Vorfreude auf das kommende Jahr generieren

Ein Blick auf den Kalender ist bei vielen Menschen dieser Tage mit Wehmut verbunden. Am Wochenende könnte man mit vielen Gästen den Wildberger Schäferlauf feiern. Leider macht die Corona-Pandemie das unmöglich. Und trotzdem soll ein Hauch des Brauchtums- und Heimatfestes durch die Stadt wehen: Träumen ist erlaubt.

Am Wochenende wäre eigentlich der Schäferlauf in Wildberg gewesen, ehe Corona ihm in die Parade fuhr. Zumindest träumen lässt sich jedoch, wie er abgelaufen wäre GB-Foto (Archiv): gb

Am Wochenende wäre eigentlich der Schäferlauf in Wildberg gewesen, ehe Corona ihm in die Parade fuhr. Zumindest träumen lässt sich jedoch, wie er abgelaufen wäre GB-Foto (Archiv): gb

Das ist in diesem Fall ganz wörtlich gemeint. Die Stadt möchte ein Zeichen setzen: Jeder, der eine Fahne besitzt, ist aufgerufen, diese bis einschließlich Dienstag, 21. Juli, sichtbar aufzuhängen. Zusammen mit den wunderschönen Windrädern im gesamten Stadtgebiet soll vermittelt werden: Jetzt erst recht. Das Immaterielle Kulturerbe – der Wildberger Schäferlauf – macht nur eine erzwungene Pause, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg musste der Wildberger Schäferlauf abgesagt werden. Wie bei vielen anderen Großveranstaltungen auch, wäre die Sicherheit der Besucher vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nicht gewährleistet. Auf das Brauchtums- und Heimatfest zu verzichten tut weh, war und ist aber richtig und notwendig.

Träumen ist aber erlaubt, denn so hätte es sein sollen: Wildberg freut sich sehr auf den Schäferlauf 2020. Am Wochenende ist es so weit. Die Organisatoren haben ihr Bestes gegeben und wie immer an alles gedacht, die Festspielgruppe, bestens motiviert, freut sich auf die Vorstellungen. Die Schafherde des Stadtschäfers wartet gelassen im Pferch auf die Schäfer und ihre Hunde, die sich beim Leistungshüten messen wollen.

Feuerwerk wäre grandioser Schlusspunkt gewesen

Die Stadt erwartet Gäste aus nah und fern beim Schäferlaufmorgen am Marktbrunnen und bietet dort ein buntes Rahmenprogramm, der ökumenische Gottesdienst in der Martinskirche bietet Gelegenheit zum Danken, rund 70 Gruppen aus nah und fern wollen im historischen Festzug Tausenden von Zuschauern ein farbenfrohes Erlebnis bieten, um dann anschließend auf dem Schäferlaufplatz eine fröhliche Kulisse zu bilden. Wichtigste Frage auch diesmal: Wer wird Schäferkönig und Schäferkönigin?

Die Marktleute des Bauern- und Kunsthandwerkermarktes und auch des Krämermarkts präsentieren sich von ihrer besten Seite und hoffen auf zahlungsfreudige Kundschaft, die engagierten Bands und Musikkapellen werden bei Party und Unterhaltung im Festzelt den musikalischen Nerv der Besucher treffen und das Festzelt beben lassen. Die Tiere auf dem Schaubauernhof lassen sich streicheln, die Kindergärten, Schulen und Vereine fiebern dem Wildberger Nachmittag ebenso entgegen wie ihre Eltern und Großeltern, „Gottlieb Schäferlauf“ wird auch diesen Schäferlauf (leider) nicht überleben und das abschließende Feuerwerk wird einen grandiosen Schlusspunkt setzen.

Wie immer kann man davon ausgehen, dass sehr viele Bürger der Schäferlaufstadt Wildberg ihr Bestes geben: als Mitglieder der Stadtkapelle, der Trachtengruppe, der Festspielgruppe oder bei der Bewirtung im Rahmen der Vereinsgesellschaft. Die Vereine beim Festzug, die Landwirte und die evangelische Kirchengemeinde im Klosterhof. Natürlich sorgen für die Sicherheit: die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei. Ebenso natürlich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Baubetriebshofes und der Eigenbetriebe.

So hätte es eigentlich werden sollen, am Wochenende, es bleibt aber bei Gedankenspielen. Diese Erwartungen lassen alle zwei Jahre das Herz jedes Wildbergers höherschlagen. Für die Schäfer unter den Gästen ist der Schäferlauf ein Highlight im Berufsalltag. Gelebte Historie und Kultur. Die nächste Gelegenheit bietet sich dazu eben dann vom 15. bis 18. Juli 2022 beim nächsten Schäferlauf in Wildberg. Dieses Mal nicht geträumt, sondern real.

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Erstellt:
17. Juli 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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