Weiteres Schnelltestzentrum öffnet in Herrenberg

Das Schnelltestzentrum in der Herrenberger HindenburgstraßeGB-Foto: Holom

Das Schnelltestzentrum in der Herrenberger Hindenburgstraße GB-Foto: Holom

Herrenberg - Kurz vor Weihnachten war das Schnelltestzentrum Schönbuch in Holzgerlingen in Betrieb gegangen, am kommenden Samstag kommen zwei weitere Zentren hinzu. Dahinter steckt ein Konzept des Landkreises Böblingen zur Beauftragung dieser Einrichtungen. „Wir waren und sind bestrebt, dass das Angebot flächendeckend für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Böblingen besteht“, sagt Landrat Roland Bernhard.

Das Böblinger Gesundheitsamt kann laut § 6 der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundes Dritte für den Betrieb eines Testzentrums beauftragen. Das ist beispielsweise relevant, wenn im Auftrag des Gesundheitsamts zur Kontaktnachverfolgung eine Schulklasse, Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen oder sonstige Kontaktpersonen getestet werden sollen. „Zudem ist die flächendeckende Bereitstellung solcher Testmöglichkeiten ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie“, so Bernhard. Denn die Nachfrage danach sei groß. „Unsere Absicht ist es, dass alle Bürgerinnen und Bürger in ihrer Umgebung eine Anlaufstelle haben, wenn die Notwendigkeit besteht, kurzfristig eine mögliche Covid-Infektion abzuklären.“

Vorbild für alle Zentren war und ist das Pilotprojekt in Holzgerlingen, das dort von Apotheker Dr. Schittenhelm aufgebaut wurde. Die Abläufe und Organisation dort bilden die Matrix für die beiden Testzentren in Herrenberg und Böblingen, die am Wochenende starten, sowie für weitere geplante Einrichtungen in Sindelfingen und Leonberg. Insgesamt sollen fünf Schnelltestzentren im Landkreis Böblingen entstehen, die die zunehmende Nachfrage nach Antigen-Tests abdecken sollen. Eine Besonderheit ist, dass die Zentren voraussichtlich alle von Apothekern betrieben werden. Dass dies möglich ist, wird der Bund in Kürze mit einer Aktualisierung der Testverordnung klarstellen.

Die Testzentren sollen in Räumlichkeiten untergebracht werden, die einen Ablauf mit wenigen Kontakten ermöglichen, um Ansteckungen zu vermeiden. Jedes Testzentrum bekommt vom Gesundheitsamt die Zuständigkeit für einen genau umrissenen örtlichen Bereich zugewiesen. So sollen beispielsweise Bürgerinnen und Bürger aus Holzgerlingen, Altdorf und Hildrizhausen in das Schnelltestzentrum Schönbuch in Holzgerlingen gehen, solche aus Bondorf, Mötzingen, Gäufelden, Nufringen und Herrenberg in das Schnelltestzentrum Gäu in Herrenberg. Teil der Beauftragung ist es für die Betreiber, dass ein schlüssiges Hygienekonzept vorliegt. Zur Durchführung muss medizinisch geschultes Personal eingesetzt werden, die Zusammenarbeit mit örtlichen Hilfsorganisationen (z.B. DRK) ist ausdrücklich erwünscht. Und – zentraler Punkt: Zur Sicherstellung der weiteren Versorgung von etwaigen Infizierten und zur Übertragung in die offiziellen Meldewege, muss eine Zusammenarbeit mit einer Corona-Schwerpunktpraxis bestehen. Dorthin werden positive Getestete vermittelt, damit der positive Antigen-Test durch einen PCR-Test verifiziert und ggf. die Meldung an das Gesundheitsamt veranlasst wird.

„Wenn all diese Punkte erfüllt sind, erfolgt die Beauftragung durch uns“, so Landrat Bernhard. „Für den Betreiber bedeutet diese Beauftragung, dass der die im Rahmen der Kontaktnachverfolgung nötigen Tests mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen kann.“ Selbstzahler sind darüber hinaus in den Zentren immer möglich.

Die fünf Schnelltestzentren sind Teil der Gesamtstrategie des Landkreises Böblingen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Dazu zählen als weitere Bausteine das Kreisimpfzentrum mit dem angekündigten Schwerpunkt, zunächst bevorzugt in den Altenpflegeheimen zu impfen, sowie die Kontaktpersonennachverfolgung, die derzeit mit rund 100 Beschäftigten und Bundeswehrsoldaten läuft.

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Erstellt:
14. Januar 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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