„Schlossblick“ nimmt nächste Hürde

Eine weitere Hürde hat das geplante Quartier „Schlossblick“ in Entringen am Montagabend genommen. Benedikt Müller vom Planungsbüro Senner stellte dem Ammerbucher Gemeinderat den detailliert ausgearbeiteten Bebauungsplanentwurf samt Artenschutz, Ausgleichsmaßnahmen und Regenwasserkonzept vor.

Wo einst die mittlerweile abgerissene Grundschule stand, sollen Wohnhäuser gebaut werden GB-Foto (Archiv): Schmidt

Wo einst die mittlerweile abgerissene Grundschule stand, sollen Wohnhäuser gebaut werden GB-Foto (Archiv): Schmidt

Nach eingehender Diskussion und Klärung einiger Punkte stimmte der Ammerbucher Rat mehrheitlich für den in der Sitzung in einigen Punkten abgeänderten Entwurf, der nun erneut zur Auslegung kommt. Ein attraktives Wohngebiet mit vielfältiger Bebauung, der ein modernes städtebauliches Konzept zugrunde liegt – das will die Gemeinde auf dem Gebiet der ehemaligen Schule verwirklichen (der „Gäubote“ berichtete mehrfach). Nach eingehenden Gesprächen mit Bürgern – vor allem Vertretern der Bürgerinitiative „Besserer Schlossblick“ – und Diskussionen im Rat befasste sich das Gremium nun mit dem Planentwurf, der die Vorgaben für das Quartier festlegen soll.

Die Bebauung mit Einzelhäusern, Reihenhäusern, Winkelhausgruppe, Mehrfamilienhäusern und die verkehrliche Erschließung folgen darin dem detailliert ausgearbeiteten städtebaulichen Entwurf und wird im Textteil durch die jeweiligen Festsetzungen der überbaubaren Bereiche, der Höhe, der Geschossigkeit, der Dachformen und Dachgestaltung definiert. Für die Freiflächen werden zudem Pflanzgebote definiert.

Dachbegrünung für Pult- und Flachdächer sowie Carports

Benedikt Müller begann seine Ausführungen mit den Vorgaben für die Gestaltung der Grünflächen und öffentlichen Plätze. Er erläuterte die Artenschutzmaßnahmen, die durch eine externe Ausgleichsfläche, Nist- und Fledermauskästen und diverse Pflanzgebote erfolgen sollen und erklärte das Regenwasserkonzept, das sowohl Dachbegrünung als auch Zisternen vorsieht und die bereits bestehenden Kanäle nutzt. Demnach ist die Dachbegrünung für Pult- und Flachdächer sowie Carports vorgesehen, für jedes Einfamilienhaus soll eine Zisterne mit minimal drei Kubikmetern Fassungsvermögen errichtet werden. Für die Mehrfamilienhäuser und Baugruppen, die mit Tiefgaragen ausgestattet sind, wird auf dem Friedhof eine 20 Kubikmeter große Zisterne errichtet.

Dies stieß bei einigen Räten auf Widerspruch, da sie darin eine Benachteiligung der privaten Bauherren gegenüber der Kreisbau Tübingen sahen. Für Diskussionen sorgten zudem unter anderem das als Platzhalter eingefügte Wohnquartier im südlichen Bereich, für das derzeit keine Bebauung geplant ist, die Größe des Spielplatzes am Kastanienplatz, die Breite der dort entlang verlaufenden Straßen sowie die Frage, ob die vielen Vorgaben im Bebauungsplan die gestalterische Freiheit zu sehr einschränken. Die Räte brachten zahlreiche Fragen, Anmerkungen und Änderungsvorschläge in die Diskussion ein, über deren Aufnahme Punkt für Punkt abgestimmt wurde.

Bei Satteldächern sollen jetzt doch Dachgauben erlaubt sein

So stimmten die Räte dafür, die Option von Fotovoltaik auch auf die Gebäude der Kreisbau auszuweiten. Die Geschosshöhe für Punkthaus und Platzhalter wurde mehrheitlich mit jeweils zwei Geschossen plus Dachgeschoss festgelegt. Bei Satteldächern sollen – entgegen der Empfehlung von Architekt Frohwin Lüttin, der sich deutlich gegen den dadurch möglichen „unschönen Wildwuchs“ aussprach – Dachgauben erlaubt sein, und um die Spielplatzfläche zu vergrößern, soll geprüft werden, ob die Straßenbreite an dieser Stelle reduziert werden kann. Mit diesen Änderungen kam der Vorentwurf zur Abstimmung und wurde mit drei Gegenstimmen (Dominik Bahlinger, FWV, Oliver Kamer, FWV, Werner Schray, BWV) und drei Enthaltungen (die anwesenden Mitglieder der CDU-Fraktion Hubert Sailer, Jochen Eißler und Steffen Hess) mehrheitlich gebilligt.

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Erstellt:
21. Oktober 2020, 00:00 Uhr
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