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10000 Kubikmeter Erde müssen weichen

Beim Hardtwald zwischen Entringen und Altingen wird ein Bahndamm abgetragen, da er nicht mehr stark genug ist. Schließlich soll die Ammertalbahn-Strecke dort zweigleisig werden.

10000 Kubikmeter Erde müssen weichen

Der Bahndamm wird zunächst dem Erdboden gleichgemacht GB-Foto: Bäuerle

Ein Bagger gräbt und gräbt. Insgesamt 10000 Kubikmeter Erde sind es insgesamt, die mit Lkw zur Erddeponie Mayer in Mötzingen abtransportiert werden müssen. Der Bahndamm am Hardtwald in der Nähe von Breitenholz ist zu matschig geworden. Errichtet wurde er bereits 1910 und hätte auch noch länger gehalten, sagt Uwe Heim, Gesamtprojektleiter der Arbeiten an der Ammertalbahn. Die Bahnstrecke zwischen Herrenberg und Tübingen wird in den kommenden Jahren elek-trifiziert und erweitert. Nun steht aber für Arbeiten an der Ammertalbahn (der „Gäubote“ berichtete mehrfach) am Damm eine Verbreiterung an, und der alte hätte das nicht mehr mitgemacht. Also muss er weg und neues Material aus dem Hardtwald her. „Der Damm war etwa 200 Meter lang, 30 Meter breit und an der höchsten Stelle acht Meter hoch“, veranschaulicht Heim die Dimensionen. Das alte Erdmaterial soll anderswo zur Renaturierung eingesetzt werden.

„Der Streckenabschnitt bis nach Entringen wird zweigleisig werden“, sagt Uwe Heim. Ein zweigleisiger Ausbau steht ebenfalls bei Unterjesingen an. „Bisher befahren 20 bis 25 Jahre alte Dieseltriebfahrzeuge die Ammertalbahn-Strecke“, erläutert Dieter Braun, Geschäftsführer vom Zweckverband öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) im Ammertal. Der Bahnverkehr soll in Zukunft elektrisch ablaufen. „Dieses Jahr sind zunächst die Vorarbeiten dran“, erläutert Braun.

Neben dem Damm als größeres Vorhaben werden Bahnübergänge erneuert. Auch geht es derzeit ran an die Leit- und Sicherheitstechnik, merkt Sarah Wüstenhöfer vom Zweckverband an. „Das umfasst etwa die Weichensteuerung und Signale wie etwa an den Bahnübergängen.“

Heim schlüsselt auf, was zu tun ist: „Die gesamte Strecke wird auf eine digitale Steuerung umgestellt.“ In Unterjesingen sei die Anlage noch analog. Sie müsse aber mit den anderen digitalen Systemen kommunizieren. Sie wird nun angepasst und in einem nächsten Schritt ausgetauscht.

Wenn es schlammig wird,
gibt es keine Erdarbeiten

Das Wetter muss bei Außenarbeiten mitspielen. „Wasser und Erdarbeiten – das funktioniert nicht“ sagt Jochen Vöhringer von der Firma Leonhard Weiss, der Polier der Erdbaustelle. Nach dem Starkregen am Donnerstag habe sein Team an dem Nachmittag nicht weitermachen können, sagt er. Zu schlammig und instabil war das Gelände. Da half auch der Entwässerungsgraben nicht mehr viel. „Den legt man an, damit eine Baustelle nicht absäuft“, erklärt Heim. Zu warm könne es hingegen auf der Baustelle nicht werden. „Die Kollegen bekommen gratis Mineralwasser und dürfen mehr Pause machen“, sagt er.

Auf den aktuellen Baustellen beim Damm in Breitenholz und in Unterjesingen sind insgesamt 20 Lkw, drei Bagger und sieben Leute im Einsatz, erläutert Heim. Zehn Mitarbeiter sind zudem mit dem Verlegen von Kabeln beschäftigt. Bei Altingen ist darüber hinaus ein Baugleis geplant, auf dem Maschinen abgestellt werden.

Ein Problem gibt es noch: „Für Eidechsen ist der Bereich neben den Bahngleisen der optimale Lebensraum“, sagt der Gesamtprojektleiter. Um sie davon abzuhalten, sich in den Baustellen aufzuhalten und womöglich dabei überfahren zu werden, wurden Schutzzäune errichtet, um sie aus dem Bereich rauszuhalten, erklärt Uwe Heim. Den Naturschutz haben sie auch in anderen Aspekten im Blick: „Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, legen wir einen Teich an“, sagt der 53-Jährige. Auch Gelbbauchunken und andere Amphibien werden sich dort bestimmt wohlfühlen. „Die Baustelleneinrichtung beim Damm wird wieder aufgeforstet.“

2020 sollen dann die Gleisarbeiten beginnen und bis Ende 2022 dauern. Oberleitungsmasten werden zudem gestellt. „Alle 60 Meter kommt ein Mast hin, jeder Mast braucht ein stabiles Fundament aus Beton“, erläutert Heim. „Bei schlechtem Untergrund werden zusätzlich gusseiserne Pfähle verwendet.“

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Erstellt:
31. August 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
31. August 2019, 00:00 Uhr

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