Wieder Bakterien im Wasser gefunden

Herrenberg: Naturfreibad muss Betrieb einstellen

Wieder Bakterien im Wasser gefunden

Das Schwimmbecken im Herrenberger Naturfreibad ist ab Mittwoch, 28. Juli, vorsorglich gesperrt, nachdem eine Wasserprobe im Labor das Bakterium Escherichia coli 113 nachgewiesen hat. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Für den Vereinsbetrieb bleibt das Hallenbad geöffnet; für die Öffentlichkeit bleiben Liegewiese und Kleinkindbereich kostenfrei weiter zugänglich. Nach der Reinigung und erneuten Kontrolle des Beckenwassers wollen die Stadtwerke das Bad wieder vollständig zum Baden freigeben.

„Keine Kompromisse
bei der Wasserqualität“

„Wir bedauern die Unterbrechung des Badesommers für unsere Gäste und setzen alles daran, dass es möglichst bald mit sicherem und sauberem Badevergnügen im Naturfreibad weitergeht“, betont Stadtwerkeleiter Karsten Kühn. Im Sicherheitskonzept für das Naturfreibad stehe die Gesundheit der Badegäste an oberster Stelle. Deshalb werde das Badewasser in unabhängigen Laboren engmaschig kontrolliert, es komme immer wieder zu prophylaktischen Badepausen, in denen der Zugang zum Schwimmbecken gesperrt werde, bis die hohen Anforderungen an die Wasserqualität zweifelsfrei erfüllt sind. „Bei der Wasserqualität und der Sicherheit machen wir keine Kompromisse“, bekräftigt Kühn.

Die Wasserreinigung im Naturfreibad funktioniert ohne Chemie mit einer ausgeklügelten Technik über eine Kombination verschiedener Filtersysteme. Zusätzlich pumpt die Umwälzung abhängig von der Auslastung und Temperatur etwa 60 Kubikmeter Frischwasser pro Tag in die Becken. „Innerhalb kurzer Zeit sind erfahrungsgemäß die festgestellten E. coli-Befunde über die Anlage entfernt“, erklärt Kühn. Damit sei die Technik ähnlich zuverlässig wie der konventionelle Chlor-Einsatz, benötige aber mehr Zeit, um auf Bakterieneintrag zu reagieren. „Deshalb gibt es im Herrenberger Naturfreibad feste Schließzeiten für Revision und Reinigung und immer wieder auch kurzfristig nötige Pausen“, sagt Kühn.

Die Wasserprobe vom 27. Juli hat ergeben, dass an einer Stelle im Nichtschwimmerbereich für das Bakterium Escherichia coli der zulässige Grenzwert von 100 koloniebildenden Einheiten überschritten wurde. Colibakterien kommen in der Darmflora von Menschen und Tieren vor. Eine mögliche und naheliegende Ursache ist der Eintrag durch Badegäste oder Vögel.

Erneute Wasserproben werden am 29. Juli entnommen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird über die Aufhebung der vorübergehenden Schließung entschieden. Sollte der Grenzwert nicht mehr überschritten sein, könnte das Naturfreibad in der kommenden Woche wieder öffnen.

Alle Kunden, die in den kommenden Tagen ein Zeitfenster gebucht haben, werden per E-Mail informiert. Gebuchte Tickets können an einem anderen Tag verwendet werden. Außerdem wurde der Online-Ticketshop geschlossen.

Das Naturfreibad hat seit seiner Eröffnung im Sommer 2015 nur eine störungsfreie Saison erlebt. In den meisten Jahren kam es immer wieder zu Überschreitung der Grenzwerte und zu Schließtagen. Trotzdem halten Stadt und Stadtwerke an der Technik fest. „Ein Naturfreibad ist sensibler in der Anlagensteuerung als ein Chlorbad und braucht viel Know-how“, betont Stadtwerkeleiter Karsten Kühn. Er sieht sein Bäderteam gut aufgestellt, die anspruchsvolle Aufgabe zu meistern. -gb-

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Erstellt:
28. Juli 2021, 16:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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