiel. Zu groß ist die Kluft zwischen dem Unterhaus und der höchsten deutschen Liga. Seine Einschätzung will der Coach allerdings ganz und gar nicht so verstanden wissen, dass er seine Spielerinnen mit weißen Fähnchen als Zeichen der Kapitulation aufs Feld schicken wird. „Wir werden kämpfen“, kündigt Leibssle an. Vor allen Dingen das hohe Tempo des Erstligisten dürfte eine Herausforderung für die Herrenbergerinnen werden. Leibssle hat seine Mannschaft vor überhasteten Abschlüssen gewarnt. „Solche Aktionen werden vom Gegner sofort bestraft.“ Diese Erfahrung hat die SG H2Ku gerade erst vor wenigen Tagen beim 20:34 im Testspiel gegen die TuSsies Metzingen gemacht.

Auch gegen die Neckarsulmer Sport-Union haben die Kuties in der Vorbereitung getestet. Mit 29:30 unterlag das Team vor drei Wochen in Neckarsulm. Ein Ergebnis, das bei dem einen oder anderen Fan die Hoffnung schüren dürfte, dass vielleicht doch eine Überraschung möglich ist. Leibssle winkt ab. „Das Spiel als Maßstab zu nehmen, wäre völlig falsch. Bei Neckarsulm standen damals Spielerinnen auf dem Feld, die erst ganz kurz im Training waren. Und auch bei uns sieht es jetzt anders aus.“

Konnte die SG H2Ku in Neckarsulm noch fast mit der vollen Breite des Kaders auflaufen, sieht das diesmal womöglich anders aus. Der Einsatz von Szimonetta Toepelt-Gera ist nach der Platzwunde am Kinn aus dem Metzingen-Spiel fraglich. Dasselbe gilt für Jurate Zilinskaite, die eine Entzündung an der Achillessehne hat. Sie hat in der laufenden Woche nicht trainiert, ist viel behandelt worden und wird vermutlich erst beim Aufwärmen entscheiden, ob es geht. „Ich werde sie nur einsetzen, wenn ich mir sicher bin, dass nichts passiert und dass sich die Verletzungsdauer durch einen Einsatz nicht verlängert“, erklärt Mike Leibssle. Er wird kein Risiko eingehen. „Der Fokus liegt bei uns klar auf der zweiten Liga.“

   Damit könnte sich die Flexibilität im Rückraum schon deutlich verringern. Mit Lea Neubrander, Kerstin Foth und Sarka Marcikova verfügt die SG nur noch über drei voll belastbare Rückraumspielerinnen. Carolin Tuc befindet sich nach wie vor in der Aufbauphase und wird dosiert eingesetzt, für Marie Beddies kommt ein Einsatz nach überstandenem Kreuzbandriss noch nicht infrage. Insofern ist Leibssle dankbar für eine weitere Alternative, die er durch Michelle Wunschik bekommt. Sie ist von der SG Schozach-/Bottwartal zur SG H2Ku zurückgekehrt. Ob sie auf Dauer eine Option für die erste Mannschaft sein wird, ist noch nicht offiziell kommuniziert worden. Nicht dabei ist heute Sandra Kußmaul, die in der Vorbereitung fest zur ersten Garnitur zählte, obwohl sie in dieser Saison eigentlich vornehmlich für die zweite Mannschaft eingeplant ist. Für die stand sie am Donnerstagabend auch beim 25:24-Sieg im HVW-Pokal gegen den TSV Bönnigheim auf dem Feld. „Auch wenn es zwei verschiedene Wettbewerbe sind, darf sie dann im DHB-Pokal nicht mehr eingesetzt werden“, erklärt Mike Leibssle.

Auch für den Coach wird es spannend, zu sehen, wie weit seine Mannschaft eine Woche vor dem Saisonstart ist. Noch nicht bei 100 Prozent, das lässt sich mit Sicherheit sagen. Dafür war der personelle Wechsel im Team zu groß. Viele Dinge sind noch im Entstehen. „Ich bitte auch das Publikum noch um Geduld. Wir haben sicher noch Sand im Getriebe.“ Aber man hat gegen Metzingen bereits gesehen, dass das Spiel über den Kreis bereits gut funktioniert. Mit Stefanie Schoeneberg und Aylin Bok wird ganz sicher auch die Neckarsulmer Abwehr ihre Probleme haben. Bleibt die spannende Frage, ob die SG gegen den Erstligisten auch Druck aus dem Rückraum aufbauen kann.

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Erstellt:
31. August 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
31. August 2019, 00:00 Uhr

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