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Neuer Holzbackofen sorgt für zusätzliche Motivation

Reger Andrang herrschte am Samstag am Andreae-Gymnasium. Die Schule präsentierte sich anhand zahlreicher Aktivitäten und Angebote im Rahmen eines Schulfestes, das mit einem Tag der offenen Tür kombiniert wurde.

Die LehrerMargit Elsner undMichael Schulte holen die ersten Brote ausdem OfenGB-Foto: Holom

Die Lehrer Margit Elsner und Michael Schulte holen die ersten Brote aus dem Ofen GB-Foto: Holom

Einst war es das Oktoberfest, das Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen auch außerhalb der Schulzeit in den Markweg lockte. „Dann haben wir uns jedoch für ein Fest entschieden, für das wir mehr Zeit zur Vorbereitung haben und etwas aus dem Unterricht präsentieren können“, erklärt Judith Bentele. Ob Einblicke in das bilinguale Profil des AGH, die Hausaufgabenbetreuung, „Schule mit Courage“ oder „rund um den Hund“: „Man sieht jetzt viele Dinge aus dem Unterricht und den AGs“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin weiter. Wichtig war dabei jedoch, den Grundgedanken des Oktoberfestes weiterzuführen, „jeder trägt seinen Teil dazu bei und trägt die Gemeinschaft“, so Judith Bentele. Involviert waren in das Fest neben dem Lehrerkollegium nicht zuletzt auch die Eltern der AGH-Schüler. Während sich die Jugend dem Verkauf von Crêpes, Waffeln, Cocktails und Schokofrüchten widmete, sorgte die Elternschaft mit Salaten, Kuchen, Kaffee, Kaltgetränken und einem Grill im Freien für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher.

Vor das offizielle Schulfest indes waren insbesondere die derzeitigen Viertklässler sowie ihre Eltern angesprochen, die aktuell vor der Entscheidung stehen, an welcher weiterführenden Schule der Bildungsweg der kommenden Jahre verlaufen wird. Neben einer Infoveranstaltung konnten die Grundschüler das Haus im Rahmen einer Rallye erkunden und sich durch ältere Schüler durch die Räume führen lassen. Mit Begeisterung aufgenommen wurde das Angebot auch von den Viertklässlerinnen Sophia, Mavie und Johanna. Neben dem Goldberg- sowie dem Tübinger Uhland-Gymnasium sah sich Sophia auch die Bildungseinrichtung im Markweg an. Selbst wenn das Andreae-Gymnasium für die Viertklässlerin noch groß und „unübersichtlich“ wirkt, ist die Schule „eine Option“, denn die Neunjährige interessiert sich für die Möglichkeit, Latein zu belegen. „Ich finde große Gebäude toll“, zeigt sich die ebenfalls neunjährige Mavie vom Schulhaus angetan und scheint ihre Wahl bereits getroffen zu haben. Johanna, die derzeit ebenfalls die vierte Klasse besucht, machte sich ebenfalls ein Bild von verschiedenen weiterführenden Schulen, das AGH ist „derzeit mein Favorit“. Dabei ist es vor allem die große Anzahl an Arbeitsgemeinschaften, die die Grundschülerin beeindruckt, „es ist cool, dass es so viele AGs mit Tieren gibt“.

Durch Zufall auf die „Stiftung Bildung“ aufmerksam geworden

Einen ganz besonderen Tag stellte das Schulfest indes auch für 21 Oberstufenschüler und ihre Lehrkräfte dar, denn die Feier wurde zur offiziellen Einweihung des neuen Holzbackofens genutzt. Gefertigt wurde er unter der Regie Margit Elsners sowie Michael Schultes im Rahmen des J1-Seminarkurses. Die Idee indes reicht bis in den Sommer des vorletzten Jahres zurück, als Margit Elsner durch den Lehrer einer anderen Schule von deren Holzbackofen erfuhr. Gespräche, die daraufhin mit der Schulleitung geführt wurden, verliefen positiv, im Dezember 2018 wurde das Projekt schließlich beim „Spendenadvent“ der Volksbank bedacht und so der monetäre Startschuss gegeben. „Im März bin ich durch Zufall auf die ’Stiftung Bildung’ aufmerksam geworden, die Schulprojekte fördert, die mit nachhaltigem Denken und Wirtschaft zu tun haben“, erzählt die Lehrerin des AGH weiter, nicht zuletzt standen die Bürgerstiftung sowie der Förderverein der Schule hinter dem Projekt. „Viele Sach- und Einzelspenden“ halfen ebenfalls mit, den Holzbackofen von der Idee in die Realität zu verwandeln. Neben der Oberjesinger Firma Schwab sowie der Nufringer Firma Brodbeck konnten zudem Lehrlinge der Steinbeis-Hochschule in Stuttgart im Rahmen eines Projektes gewonnen werden, während die Firma Schlossbergrind den Traktor stellte, mit dessen Hilfe die Dachplatte auf dem Ofen platziert werden konnte. Der Bau des Holzbackofens vermochte es dabei, die Beteiligten selbst am frühen Wochenbeginn gern in die Schule kommen zu lassen, „es war die Motivation, am Montagmorgen aufzustehen“, erzählt Niklas Dobler. „Es hat Spaß gemacht“, pflichtet Julia Preisendanz bei, während Celina Secker vor allem den praktischen Aspekt des Projektes hervorhebt. „Es war cool, etwas anderes zu machen als Unterricht“, nicht zuletzt erspart die Arbeit im Seminarkurs den Oberstufenschülern eine mündliche Prüfungsleistung im Zuge ihres Abiturs. Dennoch fordert der Kurs auch seine theoretische Reflexion, „wir müssen nebenher eine Seminararbeit schreiben“, so Celina Secker. Am Tag des Schulfestes galt es jedoch noch einmal, Hand anzulegen. In drei Schichten testeten die Schüler das Ergebnis einer Bauphase, die im Herbst 2019 ihren Anfang nahm, als die Bodenplatte gemeinsam mit Mitarbeitern des technischen Dienstes der Stadt installiert wurde. „Wir haben noch nie etwas im Ofen gebacken“, berichtet Niklas Dobler, während die ersten Brote ihren Weg in das Bauwerk fanden. Erstmals geheizt wurde der Holzbackofen bereits in den vergangenen Tagen. Mit frisch gebackenem Brot und Pizza konnte schließlich ein köstliches Ergebnis der vielen arbeitsreichen Stunden im Freien genossen werden.

Längst fanden jedoch nicht nur Schülerinnen und Schüler, die das Andreae-Gymnasium gegenwärtig besuchen, den Weg in die Schule. Auch Ehemalige nutzten das Schulfest, um dem Markweg einen Besuch abzustatten. „Meine Schwester ist noch hier auf der Schule“, berichtet etwa Emily Knoch, die 2019 ihr Abitur am AGH abgelegt hat. Inzwischen macht sie ein FSJ und blickt gern auf die Schulzeit zurück: „Ich vermisse die Schule tatsächlich, es ist etwas anderes zu arbeiten.“

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Erstellt:
17. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 37sec

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