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Flüchtling attackiert einen Sozialarbeiter

Tumulte in einer Nufringer Asylunterkunft: Eine Nachricht an seiner Zimmertür brachte einen Flüchtling aus Eritrea am Donnerstagmorgen so auf, dass er in das Betreuerbüro ging, um dort seinen Sozialarbeiter zur Rede zu stellen. Der 26-Jährige griff den Mitarbeiter der Gemeinde an.

Flüchtling attackiert einen Sozialarbeiter

Im Rathaus suchten die Mitarbeiter ZufluchtGB-Foto: gb

Es war eigentlich eine Lappalie, die den Asylbewerber auf die Palme brachte: „Ein Mitarbeiter hatte eine Nachricht mit einer Telefonnummer außen an der Zimmertür des Mannes hinterlassen, mit der Bitte, dort anzurufen“, berichtete gestern Nufringens Bürgermeister Ingolf Welte. Der Mann aus Eritrea ist einer von rund 60 Flüchtlingen, die die Kommune in verschiedenen Anschlussunterkünften betreut. Das Anbringen der Nachricht, erzählte Welte, wertete der Eritreer, der in der Rohrauer Straße untergebracht ist, wohl als Eindringen in seine Privatsphäre.

Er stürmte laut Polizeiangaben das Betreuerbüro. Dort befanden sich drei Sozialarbeiter, denen er sich gegenüber verbal sehr aggressiv verhalten hatte. „Der Täter ist schon länger als aggressiv bekannt“, sagte Welte.

Im weiteren Verlauf soll der Geflüchtete einen Sozialarbeiter tätlich angegriffen haben. Der 19 Jahre alte Mitarbeiter setzte sich mit einem Pfefferspray zur Wehr. Er verfehlte jedoch laut Polizei den Angreifer, woraufhin es dem 26-Jährigen möglich war, den jungen Mann mehrfach ins Gesicht zu schlagen. Aufgrund der anhaltenden Aggressivität des Unruhestifters flüchteten die drei Sozialarbeiter in das nahe gelegene Rathaus, wie es im Polizeibericht heißt. Auch hier wurden sie noch von dem Angreifer verfolgt. „Der Mitarbeiter wurde erheblich verletzt“, sagte Welte. „Durch das Pfefferspray wurde auch eine Mitarbeiterin verletzt, die zuvor noch versucht hatte, den Mann in seiner Landessprache zu beruhigen.“

Polizei nimmt Täter
in der Asylunterkunft fest

Kurze Zeit später trafen alarmierte Polizeibeamte den 26-Jährigen in der Asylunterkunft an. Seine Personendaten wurden erhoben und ihm für das Rathaus ein Hausverbot erteilt, heißt es im Polizeibericht. Darüber hinaus muss er mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen.

Um die verletzten Mitarbeiter und seine Kollegin sowie eine Praktikantin, die einen Schock erlitten hatte, kümmerten sich die Helfer vor Ort und ein ortsansässiger Arzt. „Die polizeiliche Vernehmung der Mitarbeiter wird erst am Freitag sein“, sagte Welte gestern. „Sie stehen heute zu sehr unter Schock.“ Nufringen hat ein fünfköpfiges Flüchtlingsbetreuerteam, das die Praktikantenstelle beinhaltet.

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Erstellt:
5. Juli 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Juli 2019, 00:00 Uhr

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