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Rasenteppich ist nach Pokalspiel durchlöchert

Auf 6500 Euro schätzen die SF Kayh den Schaden an ihrem Rasenspielfeld, der durch das in der vergangenen Woche dort ausgetragene Pokalspiel gegen den SV Oberjesingen entstanden ist. Der Schiedsrichter hatte die Partie angepfiffen, obwohl die Platzverantwortlichen erklärt hatten, dass sie erhebliche Schäden am Feld erwarten.

Rasenteppich ist nach Pokalspiel durchlöchert

Dieter Notter (links) und Horst Gimmel begutachten die Schäden am Kayher Rasen. Das Feld ist übersät mit Löchern GB-Fotos: ros/gb

Man merkt Dieter Notter an, wie nahe ihm die Geschichte geht. Der Platzwart der SF Kayh steht am Dienstagvormittag zwischen all den Löchern auf dem Rasen und schüttelt den Kopf. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte das Pokalspiel gegen den SV Oberjesingen am vergangenen Mittwoch nicht stattgefunden. Zusammen mit Horst Gimmel, der beim B-Ligisten für das Gebäudemanagement zuständig ist, hat er den Unparteiischen Thomas Glaser aus Nagold bei der Platzbesichtigung begleitet. „Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass der Platz gesperrt ist“, sagt Notter. Man habe Glaser darauf hingewiesen, dass der Platz nach den starken Regenfällen Schaden nehmen werde. Der Schiedsrichter schätzte die Lage anders ein und pfiff die Partie an. Auch Oberjesingens Trainer Julian Weidinger sah es so wie der Mann an der Pfeife. „Die Kayher haben den besten Rasen im ganzen Bezirk. Der Platz war bespielbar und es sah auch nach dem Spiel nicht so aus, als ob er substanziellen Schaden genommen habe. Deswegen war ich schon überrascht, als ich gehört habe, dass es um ein paar Tausend Euro geht“, meint der SVO-Coach.

Die spannende Frage: Darf sich der Referee über die vom Heimverein als Platzinhaber ausgesprochene Sperre hinwegsetzen? Von Kurt-Heinz Kuhbier, Obmann der Schiedsrichtergruppe Böblingen kommt ein klares Ja. „Er hat die Entscheidungsbefugnis“, sagt Kuhbier. „Der Schiedsrichter soll aber alle Umstände abwägen und auch den Rat des Heimvereins beachten“, erklärt der Schiedsrichter-Chef. Bei der Gefahr einer erheblichen Schädigung eines Platzes sei Zurückhaltung geboten. Für eine Absage durch den Bezirksspielleiter Helmut Dolderer waren die Kayher am Mittwoch zu spät dran. „Ich habe kurz vor vier mit ihm telefoniert“, sagt Fabian Diether aus der Abteilungsleitung der SFK. „Er hat uns gesagt, dass er da nichts mehr machen kann.“ Das bestätigt Dolderer. „Wir sagen so kurz vor Spielbeginn nicht mehr ab“, erklärt er. Auf 19 Uhr war die Begegnung angesetzt. In diesem Fall liegt die Entscheidung dann beim Schiedsrichter.

Den sieht Dolderer in einer undankbaren Rolle. „Da schiebt man den Schwarzen Peter von einem zum anderen. Auf der einen Seite sollen die Schiedsrichter die Spiele durchführen.“ Besonders dann, wenn die nächste Runde einige Tage später angesetzt sei. „Auf der anderen Seite müssen sie natürlich einschätzen, ob die Gefahr von Schäden am Platz besteht.“

Aus Kayher Sicht hat der Referee mit seiner Bewertung der Situation in diesem Fall daneben gelegen. Bereits in der vergangenen Woche hat der Verein den Platz von einer Firma begutachten lassen. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur-Maßnahmen beläuft sich laut Dieter Notter auf 6500 Euro. „Der Platz muss gestriegelt, besandet und tiefengelockert werden“, zählt der Platzwart auf.

Für die SF Kayh ist nun die entscheidende Frage, wer die Kosten übernimmt. Sie haben sich in dieser Woche an den Württembergischen Fußballverband (WFV) gewandt. Das Verfahren befindet sich im Anfangsstadium, viel kann Pressesprecher Heiner Baumeister deshalb zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht sagen. Der Verband wird zunächst einmal alle Beteiligten um eine detaillierte Stellungnahme bitten. Der Platz bleibt vorerst gesperrt. Auch für die Sanierungsarbeiten gibt es noch kein grünes Licht. Die Kayher wollen abwarten, wer für den Schaden aufkommen muss.

Für die Fußballer bedeutet das den ungewollten Gang ins vorübergehende Exil. Das Team trainiert bis auf Weiteres auf dem Kunstrasen in Poltringen. Dort sind die Kayher auch im Winter immer wieder zu Gast. Zum Saisonstart der Kreisliga B IV muss Kayh in Affstätt antreten, am
1. September steht dann das erste Heimspiel gegen den FSV Deufringen an. Ob der Platz bis dahin gerichtet ist, steht in den Sternen.

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Erstellt:
14. August 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
14. August 2019, 00:00 Uhr

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